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Grundfeld
Hobby

Ein Geländewagen fürs Wohnzimmer

Michael Popp baute den seltenen Roadless Rover im Maßstab 1:8,5 nach. Weil es dafür keine Pläne und erst recht keinen Bausatz gibt, machte er sich selbst ans Werk. Er erstellte am Computer ein 3D-Modell und schuf die Einzelteile handwerklich.
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Michael Popp zeigte seinen  Roadless Rover im Maßstab 1:8,5   im Vorgarten seines Hauses in Grundfeld. Foto: Matthias Einwag
Michael Popp zeigte seinen Roadless Rover im Maßstab 1:8,5 im Vorgarten seines Hauses in Grundfeld. Foto: Matthias Einwag
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Der Roadless Rover ist selbst vielen Offroad-Freaks nicht bekannt. Kein Wunder, denn von dem britischen Geländewagen wurden 1964 etwa 20 Exemplare hergestellt. Bis heute haben nur sechs überlebt. Vornehmlich Forstverwaltungen orderten damals dieses hochbeinige Vehikel, weshalb es auch den Namen Forest Rover trägt.

Michael Popp baute nun einen solchen "Roadless 109" im Maßstab 1:8,5 nach. Einen Bausatz für dieses seltene Fahrzeug gibt es natürlich nirgends, so dass der 42-Jährige die Baupläne selbst entwickeln und die Einzelteile anfertigen musste.

"Ich bin Landrover-Fan"

Der Grundfelder ist zeitlebens fasziniert von Geländefahrzeugen. Einen echten Unimog hatte er bereits und einen Landrover Defender ebenso. Der Defender musst leider verkauft werden, als er 460 000 Kilometer auf dem Tacho hatte. "Ich bin Landrover-Fan", sagt Michael Popp. Als seine Frau den bulligen Roadless Rover zufällig im Internet entdeckte, war ihm klar: "Dieses robuste Fahrzeug muss ich nachbauen."

Einen Fertigbausatz gab es nirgends. Also beschloss Michael Popp, zunächst ein dreidimensionales Modell dieses Fahrzeugs mit einem speziellen Computerprogramm zu erstellen. Er hatte sich aus dem Internet die Abmessungen des Rover besorgt und rechnete die britischen Zoll-Maße auf Zentimeter um und auf den Maßstab 1:8,5 herunter.

Mit PC und 3D-Drucker

Dann ging's ans Arbeiten im Detail. "Ich hab' da alles reingebaut, was der echte auch hat." Die Räder gab es freilich nicht im Handel. Also fertigte Michael Popp selbst eine Form für die Reifen an und goss sie mit Kautschuk aus. Die Felgen entwarf er virtuell am Computer und realisierte sie mit einem 3D-Drucker. Aus dem 3D-Drucker kamen dann auch all die filigranen Kleinteile wie Scheibenwischer und Türscharniere. Als Antrieb beschaffte Michael Popp einen handgewickelten Elektromotor. Diesen setzte er auf den selbstgefertigten Rahmen. Das Chassis hatte er aus vier Millimeter starkem Stahlblech ausgeschnitten und zusammengeschweißt. Achsen, Blattfedern, Getriebe und Antriebswellen passte er maßstabsgerecht ein. Die Blechteile der Karosserie - etwa das Führerhaus und die Kotflügel - wurden von ihm aus Blechtafeln herausgeschnitten und abgekantet. Rund 100 Arbeitsstunden für Planung, Beschaffung und Erstellung der Einzelteile sowie Zusammenbau musste Michael Popp insgesamt aufwenden.

Modell mit vielen Details

Herausgekommen ist ein 6,5 Kilogramm schweres, voll geländegängiges Modell, das mit einer Fernsteuerung manövriert wird. Selbst die zugkräftige Seilwinde ist voll funktionsfähig. Viele Details zeichnen den Forest Rover aus: Der Fahrer bewegt seinen Kopf analog zum Lenkradeinschlag und auf dem Beifahrersitz hat ein Hund Platz genommen. Damit der Rover nicht wie ein Museumsstück aussieht, mixte Michael Popp eine Rostfarbe aus Eisenpigmenten trug sie an etlichen Stellen auf.

Eine Kleinserie ist geplant

Jetzt, da das erste Modell fertig ist, denkt Michael Popp darüber nach, eine Kleinserie des Roadless Rovers zu bauen. Die Vorarbeiten fürs erste Modell und die Tüftelei am PC falle nun weg, so dass er wohl keine 100 Stunden mehr fürs Herstellen eines zweiten und dritten Forest Rovers mehr brauchen würde, schätzt er. Das Material sei jedoch nicht ganz billig, folglich würden die Modelle schon einen gewissen Preis haben. Wie teuer so ein kleiner Rover genau sein wird, kann Michael Popp jedoch noch nicht sagen.

Auf die Nachfrage ist er selbst gespannt, wenn er die Automodelle bei Ebay anbietet. Wie viele solcher Liebhabermodelle er wohl bauen wird? Es darf spekuliert werden, ob seine Kleinserie einmal die Zahl vorhandener Originalfahrzeuge übersteigt.

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