Lichtenfels
Stadtgespräch

Er gibt dem neuen Café seinen Namen

Moritz Glätzer ist der künftige Pächter des von vielen Lichtenfelsern ersehnten Lokals am Marktplatz. Das einstige Café Raab wird völlig neu gestaltet.
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Der künftige Inhaber Moritz Glätzer begleitet die Bauarbeiten vor Ort. Fotos: Popp
Der künftige Inhaber Moritz Glätzer begleitet die Bauarbeiten vor Ort. Fotos: Popp
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Seit vergangenen Mittwoch ist Moritz Glätzer offiziell wieder Lichtenfelser. Bei der Ummeldung im Rathaus machte er gleich einen Vorteil gegenüber seinem bisherigen Wohnort aus: "In München ist das viel aufwendiger. Da muss man sich ein Buch zum Lesen mitnehmen." Hier sei das schnell erledigt gewesen. Kurze Wege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz sind ein weiterer Vorteil seines Ortswechsels. Der 33-Jährige hat der Großstadt den Rücken gekehrt, um am Obermain sein eigenes Lokal zu eröffnen. Mit Erfahrung und einem Konzept im Gepäck. Er wird der Pächter des Cafés am Marktplatz, früher Raab, dann Korbstadtcafé, das seit der Schließung vor eineinhalb Jahren von Lichtenfelsern und Besuchern sehr vermisst wurde. Es wird seinen Namen tragen und "Café Moritz" heißen.
Zuerst habe er gezögert, als dieser Vorschlag in einer Gesprächsrunde gemacht wurde, merkt er an. Er wollte nicht angeberisch wirken. Aber schließlich fand er es doch passend, denn: "Die Leute kommen dann ja zu mir." Weil Moritz Glätzer als Chef eben auch immer da sein will - für seine Gäste und sein Team. Das muss er sich bis zur geplanten Eröffnung Anfang Herbst noch zusammenstellen. Aktuell sucht er Personal, führt Vorstellungsgespräche. Und begleitet die Baumaßnahmen. Eigentümer ist die R+G-Beteiligungs-GmbH. Dahinter stehen Robert und Günter Hofmann sowie Stefan Mehl, die ihm das Einbringen seiner Ideen bei der Raumgestaltung, Einrichtung und nicht zuletzt Küche ermöglichen.


Schuhe, wo früher Torten standen

Auf den Ebenen, wo sich bisher das Café befand, wird nichts so bleiben, wie es einmal war. In Richtung Coburger Straße, wo sich Raabs Konditorei-Verkauf befand, wird der Schuhladen von nebenan einziehen. Die Inhaberin des Schuhhauses Hofmann, Jutta Glätzer, ist Moritz' Stiefmutter. Sie überlegte sich die neue Geschäftsidee eines "Schuh-Cafés", Laden und Lokal sollen miteinander verbunden werden. Zur Hofmann-Gruppe bestehen verwandtschaftliche Beziehungen. So sei man im Frühjahr miteinander ins Gespräch gekommen, erzählt Moritz Glätzer.
Zu diesem Zeitpunkt lebte der schon seit fast 15 Jahren in der Landeshauptstadt. Dort hatte er - bei Brenner Operngrill - eine Ausbildung zum Restaurantfachmann gemacht, später als Betriebsleiter in einem der Gastro-Bereiche des Unternehmens fungiert. Zuletzt war er in gleicher Funktion in einem italienischen Lokal tätig - bis er die Chance ergriff, in Lichtenfels etwas Neues anzupacken. "Ich bin ein Praktiker", sagt Moritz Glätzer über sich, und betont, wie wichtig es ihm ist, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Ein Tagescafé soll am Marktplatz wieder entstehen, für den schnellen Espresso am Tresen genauso wie für das Zusammensitzen in größerer Runde geeignet. Und um eines der Gerüchte, die kursiert sind, zu entkräften: definitiv nicht nur für Angehörige der Hofmann-Gruppe...
An guter Nachbarschaft mit anderen Gastronomen ist dem angehenden Inhaber gelegen. "Ich möchte hier keinen Unmut stiften. Ich finde, Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt er.
Die Entscheidung, nach Lichtenfels zurückzukehren, wo er als 17-Jähriger für ein, zwei Jahre wohnte, sei ihm nicht schwergefallen. Die Stadt habe Charme, außerdem sehe er positive Impulse. "Ich liebe München, aber meine ganze Familie lebt hier. Oma und Opa in Hochstadt, meine Mutter in Bamberg", berichtet er. Sich in München ein Eigenheim zu kaufen, daran sei kaum zu denken. Und der Kontakt zu seinen Freunden hier sei nie abgerissen. Die hätten ihn natürlich bestärkt in dem Vorhaben. Einer von ihnen, Manuel Willaschek aus Burgkunstadt, wird sogar ein Geschäftspartner: Der Bäcker- und Konditormeister wird das Café mit Kuchen und Torten beliefern.
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