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Ebensfeld
Projekt

Dreiteiliges Mammutprojekt: Millionenschwere Neuplanung für Kutzenberg vorgestellt

GeBO-Vertreter stellten dem Gemeinderat die millionenschwere Neuplanung für Kutzenberg vor. Mit Gebäudefächern sollen kurze Wege und bessere Arbeitsabläufe geschaffen werden.
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Quelle: Architekturbüro Beeg Lemke München
Quelle: Architekturbüro Beeg Lemke München

Die Vorstellung der Neubaupläne des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg bildete den Auftakt bei der Ebensfelder Gemeinderatssitzung. Nach all den Querelen aufgrund der Schließung von Teilbereichen, sieht die Marktgemeinde die Pläne wohlwollend als wichtiges Zeichen der Stärkung des Klinikstandorts. In den Plänen wird ein Investitionsvolumen von rund 140 Millionen Euro vorgesehen.

Zwei Bauabschnitte sind geplant. Der erste Abschnitt betrifft die psychiatrischen Stationen mit 178 Betten. Weitere 100 Betten umfasst der somatische Bereich mit Rheumatologie und Pneumologie. Als Standort wurde ein verfügbares Areal im Bereich des ehemaligen Orthopädie-Gebäudes (Haus 11) gewählt. Die Sitzung bot Gremium und auch der Bevölkerung die Gelegenheit, sich nun ein konkreteres Bild von den Planungen zu machen.

"Wir schauen jetzt nach vorne", sagte Bürgermeister Bernhard Storath. "Als größter Arbeitgeber liegt uns die Entwicklung des Bezirksklinikums freilich am Herzen." Storath sehe den geplanten Neubau als wichtiges, positives Signal für Kutzenberg.Der Bürgermeister begrüßte Katja Bittner, leitende Vorsitzende des Kommunalunternehmens "Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken" (GeBO). Auch Thomas Kallert, ärztlicher Direktor der GeBO, Werner Roder als Geschäftsleiter der Bezirksverwaltung Oberfranken sowie der zuständige Facility-Manager Timo Stumpf und Udo Lemke vom Münchner Architekturbüro Beeg Lemke waren vor Ort.

Notwendigkeit des Neubaus

Die derzeitige Raumsituation in den mehrstöckigen Gebäuden 4, 5 und 6 des Bezirksklinikums werden den heutigen Anforderungen und den Patienten nicht mehr gerecht, wies Katja Bittner auf die Notwendigkeit des Neubaus hin. Dieser werde unnötige weite Wege vermeiden und eine höhere Effizienz der Arbeitsabläufe schaffen. Beim Architektenwettbewerb habe das Büro Beeg Lemke "mit einem schlüssigen Konzept" überzeugt.

Wie soll der Neubau aussehen?

Udo Lemke schilderte Details zum Neubau. Die drei fächerförmig angeordneten Neubauten sind fünfstöckig. Die Stockwerke enthalten Räume zur Diagnose und Behandlung sowie Stationszimmer. Er spricht von einem "aufgelockerten Charakter der Baukörper". Die dortige Hanglage soll positiv genutzt werden. "Die Gebäude schälen sich quasi aus dem Hang heraus", beschreibt Lemke es bildhaft. Trotz der Trennung in drei Baukörper sehen die Planungen auch Verbindungen zwischen den Abteilungen vor, denn Synergieeffekte zwischen Somatik und Psychiatrie sollen genutzt werden.

Helle Räume und Blickmöglichkeiten auf dem Veitsberg und dem Staffelberg sollen für die Patienten ein "Wohlfühlambiente" bieten. Mit genügend Grünbereich und Gärten tragen die Planungen den hier ebenfalls künftig betreuten chronischen Psychiatriepatienten Rechnung. Gerade für diese Patienten sei der vorgesehene zentrale Aufenthaltsbereich ein wichtiger Punkt, hieß es weiter. Ferner wird auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie mit zwei Gruppen und Tagesklinik im mittleren der drei Bauten angesiedelt.

Auch sei es geplant, die Essensversorgung in Eigenregie zu behalten. Ein bestehendes Gebäude soll daher saniert und an den Neubautrakt "angedockt" werden. Auch sollen weitere Parkplätze errichtet werden.

Die Höhe der künftigen Neubauten ist mit rund 20 Metern dem derzeitigen Haus 11 (früheres Orthopädie-Gebäude) vergleichbar.

Die Fassade der drei Neubauten soll, so Lemke, "lebendig gestaltet werden". Dies gelinge durch farbliche Differenzierung der fünf Geschosse. Auch sollen die Gebäude durch Betonung der Horizontalen niedriger wirken. "Wir haben bei der Planung darauf geachtet, so wenig wie möglich in die Höhe zu gehen, aber wir haben auch eine Verpflichtung den Patienten gegenüber", meinte hierzu Bittner. "Wir haben deswegen den Neubau in die Horizontale und auf drei Baukörper verteilt. Es wäre auch noch kompakter gegangen", sagte Architekt Lemke.

Zweijährige Vorlaufszeit

Aufgrund der notwendigen europaweiten Ausschreibung sei mit einer rund zweijährigen Vorlaufzeit zu rechnen, sagte Werner Roder von der Bezirksregierung. "Wir hoffen, dass vielleicht noch 2020 oder eben dann 2021 der Spatenstich erfolgen kann", sagte Bittner. Dass dem Mammutprojekt zukunftsweisender Charakter zukommt, wird dadurch deutlich, dass noch Platz für Erweiterungsbauten ist. "Wir wissen ja nicht, was in zehn Jahren ist. Deshalb war es wichtig, auch diesen Punkt in der Planung zu berücksichtigen", so Bittner. Auch auf ein gutes Miteinander von vorhandenen Gebäuden in Kutzenberg - die ja in vielen Fällen weitergenutzt werden und oftmals sowieso unter Denkmalschutz stehen - und den Neubauten soll geachtet werden.

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