Trieb
Pläne

Drei unter einem Dach in Trieb

Aus dem Sportheim könnte ein für Franken einmaliges Mehrgenerationenhaus entstehen, wenn die Bevölkerung will.
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Das Sportheim: Noch sind hier der FC Trieb und die freiwillige Feuerwehr unter einem Dach. Fotos: Monika Schütz
Das Sportheim: Noch sind hier der FC Trieb und die freiwillige Feuerwehr unter einem Dach. Fotos: Monika Schütz
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So richtig 100-prozentig sind die Trieber noch nicht von dem Bau eines Mehrgenerationenhauses überzeugt. In der einen Stunde, in der MdB Emmi Zeulner (CSU) zusammen mit der Architektin Birgit Dietz den Anwesenden im voll besetzten Sportheim ihre Entwürfe vorstellten, konnten sie sich allerdings ein ziemlich genaues Bild von diesem in Oberfranken einzigartigen Vorhaben machen.

Ein Haus für Kinder und Senioren soll es werden. Oder auf amtsdeutsch: eine Kindertagesstätte  mit Kinderkrippe und Kindergarten in Kombination mit Tagespflegeeinrichtung. Das Raumprogramm sieht dabei drei Einrichtungen nicht nur unter einem Dach, sondern auch mit vielen gemeinsamen Begegnungen und Aktivitäten vor: eine eingruppige Kinderkrippe für zwölf Babys und Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren; einen Kindergarten mit einer Gruppe für 25 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sowie eine Tagespflegeeinrichtung, ebenfalls eingruppig, mit zwölf Plätzen. Neben ausreichend Rückzugsmöglichkeiten für "beide Seiten" soll es viele gemeinschaftliche Aktionen geben: Emmi Zeulner denkt da an gemeinsames Kochen und Essen mit den Kindern, vorlesen oder zusammen in die Natur hinausgehen.

Der Bedarf ist da

Zusammen mit neun Studenten der Technischen Universität München hatte sie mit der Architektin Birgit Dietz mehrere Varianten ausgearbeitet. Schließlich wäre zuerst die Frage nach den Räumlichkeiten zu klären: Im Sportheim umbauen? Anbauen? Oder gar ein Neubau an anderer Stelle? Was geschieht mit der Feuerwehr? Sie hat hier ihr Domizil.  Und was mit dem FC Trieb? Der Sportverein ist hier mit mehreren Gruppen untergebracht, trainiert und übt regelmäßig. Für ein derartiges Projekt spräche allerdings die dringende Notwendigkeit: Der Bedarf an Plätzen ist eindeutig da, so die Abgeordnete, denn "bald gehen die sogenannten Baby-Boomer in Rente". Aber auch wer jetzt ganz normaler Arbeitnehmer ist, hat oft Schwierigkeiten, die Betreuung seiner Kleinkinder oder der Großeltern nebst der beruflichen Tätigkeit zu managen. "Trieb liegt an der B 173, hat eine richtig gute Verkehrsanbindung, was ein weiteres wichtiges Argument für genau diesen Standort ist", so Emmi Zeulner.

Der letzte Kindergarten in Trieb hat seit rund 15 Jahren geschlossen. Seitdem müssen die Kleinen nach Lichtenfels gebracht werden. Auch eine Schule gibt es nicht mehr in dem mit Degendorf rund 780 Einwohner zählenden Ort. Dieser Bau wäre eine große Aufwertung. Auch weil die Trieber dann ein Alleinstellungsmerkmal hätten: Derartig gebaute und geführte Einrichtungen gibt es erst vereinzelt in Deutschland, in Franken noch gar nicht. "Das wäre euer Trieber Modell!", schwärmte Emmi Zeulner,. Aber sie bat auch, sich zu beraten, zu informieren und zu besprechen: "Denkt nach, schlaft drüber, auch die Vereine sind gefragt! Es stellt sich die Frage, ist man hier insgesamt bereit, was zu ändern?"

Zeulner und Ortsprecher Hermann Steinbach stellten gerne die Pläne und alle Entwürfe für die nächsten vier Wochen zur Einsichtnahme aus. Auch online besteht dazu die Möglichkeit.

Bedenkzeit bis Ende Februar

Spätestens Ende Februar sei dann ein weiteres Treffen mit den Triebern Einwohnern und den Vereinen geplant. Auch über die Kostenträger wurde gesprochen: "Wir haben schon bei der Caritas, der Awo und weiteren angeklopft - die sind da aufgeschlossen", so Zeulner. Ob das ziemlich genau 40 Jahre alte Sportheim weiterhin "nur" den FC Trieb und die freiwillige Feuerwehr beherbergen wird, oder als Novum in die Geschichte des Ortes eingeht, wird die nächste Runde zeigen, zu der die Abgeordnete, die Architektin und auch der Ortssprecher bereits an diesem Sonntag schon herzlich einluden.

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