Modschiedel
Pontifikalamt

Erzbischof Schick in Modschiedel: "Kirche ist der Mittelpunkt des Ortes"

Erzbischof Ludwig Schick feierte mit den Gläubigen in Modschiedel die Generalsanierung von St. Johannes Baptista.
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Erzbischof Ludwig Schick beim Einzug ins renovierte Gotteshaus von ModschiedelRoland Dietz
Erzbischof Ludwig Schick beim Einzug ins renovierte Gotteshaus von ModschiedelRoland Dietz
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An hohen Gästen lässt sich oft die Wichtigkeit von Geschehnissen erkennen. So schallte mächtiges Glockenläuten ungewohnt am Sonntagnachmittag über den Jura, um die Gläubigen zu einem außergewöhnlichen Gottesdienst einzuladen. Die Beendigung der Generalsanierung der Modschiedler Kirche St. Johannes Baptista und die Segnung des Gotteshauses wurden von Erzbischof Ludwig Schick mit einem Pontifikalamt gefeiert.

Kinder begrüßten den hohen Gast

Zusammen mit Stadtpfarrer Gerhard Möckel, Pater Josef Gibus, Pfarrer Martin Ninaparampil, Pfarrer Georg Kocheekaranveetil, Diakon Rainer Daum, Pastoralassistentin Birgit Janson, den Modschiedler Kommunionkindern und den Ministranten war Schick ins erneuerte und festlich geschmückte Gotteshaus eingezogen. Mit Blumen und einem Gedicht begrüßten die Kinder den hohen Gast.

Nur wer seine Wurzeln kennt, kann wachsen und sich neu entwickeln, heißt es in einer Modschiedler Ortschronik. Dies gab auch der Erzbischof in seiner Begrüßungsansprache den jungen Menschen mit auf den Weg. Die Erwachsenen haben die Kirche, den Mittelpunkt des Ortes, renoviert. Sie möge auch von den nächsten Generationen hochgehalten werden, sagte Schick. Heute sei besonders der Segen Gottes für das wieder erstrahlende Gotteshaus wichtig. Auf die Aussage "Vergelt's Gott" sage man in Franken "Segn's Gott". Darin sei der Dank für alles Gute und Schöne enthalten.

Kirchen seien Orte, wo Christsein lebendig werde. Gottesdreifaltigkeit wirke dort in den Sakramenten und der Eucharistiefeier. Darauf baue die katholische Kirche auf. Die Gläubigen bildeten das Fundament, ohne das nichts aufgebaut werden könne. Dies heiße auch, den Glauben als Freude zu empfinden, weiterzugeben und so Orientierung im Leben zu finden. Der Kirchenpatron Johannes zeige in seiner Darstellung auf Jesus Christus, der das Zentrum des Glaubens sei. Liebe, Güte, Hoffnung und ein gemeinsamer christlicher Lebensweg seien darin verankert.

"Für uns Christen bedeutet dies, Gemeinschaften im caritativen Sinn zu bilden und dadurch für die nächsten Generationen Vorbild zu sein", erklärte Schick. Gute und helfende Menschen in diesem Geist seien wichtig. Sie verkörperten Gottes Botschaft, die wichtiger sei als "Fake-News". "Benutzt eure Kirche, betet und feiert die frohe Botschaft von Jesus Christus. In Zeiten, in denen Seelsorgebereiche neu gestaltet werden mussten, ist dies umso wichtiger. Mit Gottes Segen sollte dies gelingen", meinte der Erzbischof.

Weismainer Bier für den Bischof

Organist Peter Herold hatte den Gottesdienst mit klassischer Musik wie "Die Himmel rühmen" von Ludwig van Beethoven oder der "Morgenstimmung" von Edvard Grieg bereichert. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Günter Herold dankte allen, die am Projekt Außen- und Innenrenovierung mitgewirkt haben, besonders Architekt Georg Schilling und allen Restauratoren, aber auch für die finanzielle Unterstützung seitens der Erzdiözese Bamberg. Durch das Zusammenwirken vieler sei aus dem Gotteshaus ein richtiges Schmuckstück geworden. Als Dank für seinen Besuch überreichte er dem Erzbischof einen Träger mit Weismainer Bierspezialitäten.

Architekt Georg Schilling erklärte auf Anfrage, dass der geschätzten Kostenrahmen bei der Außensanierung von 430 000 Euro trotz der zusätzlichen Schäden an der Trauf des Kirchenschiffs nur gering überzogen worden sei. Anders sehe es bei der Innensanierung aus: Hier lägen die Kosten derzeit bei circa 390 000 Euro. Hier seien Restauratorenarbeiten an den wurmstichigen und maroden Altären und Kirchenbänken sowie die Erweiterung der Empore dazugekommen und machten den Großteil der Mehrkosten von circa 60 000 Euro aus.

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