Ebensfeld
Natura 2000

Ebensfeld: Neue Stelle Gebietsbetreuerin für Obermain-Jura - Was macht Rebekka Mayer

Rebekka Mayer ist die neue Gebietsbetreuerin Obermain-Jura im Landkreis Lichtenfels. Sie ist für die Messung und Protokollierung, für die Öffentlichkeitsarbeit sowie das Konfliktmanagement zuständig.
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Seit einem Monat wird die Main-Insel von Ziegen entbuscht. Früher waren Rinder dafür zuständig - Ziegen sind aber wasserscheuer und trauen sich nicht über den Main.  Foto: Sarah Stieranka
Seit einem Monat wird die Main-Insel von Ziegen entbuscht. Früher waren Rinder dafür zuständig - Ziegen sind aber wasserscheuer und trauen sich nicht über den Main. Foto: Sarah Stieranka

Wer Natur sucht, braucht im Landkreis Lichtenfels nicht lange zu suchen. Hier findet sich die komplette Bandbreite von Felsen über Trockenrasen bis hin zu Flüssen. Doch diese Gebiete sind nicht nur schön zum Anschauen, sie müssen auch geschützt werden. Hierfür hat die Europäische Union "Natura 2000" eingeführt - ein Biotopverbund-Netz, in dem die Fauna-Flora-Habitat-Gebiete und die Vogelschutzgebiete zusammengefasst werden.

Doch es braucht nicht nur einen Namen für diese besonderen Gebiete, sondern auch eine Person, die sich darum kümmert. Seit Anfang Juli hat der Landkreis Lichtenfels eine solche Person: Rebekka Mayer ist die neue Gebietsbetreuerin für das Gebiet Obermain-Jura. Die Stelle wurde neu geschaffen. "Ich habe den schönsten Beruf, den es gibt. In der Stellenbeschreibung stand, ich arbeite dort, wo andere Urlaub machen. Und das ist auch so", freut sich die 27-Jährige.

Und für diese "Natura 2000"-Gebiete muss Rebekka Mayer nun Öffentlichkeitsarbeit betreiben. "Ich werde beispielsweise Führungen anbieten und Akteure treffen." Mit den Führungen soll keine Konkurrenz zu bereits vorhandenen Angeboten im Landkreis Lichtenfels geschaffen werden, sondern: "Ich möchte einfach eine Zusammenarbeit anbieten."

Schlichter zwischen Parteien

Eine weitere Aufgabe wird das Konfliktmanagement sein. Sollte es zu Unstimmigkeiten zwischen Landwirten und Naturschützern oder anderen Gruppen kommen, kann Rebekka Mayer als neutrale Ratgeberin hinzugezogen werden. "Der Vorteil ist, ich bin von keinem Verband und von keiner Behörde. Ich verfolge somit keine Interessen", erklärt sie.

Und als Ratgeberin scheint die 27-Jährige wie geschaffen. Ihrem Biologiestudium hat sie eine zweijährige Landwirtschaftslehre angeschlossen - sie kennt sich somit hervorragend mit den Problemen und Wünschen der Landwirtschaft sowie des Naturschutzes aus.

Tierzählung und Entwicklung

Aber auch das Monitoring steht auf der To-Do-Liste der neuen Gebietsbetreuerin. Und so hält sie beispielsweise die Entwicklung von Flächen fest und regt Tierzählungen an.

Doch bevor sie sich ihren ganzen Aufgaben widmen kann, muss Rebekka Mayer am Anfang vor allem eins machen: sich überall vorstellen.

"Nach drei Wochen kamen die ersten auf mich zu. Es ist eine Chance, um an alle Akteure heranzukommen." Aber nicht nur die möchte die Gebietsbetreuerin für das "Natura 2000"-Gebiet sensibilisieren. Auch die Arbeit mit Touristen und Jugendlichen strebt sie an. "Da wo Leute sind, können Probleme entstehen. Aber die Natur ist nichts, wo man den Menschen aussperren müsste." Im Gegenteil: Indem sie Interessierte die Natur im Landkreis Lichtenfels mit allen Sinnen erleben lässt, hofft sie, dass ein Miteinander geschaffen wird.

"Ich möchte das Auge der Menschen schulen für die Schönheit der Natur." Der Unterschied zu bisherigen Angeboten: "Der Fokus lag nicht auf Natura 2000. Es wurde nicht vermittelt, dass es sich um diese Gebiete handelt. Ich möchte das streuen und das Interesse daran wecken."

Rebekka Mayers Wunsch ist es, dass die Menschen eines Tages das Logo von "Natura 2000" erkennen und sofort ahnen: Hier wächst oder ist etwas Besonderes.



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