Bad Staffelstein
Wetter

Ein Juli mit vielen Sonnenseiten

Er war teilweise zu heiß, fast durchgängig zu trocken. Doch am Ende kamen alle trotzdem ganz gut durch den Monat, auch die Landwirte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die meisten Getreidefelder sind schon abgeerntet. Der heiße Sommer ließ das Korn auf dem Feld schneller reifen. Foto: Tobias Kindermann
Die meisten Getreidefelder sind schon abgeerntet. Der heiße Sommer ließ das Korn auf dem Feld schneller reifen. Foto: Tobias Kindermann

Die Regenfront, die gestern durch den Landkreis zog, war der freundliche Abschluss eines Juli, der in vieler Hinsicht bemerkenswert war. Denn er gab sich in den ersten zwei Dritteln relativ kalt, erst am 20. Juli kletterte die Durchschnittstemperatur dauerhaft auf über 20 Grad. Dann folgten ein paar heiße Tage, zwischen dem 24. und 26. Juli lagen die mittleren Temperaturen bei 28 Grad und höher.

So heiß war es in einem Juli am Obermain nie, der Rekord liegt bei 29 Grad im Durchschnitt am 25. Juli. Gegen 15 Uhr verzeichnete die Wetterstation in Bad Staffelstein einen Wert von 37,4 Grad. Obwohl es solche Spitzentemperaturen ein Jahr zuvor nicht gab, präsentierte sich der Juli 2018 von seiner mittleren Temperatur her mit 21,2 Grad höher. Das lag an den konstant warmen Tagen. Auch die Sonnenstunden blieben unerreicht hoch: 306 Stunden waren es - mehr als doppelt so viel als etwa im trüben Juli 2007, als man auf 144 Stunden kam. Dafür regnete es damals viel: 131,4 Liter pro Quadratmeter. Das wurde nur 2017 übertroffen, als der Wert bei 168,1 Liter pro Quadratmeter lag. Heuer sind es 37,9 Liter gewesen.

Blick man bis 2007 zurück, gab es fünf Jahre mit sehr regenreichen Julis, bei denen mehr als 100 Liter pro Quadratmeter fiel und vier, die mit teilweise deutlich weniger als 50 Litern pro Quadratmeter sehr trocken waren. Der bundesdeutsche Schnitt liegt bei 78 Liter. Mit 38,5 Litern pro Quadratmeter war es heuer zumindest nicht ganz so trocken wie im Dürrejahr 2018, als gerade einmal 25,7 Liter zusammenkamen.

Und gemessen daran ist auch die Landwirtschaft noch einmal etwas besser davongekommen als zu befürchten war. Die Hitzeperiode Ende Juni ließ das Getreide auf den Feldern schnell reifen, im Juli konnte dann zügig geerntet werden. "Wir sind in diesem Jahr mit der Ernte etwas früher dran", sagt Hans-Jürgen Rebelein, Geschäftsführer des Bauernverbandes Coburg/Lichtenfels. Die Erträge lägen mit Sicherheit unter dem allgemeinen Durchschnitt, doch angesichts des heißen und sehr trockenen Wetters sei man nicht unzufrieden. Je früher eine Getreideart reif gewesen sei, umso besser sei auch der Ertrag gewesen.

Was jetzt fehle, sei noch etwas Regen, damit man die so genannten Zwischenfrüchte ausbringen könnte. "Das haben im vergangenen Jahr viele Landwirte gemacht." Aber aufgrund des ausbleibenden Niederschlags sei 2018 kaum etwas aufgegangen. Jetzt steht auf den Feldern überwiegend nur noch der Mais, der Trockenheit ganz gut bewältigen kann: "Der sieht dann manchmal etwas wild aus, aber er hält sich gut."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren