Uetzing
Bauprojekt

Ein zentraler Ort für Uetzing und obere Dörfer

In Uetzing soll ein Gemeinschaftshaus gebaut werden. Der Staffelsteiner Stadtrat stimmte dem Neubau zwar zu, doch das teure Vorhaben ist umstritten. Die meisten Uetzinger wünschen sich ein solches Haus. Wie geht es nun weiter?
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Der Staffelsteiner Stadtrat hatte im September dem Bau eines Gemeinschaftshauses zwar mehrheitlich zugestimmt, doch erst nach ausführlicher Diskussion. Das Gebäude, das auf dem Areal neben dem gerade entstehenden Feuerwehrhaus errichtet werden soll, kostet rund 1,2 Millionen Euro. Auch wenn die Stadt wahrscheinlich 60 Prozent Förderung über EU-Mittel erhält, müsste sie dennoch 480 000 Euro tragen. Auf Unverständnis bei einigen Räten stieß in der Stadtratssitzung, dass rund 320 000 Euro für die Errichtung einer Hoffläche mit Stellplätzen vorgesehen sind.

Die Stadtverwaltung, sagt Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU), habe bereits 2017 einen Antrag im Eler-Förderprogramm für das Bauvorhaben beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) eingereicht. Beim Auswahlverfahren über ein Punktesystem sei die Stadt jedoch nicht berücksichtigt worden.

Entscheidung fällt im Dezember

Deshalb sei der Antrag für das Gemeinschaftshaus in diesem Jahr erneut gestellt worden, denn über das Förderprogramm erhalte die Stadt 60 Prozent Zuschuss. Sollte auch der zweite Antrag nicht berücksichtigt werden, "bewerben wir uns für eine projektbezogene Fördermaßnahme beim ALE", sagt Kohmann. Das Amt habe bereits in Aussicht gestellt, das Projekt in entsprechender Höhe zu bezuschussen. Mit einer Entscheidung, ob Eler-Mittel fließen werden, sei im Dezember zu rechnen.

Bedarf für ein solches Haus mit knapp 100 Sitzplätzen sei für Uetzing und die drei oberen Dörfer Weisbrem, Gößmitz und Serkendorf durchaus gegeben, merkt der Bürgermeister an. Die Blaskapelle Uetzing-Serkendorf brauche das Haus zur Ausbildung ihrer zahlreichen Jugendlichen, die Laienspielschar könne darin endlich wieder auftreten und große Vereinsveranstaltungen fänden hier Platz. "Wir bauen da keine zusätzliche Gastronomie auf."

Schonath-Saal war nicht zu haben

Im Vorfeld habe er alles versucht, eine andere Lösung zu finden, so Kohmann. Die Verhandlungen, den Schonath-Saal für öffentliche Zwecke nutzen zu dürfen, seien leider gescheitert. Dass nun auf einem rund 7000 Quadratmeter großen Areal zwischen Uetzing und Weisbrem, das der Stadt gehöre, auch ein Spiel-, ein Sport- und ein Festplatz entstehen werden, sei von Vorteil für die Dorfgemeinschaft. "Das soll später mal eine Einheit werden", erklärt der Bürgermeister. Erforderlich sei der neue Spielplatz, weil der bestehende Platz unterhalb des Kindergartens künftig der Kita und der Krippe zugeordnet werde.

Nicht nur in Uetzing gehe es voran, sondern auch in Wolfsdorf und Wiesen, fährt Kohmann fort. In beiden Orten seien die Standorte für die neuen Feuerwehrhäuser schon festgelegt. In Wolfsdorf laufe die Planung, in Wiesen gebe es konkrete Vorplanungen.

Eigenleistung angeboten

"Wir setzen uns dafür ein, dass es für die Stadt so günstig wie möglich wird", erklärt Stadtrat Manuel Schrüfer (FW) im Namen der Uetzinger Ortsgemeinschaft. Ähnlich wie beim Bau des Feuerwehrhauses seien die Uetzinger Bürger auch beim Gemeinschaftshaus bereit, viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit zu verrichten. Das Gebäude sei für das kulturelle Leben in Uetzing sehr wichtig. Mit einigen Angehörigen der Laienspielschar habe er sich selbst unterhalten - und die wünschten sich, einen Ort zu haben, an dem sie proben und auftreten können.

"Der Wunsch danach ist da", sagt auch Stadtrat Stefan Dinkel (CSU). Das jetzt geplante Gebäude hält er jedoch für überdimensioniert, den Saal mit rund 100 Sitzplätzen für zu groß. "In dieser Form wird's bestimmt nicht kommen", profezeit er und fügt hinzu: "Die Uetzinger wollen das, aber die kennen die Dimensionen nicht."

Saal für Musiker und Laienspieler

"Das kulturelle Leben im Ort hat nach der Schießung des Schonath-Saales massiv gelitten", sagt Elmar Kerner, der seit Jahrzehnten aktiv beim Musikverein Uetzing-Serkendorf mitwirkt. "Wir hoffen auf dieses Haus, dann haben wir einen adäquaten Probenraum", fügt er hinzu, denn die derzeitigen Räume seien Provisorien. Ein Gemeinschaftshaus würde sicher die Laienspieltradition wiederbeleben. "Warum soll ein großes und lebendiges Dorf wie Uetzing so etwas nicht bekommen?", fragt er.

Das Gebäude wäre nicht nur fürs kulturelle Leben Uetzings belebend, sondern auch für das der drei oberen Dörfer. Dieses Gemeinschaftshaus, fügt Elmar Kerner hinzu, wäre außerdem ein idealer Ort für Faschingsveranstaltungen. In den vergangenen Jahren hätten die Uetzinger nach dem Faschingszug nicht so recht gewusst, wohin sie gehen sollten. Das närrische Volk habe sich nach der Büttenrede verlaufen, weil ein zentraler Ort fehlte - das könnte sich mit diesem Haus ändern.



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