Ebensfeld

Ebensfelder Feuerwehr ist umgezogen

Am Wochenende hat die Freiwillige Feuerwehr Ebensfeld ihren Standort gewechselt. Künftig kommt vom neuen Feuerwehrhaus aus Hilfe.
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Schlüsselübergabe mit (von links) Bürgermeister Bernhard Storath, Kommandant Georg Gäbelein und Rainer Dinkel von der Lichtenfelser Wehr.  Andreas Welz
Schlüsselübergabe mit (von links) Bürgermeister Bernhard Storath, Kommandant Georg Gäbelein und Rainer Dinkel von der Lichtenfelser Wehr. Andreas Welz
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Der vergangene Samstag wird in die Geschichte des Marktes Ebensfeld eingehen: als Tag des Umzugs vom alten in das neue Feuerwehrhaus samt Überstellung der landkreiseigenen 30-Meter-Drehleiter. Etwas wehmütig blickten die Brandschützer auf ihr Domizil in der Ortsmitte zurück, das sie 33 Jahre liebgewonnen hatten. Dort machte die Jugend ihre ersten Schritte zum Dienst am Nächsten, von dort rückten die Aktiven zu Bränden, Unfällen oder Überschwemmungen aus, retteten Menschen, Tiere und Sachwerte. Dort wurden die großen Feste in der Marktgemeinde vorbereitet. Die räumliche Enge, die schwierige Ausfahrt in der Unteren Straße, machte ein neues Gebäude notwendig. Jetzt sind die rund 90 Feuerwehrleute in ein modernes und geräumiges Gerätehaus umgezogen.

"Heute ist ein historischer Tag", jubelte Bürgermeister Bernhard Storath (CSU). "Wir haben es gut über die Runden gebracht", blickte er auf eine fast vierjährige Planung und Bauzeit zurück. Einstimmig habe seinerzeit der Gemeinderat das 2,5-Millionen-Projekt befürwortet, zum Schutz und der Sicherheit der Bevölkerung und der umliegenden Gemeinden. Am Freitag, 9. November, finde die offizielle Einweihung statt, bei der Landrat Christian Meißner (CSU) die Drehleiter der Ebensfelder Wehr anvertrauen werde.

Bereits am vergangenen Freitag begann der Umzug von Geräten und Ausrüstungsgegenständen, die für einen schnellen Einsatz nicht unbedingt erforderlich sind. Ab neun Uhr am Samstag packten die Feuerwehrmänner- und Frauen ihre Schutzanzüge in die Autos. Pünktlich um zehn Uhr rollten die Fahrzeuge aus den Toren. Unsere Zeitung erkundigte sich bei den Nachbarn, ob sie jetzt froh seien, wenn sie nachts nicht mehr vom Tatütata geweckt werden. Lydia Wendler aus der Unteren Straße machte deutlich: "Ich habe mich nicht gestört gefühlt, die Feuerwehr gehört dazu". Nachbar Hans Wolfgang Baumann fand gar etwas Beruhigendes daran, die Feuerwehr ausrücken zu hören: "Wir wussten, sie ist für uns da."

Um 11 Uhr fand im neuen Feuerwehrhaus ein Gesamtappell statt. Kommandant Georg Gäbelein informierte über die Abgasanlage, die automatischen Tore, die Schlauchpflegeanlage und die Ausrückordnung. Den Einsatz der Drehleiter bei überörtlichem Alarm behandelte er ausführlich. Bei Bränden müsse stets das Tanklöschfahrzeug dabei sein, bei Einsätzen auf der Autobahn das Mehrzweckfahrzeug. Er begrüßte vier neue Kameraden und kündigte den Besuch von Kinderkrippe und - garten am 12. und 13. November an. Um 12 Uhr rollte die Lichtenfelser Feuerwehr mit der Drehleiter an. Die ohrenbetäubenden Martinshörner begleiteten den Einzug der PS-starken Kolonne. Dann übergab Maschinist Rainer Dinkel dem Kommandanten und Bürgermeister Storath in einer feierlichen Zeremonie die Fahrzeugschlüssel. Bratwürste brutzelten auf dem Rost, und das Ereignis wurde schon einmal inoffiziell gefeiert.

Insgesamt 13 Drehleitermaschinisten können die Drehleiter mit Korb bedienen. Sie wurden im Feuerwehrhaus Burgkunstadt, wo eines der drei Fahrzeuge steht, intensiv geschult. Unter ihnen die einzige Drehleitermaschinistin im Landkreis, Kerstin Raab aus Ebensfeld. "Wir hatten im September von Freitag bis Sonntag eine realistische Übung", sagte sie unserer Zeitung. Den Führerschein 2. Klasse hätte sie schon bei der Feuerwehr gemacht. "Am Anfang hatte ich großen Respekt, jetzt bin ich stolz über die mir übertragene Aufgabe." Drei Maschinisten seien für die Bedienung des Hubrettungsfahrzeug erforderlich. Egal ob enge Straßen, parkende Autos, üppiges Stadtgrün - die Einsatzorte seien so unterschiedlich wie die Anforderungen.

Um 15 Uhr ertönten erneut die Alarmsirenen - dieses Mal für eine Übung bei IBC-Solar in Unterneuses.

Es galt, einen Brand im Gebäude zu löschen und verletzte Personen zu retten. "Den Job erledigten die Frauen und Männer perfekt", lobte Einsatzleiter Sebastian Dorsch, Kommandant der Feuerwehr Unterneuses. Eine Besonderheit der Übung war die zusätzliche Löschwasserversorgung aus dem Main. Von dort wurde eine kilometerlange Schlauchleitung gelegt. "Bei der extremen Trockenheit ist unser Feuerlöschteich fast leer", erläuterte Gerlinde Witzgall von IBC-Solar. An der Großübung nahmen die Wehren aus Unterneuses, Dittersbrunn, Wiesen, Lichtenfels, Birkach, Kleukheim, Niederau, Unterzettlitz und Ebensfeld mit rund 70 Feuerwehrleuten teil.

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