Lichtenfels
Evakuierung

Großeinsatz in Lichtenfels: Drei Menschen bei Chemieunfall verletzt

Weil Ammoniak austrat, musste in Lichtenfels am Dienstag der Bereich um die Bamberger Straße gesperrt werden. Drei Menschen wurden verletzt.
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Mit Schutzanzügen drangen die Hilfskräfte zu dem Ort vor, wo das Gas ausgetreten ist.Matthias Einwag
Mit Schutzanzügen drangen die Hilfskräfte zu dem Ort vor, wo das Gas ausgetreten ist.Matthias Einwag
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Szenen wie aus einem Thriller: Mitten in der Stadt prägen Männer in orangefarbenen Ganzkörper-Schutzanzügen das Bild. Rot-weiße Trassierbänder schirmen den Ort des Geschehens ab, Feuerwehrleute achten darauf, dass kein Unbefugter in den abgesperrten Bereich gelangt. "Das ist jetzt noch zu gefährlich", sagen sie etwa eine Stunde nach dem Austritt eines ätzenden Gases.

Was war geschehen? Bei Renovierungsarbeiten im Keller einer ehemaligen Bäckerei versuchten Arbeiter, einen alten Kühlschrank zu entfernen. Hierzu flexten sie Befestigungsschrauben ab, mit denen der Kühlschrank am Boden angeschraubt war und beschädigten eine Leitung, die Ammoniak enthielt. Die Flüssigkeit spritzte einem 43 Jahre alten Arbeiter ins Gesicht. Seine Kollegen brachten ihn nach draußen und verständigten den Rettungsdienst und die Feuerwehr.


Zwei weitere Leichtverletzte

Noch während der Arbeiter ins Klinikum gebracht wurde, evakuierte die Feuerwehr den gefährdeten Bereich, sperrte das Gebiet ab und warnte die unmittelbaren Anwohner. Eine 20 und eine 25 Jahre alte Mitarbeiterin einer Bäckerei, die sich im Erdgeschoss des Hauses befindet, wurden mit Kopfschmerzen ebenfalls ins Klinikum gebracht.

Zudem musste eine im zweiten Stock wohnende 26-jährige schwangere Frau zusammen mit ihrem drei Jahre alten Sohn über die Drehleiter aus der Wohnung geholt werden.


Chemikalie gebunden

Die Dispogruppen Gefahrgut der Feuerwehren Lichtenfels, Altenkunstadt, Michelau, Bad Staffelstein und Lichtenfels-Main banden das im Keller ausgetretene Ammoniak mit einem speziellen Mittel. Das Haus, speziell aber der Keller des Anwesens, mussten im Anschluss für längere Zeit entlüftet werden, um die verdunstete Chemikalie aus der Luft filtern zu können. Hierzu mussten zeitweilig die Bahnhofstraße auf ca. 75 Metern Länge sowie der Säumarkt gesperrt werden.
Die Verletzungen des 43-Jährigen und der beiden Bäckereimitarbeiterinnen stellten sich glücklicherweise als nicht schwerwiegend heraus, so dass alle nach kurzer Behandlung das Klinikum wieder verlassen konnten.

Der Einsatz der Feuerwehr lief bis in den Abend hinein. Neben etwa 60 Mann der Freiwilligen Feuerwehren waren rund zehn Einsatzkräfte des BRK sowie ein Notarzt vor Ort.


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