LKR Lichtenfels
Gebietsbetreuer

Ein Moderator für den Naturschutz

Auch der Landkreis Lichtenfels soll jetzt einen Gebietsbetreuer für den Naturschutz bekommen.
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Auch eine Wiesenexkursion mit Kindern gehört zum Aufgabenspektrum eines Gebietsbetreuers. Dieses Bild entstand im Nachbarlandkreis Kronach / Naturpark Frankenwald mit der dortigen Fachkraft Beate Singhartinger.    Foto: Ökologische Bildungsstätte Oberfranken
Auch eine Wiesenexkursion mit Kindern gehört zum Aufgabenspektrum eines Gebietsbetreuers. Dieses Bild entstand im Nachbarlandkreis Kronach / Naturpark Frankenwald mit der dortigen Fachkraft Beate Singhartinger. Foto: Ökologische Bildungsstätte Oberfranken
Mit geförderten Stellen ist das so eine Sache: Ohne finanzielle Unterstützung hätte man sie nicht, müsste aber auch den Eigenanteil nicht bezahlen. Also gilt es jeweils genau abzuwägen, wie wichtig der neu zu schaffende Posten erscheint. Für einen Gebietsbetreuer im Naturschutz gibt es aus dem Bayerischen Naturschutzfonds 85 % der Kosten, befristet auf drei Jahre. Die verbleibenden 15 % des Gehalts der Teilzeit-Fachkraft - ein Biologe oder Landschaftsplaner etwa - werden auf jährlich 4500 Euro geschätzt. Die Regierung von Oberfranken befürwortet die Schaffung einer solchen Stelle, und seitens des Landkreises wurde signalisiert, den Eigenanteil komplett zu übernehmen. Es wäre auch möglich, diesen anteilig den Kommunen aufzuerlegen - was allerdings den Verwaltungsaufwand erhöhen würde.
Der Landschaftspflegeverband (LPV) begrüßt die angekündigte Unterstützung. Konkret geht es darum, in der Bevölkerung um Akzeptanz für Naturschutzziele zu werben. Ein Gebietsbetreuer kann den Mountainbiker am Staffelberg ansprechen oder den ein oder anderen Hundehalter. Eine Art Ersatz-Polizei ist er nicht, hat nur beratende Funktion. Doch Verständnis für sensible Bereiche der Natur zu wecken, erscheint nicht nur Fachleuten sinnvoll. Auch die große Mehrheit des Kreisausschusses wollte sich dieser Möglichkeit nicht verschließen. Einzig Heinz Petterich (Freie Wähler) stimmte dagegen - aus prinzipiellen Gründen, da vor Jahren freiwillige Leistungen stark eingeschränkt wurden. Helmut Fischer (CSU) plädierte dafür, nicht alles in einen Topf zu werfen. Bernhard Christoph (Grüne) betonte, unberührte Natur habe einen Wert, den nicht nur Besucher zu schätzen wüssten. "Wir müssen uns darum kümmern."
Über die Hälfte der Landkreise Bayerns hat bereits einen Gebietsbetreuer; in Forchheim ist seit 15 Jahren so ein "Moderator für den Naturschutz" tätig.
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