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Schönbrunn
Feier

Emma ist die erste Brunnennixe

Die Schönbrunner feierten ein Dorffest rund um ihren Brunnen mit einer besonderen Attraktion.
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Das mit dem huldvollen Winken hatte Emma I. bei ihrer Inthronisierung als Brunnennixe schnell raus. Fotos: Markus Häggberg
Das mit dem huldvollen Winken hatte Emma I. bei ihrer Inthronisierung als Brunnennixe schnell raus. Fotos: Markus Häggberg
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Als die vier Männer Emma Schnapp am Samstagabend hochnahmen, wusste sie wohl auch nicht so genau, was ihr da blühen wird. Aber bei einem war sich die 13-Jährige sicher: Ins Wasser geworfen würde sie nicht. "Ich kenne die alle, ich weiß, dass sie Spaß machen - aber das nicht", so die 13-Jährige gegen 21.45 Uhr mit ihren Freundinnen unter der Linde am Glockenturm sitzend. Jetzt ist sie Brunnennixe, die erste und erstmalige in Schönbrunn. Emma I., wenn man so will.

"Schö' - Schönner - Schö' brunner" - diesen eigenwilligen Komparativ trugen Helfer und Helferinnen des Dorffestes auf ihren T-Shirts. Und sie haben recht, denn Schönbrunn ist schön und zeigte sich am Wochenende von seiner besten Seite. Die besteht auch aus Geselligkeit und Zusammenhalt. Feiern hierzu haben Tradition, aber diesmal sollte etwas anders sein. Unter dem Motto "Feierabend unterm Glockenturm" sollte eine Brunnennixe gekürt werden.

Im Kreis der Blumen- und Gartenfreunde sowie der Sportfreunde Schönbrunn wurde diese Idee geboren, zwei Vereine, die auch für das Zustandekommen des Festes verantwortlich zeichneten. "Eine Feier für die Dorfgemeinschaft im Sommer", nannte Michael Schnapp das Geschehen, zu dem er an einem Stand Brutwürste briet und Überblick hatte. Was er sah, waren geschmückte Getränke- und Essensstände, waren jede Menge aufgespannter Regenschirme, die zu Beleuchtungen wurden und über dem Geschehen an Schnüren hingen, waren die Bierbänke und der eindrucksvolle Brunnen, der ans alte Pumphaus anschließt. Von diesem bzw. seiner Glocke, erhielt das Fest auch sein Motto.

Eine Ortskundeprüfung

Dass es ausgerechnet Schnapps Tochter sein würde, die da von ihren Freundinnen Anna Hess und Katharina Lieb überredet worden war, an der Wahl zur ersten Brunnennixe teilzunehmen, hätte er sich vielleicht auch nicht träumen lassen. Eigentlich war es keine Wahl, es war eher eine liebenswerte Ortskundeprüfung, welche insgesamt vier junge Frauen im Beisein der Korbstadtkönigin Alicia I. zu absolvieren hatten.

Die Fragen: Wie viele Stufen hat der Brunnen? Wie viele Schirme hängen über dem Festplatz? Was für ein Baum ist das am Brunnen? Oder: Wie viele Beine hat eine Nixe? Bei diesen Fragen zeigte Emma Schnapp den meisten Durchblick und wurde vom Platz geführt.

Aber nur, um in ein Kostüm zu schlüpfen, an welchem statt der Beine eine Flosse zu finden war. Von vier starken Männern, die mit ihren enormen blauen Perücken auch sagenhafte Brunnenbewohner sein mochten, wurde die junge Frau inthronisiert, auf den Thron gehoben und durch den Ort an die Stätte ihrer Regentschaft getragen.

Dort, im Brunnen, umgeben von Wasser, hatte man ihr eine trockene Stelle vorbehalten, während die Träger zum Vergnügen der vielen Besucher kniehoch und beschuht im Wasser standen.

"Sie wird aus der Zeitung erfahren, dass sie bei Vereinsfeiern eine tragende Rolle spielen wird", scherzte Oliver Hofmann über so etwas wie Pflichten einer Regentin. Ein Privileg stellt er ihr auch launig in Aussicht: Sie habe "am Brunnen ein Jahr Wasser frei".

Und Emma Schnapp? Die Realschülerin gab sich im Nachgang schon fast professionell im Umgang mit Medien und erklärte auf Nachfrage zu einer möglichen Titelverteidigung im kommenden Jahr: "Ein Jahr hat 365 Tage - wer weiß, was da noch alles passiert".

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