Redwitz
Einweihung

Ein Haus für alle in Redwitz

Der lange Weg hat sich gelohnt. Am Samstag wird gemeinsam die Einweihung des Bürgerhauses gefeiert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Am Dienstag entstand dieses Aufnahme, als mit Hochdruck auf die Einweihungsfeier hingearbeitet wurde. Fotos: Ramona Popp
Am Dienstag entstand dieses Aufnahme, als mit Hochdruck auf die Einweihungsfeier hingearbeitet wurde. Fotos: Ramona Popp
+2 Bilder

Für den ersten runden Geburtstag ist das neue Bürgerhaus bereits reserviert. Und das, obwohl die Einweihung noch bevorsteht. Der Neubau hat offenbar schon Eindruck gemacht, man beschäftigt sich in Redwitz ja auch seit langem damit. Ab 2011 fanden Workshops statt, Haushaltsbefragungen, trafen sich Arbeitsgruppen. Wie wollte man die Ortsmitte wieder zu einem lebendigen Mittelpunkt machen, wie die städtebaulichen Missstände der Vergangenheit beseitigen? Die Bürger waren eingebunden, und bald kristallisierte sich der Wunsch nach einem Haus, das alle nutzen konnten, heraus. Ein Haus für Vereine ohne Vereinsheim, eine Begegnungsstätte, ein Gemeinde-Zentrum im wahrsten Sinne des Wortes. Der Marktplatz hatte durch Entwicklungen in den vergangenen Jahrzehnten seine Funktion als Treffpunkt verloren. Genau so einer fehlte.

Das Gebäude des früheren Korbhändlers Gutmann stand leer und rückte in den Fokus, wurde 2014 von der Gemeinde gekauft. Allerdings stellte sich in einer Untersuchung heraus, dass ein vollständiger Neubau günstiger als eine Sanierung wäre. Die Entscheidung für einen Abriss fiel nach Abstimmung mit der Regierung von Oberfranken, die auch den dann angesetzten Architektenwettbewerb unterstützte. Aus 13 eingereichten Arbeiten wurde der Entwurf für den ersten Preis ausgewählt, der schließlich umgesetzt wurde. Von außen lehnt sich dieser stark an die Silhouette an, die man von historischen Aufnahmen her kannte. Der einstige Charme war allerdings durch den Einbau großflächiger Fenster mit schwarzen Rahmen sowie graue Fließen am Sockel der Fassade verloren gegangen. Das erfolgreiche Nürnberger Architektenteam ging beim Wiederaufbau also ein wenig zurück auf Anfang, nur eben mit heutigem Standard. Das neue Bürgerhaus "stellt a bissl was dar", sagt Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) mit dem gewissen Understatement, das man im Fränkischen gern einsetzt, wenn man auf etwas richtig stolz ist. Es gibt einen Saal für 120 Leute mit angeschlossener Küche, einen kleineren Vereinsraum und ein Büro. Alles barrierefrei. Im ersten Stock werden künftig Jugendliche ihren Treffpunkt haben. Die Nutzung des Hauses wird vielfältig sein, da ist der Bürgermeister zuversichtlich. Und für die örtlichen Vereine übrigens kostenfrei.

Rund 500 000 Euro Eigenmittel

Die Aufwertung des Redwitzer Ortskerns werde weitergehen, fügt Mrosek hinzu. Im kommenden Frühjahr soll die Platzgestaltung abgeschlossen sein, danach will man sich an den Kirchberg machen. Jetzt aber wird erst einmal das in zweijähriger Bauzeit Geschaffene gefeiert. Möglich gemacht haben das Fördermittel in einem Prozentsatz, nach dem man sich die Finger lecken würde, wie es der Bürgermeister formuliert. Anders ausgedrückt: Von den knapp drei Millionen Euro, die das neue Bürgerhaus summa summarum kostet, muss Redwitz selbst "nur" rund 500 000 Euro aufbringen. Eines der verschiedenen zum Tragen gekommenen Förderprogramme von Bund und Land heißt übrigens "Soziale Integration im Quartier". Es zielt darauf ab, allen Bevölkerungsgruppen die Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen und den Zusammenhalt zu stärken. In Redwitz, wo es einen relativ hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund gibt und der Bau einer Moschee in Planung ist, wird auch die Einweihung so gefeiert, dass dieser Aspekt Berücksichtigung findet: mit "Ochs am Spieß" - ohne Schweinefleisch.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren