Lichtenfels
Stadtratsbeschluss

Eine neue Schule fürs Leuchsental

In manchen ländlichen Regionen werden Dorfschulen aufgegeben. Im Lichtenfelser Stadtteil Roth wird eine gebaut.
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Das Schulgebäude in Roth
Das Schulgebäude in Roth
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Anderswo werden Dorfschulen geschlossen, in Lichtenfels hat der Stadtrat ein klares Bekenntnis zum Schulstandort Leuchsental abgegeben: In den nächsten Jahren wird im Stadtteil Roth ein neues Schulhaus gebaut. Zuvor waren Schülerzahlen und mögliche Alternativen untersucht worden. Die Entscheidung für den Neubau fiel zügig und einstimmig. Lediglich zur Planung der Übergangszeit gingen die Meinungen auseinander. Letztlich setzte sich die auch von Schulleitung und Schulamt favorisierte Lösung durch.

Das Stadtbauamt hatte umfassende Vorarbeit geleistet, Grundlagen ermittelt, gerechnet, Vergleiche angestellt. Ausgangspunkt waren die beiden Häuser in Roth und Oberlangheim, die gemeinsam die Grundschule Leuchsental bilden. "Alles, was wir machen, wird von Roth aus geplant", erklärt Schulleiterin Yvonne Kern, die Organisation würde durch die zwei Standorte erschwert. In Oberlangheim wird nur noch eine Klasse unterrichtet, tatsächlich aus diesem Dorf ist in dieser gerade ein einziges Kind, wie die Rektorin wissen lässt. Die anderen 17 Schüler sind aus umliegenden Orten wie Lahm und Köttel. Auch das Schulamt hatte sich für die Zusammenlegung an einem Standort ausgesprochen.

Das Schulhaus in Oberlangheim wäre nur in der Höhe ausbaufähig, was sich im Hinblick auf das Ortsbild nicht gut machen würde, wie Stadtbaumeister Gerhard Pülz fand. Das bereits angebaute Haus in Roth wäre auf einem Nachbargrundstück erweiterbar. Allerdings käme dieser Umbau ersten Berechnungen zufolge die Stadt eher teurer als ein Neubau. Zwischen 4,9 und 5,8 Millionen Euro setzte der Stadtbaumeister für Sanierung und Erweiterung an, zwischen 4,8 und 5,7 Millionen für ein neues Gebäude, mit dem auch ein neuer Ortsmittelpunkt geschaffen werden könnte. Aus Eigenmitteln müsste die Stadt 2,9 Millionen Euro bei der Sanierung beziehungsweise 2,7 Millionen Euro beim Neubau aufbringen, wenn man die zu erwartende Förderung abzieht. Untersucht wurden auch Isling und Klosterlangheim als andere mögliche Standorte, doch erwiesen sich diese unterm Strich als weniger empfehlenswert. Die meisten der derzeit 69 Kinder kommen auch aus Roth selbst.

Defizit an Nutzfläche

Die beiden bestehenden Gebäude sind zwar gepflegt, aber nicht mehr zeitgemäß. Die vorhandene Nutzfläche - zusammengerechnet - unterschreitet um mehr als 325 Quadratmeter das Soll, das die Regierung für vier Klassen zugrunde legt. Es gibt weder einen angemessenen Sportraum noch eine Aula.

Grundsätzlich sei die Schule im Leuchsental eine, die zukunftsfähig ist und Sinn macht, betonte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) - auch, um den ländlichen Raum zu stärken.

Stolz ist man auf das eigene Umweltprofil, das die Schule in den letzten Jahren entwickelt hat. Es gibt beispielsweise ein "Waldklassenzimmer" in einer Forsthütte.

Ein Zusammenführen der beiden Standorte lässt sich schneller herbeiführen als der Schulneubau, der wohl nicht vor 2021 begonnen wird: Schon ab dem nächsten Schuljahr wird in Roth ein moderner Container für die Klasse aus Oberlangheim aufgestellt.

Auch diese Entscheidung fällte der Stadtrat letztlich geschlossen. Nach dem Einwand Roland Lowigs entbrannte hierüber zunächst jedoch eine Diskussion. Der Stadtrat der Wählervereinigung Leuchsental-Jura hatte dafür plädiert, bis zur Fertigstellung des Neubaus weiter auch in Oberlangheim zu unterrichten. Damit würde man die Kosten für den Container (120 000 Euro für vier Jahre) sparen. Die Ortssprecherin von Oberlangheim, Andrea Dinkel, unterstützte diese Forderung. Eine getrennte Abstimmung über Neubau und Interimslösung lehnte die Mehrheit jedoch ab. Das mobile Klassenzimmer in Roth, so die Argumentation, ermögliche die Umsetzung des pädagogischen Konzepts und erspare vermehrtes Hin- und Herpendeln mit Bussen.

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