Hausen
Neubau

Ein leuchtender Steg über den Main

Seit kurzer Zeit ist der Fußgängersteg über das Hausener Wehr fertig. Besonders schön ist er bei Nacht.
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Hunderte von LEDs verleihen dem Steg  ein urbanes Aussehen. Die Stahl-Aluminium-Konstruktion könnte sich gut in einer Weltstadt  befinden. Foto: Matthias Einwag
Hunderte von LEDs verleihen dem Steg ein urbanes Aussehen. Die Stahl-Aluminium-Konstruktion könnte sich gut in einer Weltstadt befinden. Foto: Matthias Einwag
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Diese Brücke ist ein Hingucker. Vor allem abends und in der Nacht. Hunderte von LED-Leuchten illuminieren das Bauwerk aus Aluminium und Stahl, das auf rund 170 Metern Länge den Main am Wasserkraftwerk Hausen überspannt. Die Beleuchtung verleiht der Brücke großstädtisches Flair. Diese sanft geschwungene Konstruktion könnte ebenso in London oder New York stehen - in Hausen vermutet wohl kaum jemand ein solches Bauwerk.

Eigentlich ist es gar keine Brücke, sondern ein Fußgängersteg. Zwei Meter breit ist der Gehweg, der über den angestauten Main führt. Seit 1934 besteht an dieser Stelle ein Wasserkraftwerk, dessen Staumauer von einem Fußgängersteg überbrückt wird.

Rund ein Jahr Bauzeit

Der Betreiber des Kraftwerks, die Städtischen Werke/Überlandwerke Coburg (SÜC), modernisierten die Wehranlage und den Steg zwischen Mai 2018 und April 2019 für insgesamt rund 4,9 Millionen Euro. Nach 84 Jahren sei die Bausubstanz der Anlage schadhaft gewesen, weshalb eine Sanierung erforderlich wurde, sagt Stefan Schneidawind von der SÜC. Das Teure dabei sei nicht der Steg gewesen, der etwa eine halbe Million Euro kostete, sondern der Neubau der Wehranlage mit Rechenreinigern und kompletter Hochwasserabführung. Hinzu kam außerdem ein Aalabstieg, der das Stauwehr für Tiere durchlässig macht.

Die beiden neuen Schlauchwehre - 20 und 28 Meter lang - basieren auf einer bewährten Technik: Wasser wird in die Schläuche gepumpt, die sich je nach Füllmenge wölben und die Anstauhöhe regeln. Zur Zeit fließen rund 13 Kubikmeter Mainwasser pro Sekunde am Steg vorbei sowie durch die Turbinen des Kraftwerks. Der Wasserstand des Mains, erklärt Stefan Schneidawind, sei nach zwei trockenen Sommern sehr niedrig für die Jahreszeit. Im Hochsommer, fährt er fort, könne es bei langanhaltender Trockenheit sogar vorkommen, dass nur vier Kubikmeter pro Sekunde abfließen. Bei einem Jahrhunderthochwasser werde damit gerechnet, dass rund 1000 Kubikmetern pro Sekunde ablaufen.

Genutzt wird der Steg vor allem von Wanderern und Spaziergängern. Auch Wallfahrer, die unterwegs sind nach Vierzehnheiligen, nutzen diesen Weg. Radfahrer werden jedoch gebeten, aus dem Sattel zu steigen und ihren Drahtesel über den Steg zu schieben. "Huftiere wollen wir darauf gar nicht haben", sagt Stefan Schneidawind, weil zum Beispiel eine über den Steg getriebene Schafherde den Bodenbelag zu sehr verschmutzen würde.

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