Birkach
Rosentag

Ein Dorf im Rosen-Rausch

Birkach bereitet sich seit langem auf den Pfingstsonntag vor. Tausende Besucher werden erwartet.
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Wenig Bodenfläche für vergleichsweise viel Blütenpracht: Rosenbüsche in Birkach, aufgenommen im vergangenen Jahr Foto: Gerhard Elflein
Wenig Bodenfläche für vergleichsweise viel Blütenpracht: Rosenbüsche in Birkach, aufgenommen im vergangenen Jahr Foto: Gerhard Elflein
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In den letzten Wochen vor dem großen Tag muss an Vieles gedacht werden. Und immer dreht es sich um Rosen. Noch mal hacken und die Schildchen der Neuanpflanzungen entfernen, Info-Tafeln aufstellen. "Es fällt einem immer noch was ein", sagt Erika Elflein. Die Vorsitzende der Gartenfreunde Birkach hat aus einem Stoffrest mit Rosendruck Wimpel genäht, die im Wind flattern. So ist ein weiteres, liebevolles Schmuck-Detail für den großen Tag an Pfingsten entstanden. Doch bis dahin, da sind alle Mitstreiter zuversichtlich, werden auch die echten Rosen, derzeit zumeist noch im Knospenzustand, aufgeblüht sein. "Die Blüte kommt", versichert Kreisfachberater Michael Stromer, der eng in die Vorbereitungen für den Rosentag eingebunden ist.

Im Grunde hat das Dorf seit Jahren darauf hingearbeitet. Prächtige Rosen gab es schon beim Kreisgartentag 2010 dort zu sehen, doch es kamen noch mehr dazu. Bei jeder Jahreshauptversammlung der Gartenfreunde gibt es als Preis eine Rosenpflanze zu gewinnen. Die Begeisterung für die vielfältigen Sorten mit imposanten Namen wie Innocencia, Grande Amore, Gloria Dei oder "Gruß an Bayern" wirkte anscheinend ansteckend. Mittlerweile kann der Verein 25-jähriges Bestehen feiern, und es gibt mehr Rosen als Einwohner. Das Verhältnis liegt bei 2:1. "Und dabei haben wir nur die gezählt, die man von der Straße aus sehen konnte", erläutert Erika Elflein das Ergebnis eines Rundgangs.

Ein solcher lohnt sich für Rosenfreunde in Birkach auf jeden Fall, findet Michael Stromer. Es gebe dort sehr viele und schöne Gestaltungen zu sehen, und man könne sich entsprechende Anregungen holen. Fachlichen Rat außerdem, denn beim Rosentag werden auch ein Rosenzüchter aus Norddeutschland sowie eine heimische Gärtnerei vertreten sein; letztere mit dem Schwerpunkt Begleitpflanzen. Die stolzen Rosenbesitzer werden sicherlich im Gespräch gern den ein oder anderen Tipp zur Pflege geben. Keine Sorge vor zu viel Fachsimpelei und überbordendem Arbeitsaufwand: "Die gehen da sehr pragmatisch vor", sagt der Kreisfachberater. Und das gefällt ihm. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege war gleich mit im Boot, als die Großveranstaltung beschlossen wurde. Sie ist heuer gleichzeitig der "Tag der offenen Gartentür", zu dem andernorts im Freistaat erst am 30. Juni eingeladen wird. Doch erstens wollte man sich durch mehrere Veranstaltungen nicht selbst Konkurrenz machen, und zweitens erschien der frühere Termin sinnvoller, um möglichst die volle Rosenblüte zeigen zu können. Mit wie vielen Besuchern gerechnet wird? "Zwischen 3000 und 5000", schätzt die Vorsitzende des Gartenbauvereins. Das wären dann etwa halb so viele, wie vor neun Jahren beim Kreisgartentag. Eine Last hat man abgegeben: Für die Verpflegung wurden professionelle Stände gebucht.

Auch das Rahmenprogramm ist - neben Kinderspielen und einem Flohmarkt zugunsten der Jugendgruppe "Gartenzwerge" - reich an Rosen: Da werden Rosenmärchen erzählt, der Männergesangverein "Liederhort" und die Birkacher Musikanten haben Rosenlieder einstudiert, die Scheune der Familie Schmidt wird zum "Rosencafé" umfunktioniert und Karin Braun und Kerstin Schmidt von der Umweltstation des Landkreises stellen "dufte" Verarbeitungsmöglichkeiten von Rosen vor. Flechtwerkgestalterin Gitti Klitzner zeigt, wie aus Weidenrinde Rosenblüten entstehen - haltbare Erinnerungsstücke, die auch noch im Winter erfreuen werden.

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