Ebensfeld
Infrastruktur

Ebensfeld soll günstiger leuchten

Eine halbe Million Euro wird die Umstellung der Straßenlampen auf LED kosten. Das rechnet sich schnell.
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In der Viktor-von-Scheffel-Straße kann man die zu Testzwecken montierten Leuchten sehen. Fotos: Tobias Kindermann
In der Viktor-von-Scheffel-Straße kann man die zu Testzwecken montierten Leuchten sehen. Fotos: Tobias Kindermann
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Wer erleben will, wie Ebensfeld künftig leuchten könnte, wird das noch einige Tage in der Viktor-von-Scheffel-Straße sehen. Dort sind zu Testzwecken verschiedene Straßenlampen montiert worden. Alle besitzen LED-Technik und sehen sich von außen sehr ähnlich. Wie eine rechteckige, flache Schachtel sitzen sie oben auf den Laternenmasten. Erst wenn man nah herangeht, fallen einem kleine Unterschiede auf. Einige sind schmaler, einige besitzen ein sichtbares Drehgelenk. So richtig deutlich wird das aber erst, wenn man sie direkt nebeneinander auf dem Boden liegen sieht, wie es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates geschah. Dort stellte Dominik Böhlein vom Ingenieurbüro "Energievision" mehrere verschiedene Versionen vor und erläuterte die Unterschiede.

Praxistest im Dunkeln

Doch am Tag sind alle Lampen dunkel und so gingen die Gemeinderäte später Richtung Viktor-von-Scheffel-Straße, um sie bei der Arbeit zu sehen - in der Nacht. Dort stellte sich schnell heraus, dass nicht ein Datenblatt, sondern die Art, wie eine Lampe die Umgebung ausleuchtet, den Ausschlag gibt. Denn da zeigten sich schnell Unterschiede. Einige schienen mehr zu blenden, andere besaßen kein ganz ideales Leuchtfeld. Die Lampe eines regionalen Anbieters aus der Nähe von Hof wurde schnell der Favorit der Gemeinderäte, es ist die zweite aus Richtung der Prächtinger Straße gesehen.

Auf der Basis der Besichtigung wird nun eine Ausschreibung konzipiert, bei dem die Gemeinde von "Energievision" unterstützt wird. Die Entscheidung, die Straßenleuchten auf LED-Technik umzurüsten, hatte der Gemeinderat im Dezember 2018 getroffen. Das voraussichtliche Investitionsvolumen ist mit rund einer halben Million Euro nicht gerade gering. Über 1100 Lampen gibt es im Gemeindegebiet. Doch das Einsparpotenzial ist groß. Nach etwa sechs bis sieben Jahren hat sich die Ausgabe gerechnet, danach wird gespart. Die LEDs leben länger, was auch für geringere Wartungskosten sorgt und kommen mit weniger als einem Viertel des Stroms aus, den die bisherigen Lampen verbrauchen. Zudem besitzen sie weniger Streulicht, Häuser neben der Straße werden etwa deutlich weniger angestrahlt. Zudem haben Versuchsreihen ergeben, dass von warmweißen LEDs, alle Typen in der Straße erfüllen diese Maßgabe, am wenigsten Insekten angezogen werden, etwa nur ein Fünftel im Vergleich zu Quecksilberdampf-Hochdrucklampen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte in Ebensfeld mit der Umrüstung Mitte 2020 begonnen werden. Was gab es sonst noch im Gemeinderat? Mit Christina Keller gibt es nun eine weitere Standesbeamtin in der Gemeinde. Zudem will die Gemeinde die Telekom unterstützen, im Rahmen der Aktion "Wir jagen Funklöcher" Mobilfunklücken zu schließen.

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