Burgkunstadt
Stadtrat

Dr.-Bullinger-Straße in Burgkunstadt wird saniert

Um in den Genuss von Förderungen zu kommen, geht Burgkunstadt das Projekt schon im kommenden Jahr an.
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Saniert werden soll die Dr.-Bullinger-Straße in Burgkunstadt im nächsten Jahr. Fotos: Gerhard Herrmann
Saniert werden soll die Dr.-Bullinger-Straße in Burgkunstadt im nächsten Jahr. Fotos: Gerhard Herrmann
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Die Aussichten, dass Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren im Stadtrat mitreden dürfen, stehen gut. Den Antrag der Jugendbeauftragten von Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain, ein gemeinsames Jugendparlament für die drei Kommunen zu wählen, hat der Stadtrat am Dienstagabend einstimmig gebilligt.

Bei allen Themen soll ein Sprecher des Jugendparlaments mitreden und hätte damit mehr Befugnisse als die Ortssprecher. Aufmerksam verfolgten die Söhne des designierten Bürgermeisterkandidaten der Grünen, Sebastian Callens, die Debatte über das angedachte Jugendparlament. Wenn die rechtlichen Voraussetzungen durch das Landratsamt geprüft sind und nicht nur die Altenkunstadter, sondern auch die Weismainer Räte zustimmen, könnte das Gremium in der Woche vor der Kommunalwahl im März 2020 gewählt werden. Ihre Stimme könnten die Jugendlichen im Internet abgeben.

Gemeinsame Projekte

Lange habe er überlegt, ob ein Jugendparlament in einer kleinen Stadt wie Burgkunstadt funktioniere, daher sei ein gemeinsames Gremium für den östlichen Landkreis, in dem jede Kommune vier Sitze habe, sinnvoll, erklärte Jugendbeauftragter Marco Hennemann. Außerdem beträfen viele Projekte wie die Mittelschule, das Lehrschwimmbecken oder die Aufwertung des Kordigast alle drei Kommunen. "Die Jugendlichen sollten sich zu allen Themen äußern können, weil sie mit deren Folgen länger leben müssen als wir", betonte er. Dadurch werde auch die Arbeit des Stadtrats transparenter und Jugendliche an die Kommunalpolitik herangeführt.

Die Angehörigen von Senioren will das Rote Kreuz durch eine Tagespflegeeinrichtung in dem Mehrfamilienhaus Lichtenfelser Straße 13 neben dem Feuerwehrgerätehaus entlasten. Einstimmig hat der Bauausschuss das Projekt begrüßt, für das das Gebäude umgebaut und anstelle der Garagen im Hof ein Anbau errichtet werden soll. Vier Stellplätze sollen im Hof ausgewiesen werden.

Parkplatzmangel der Feuerwehr

Für Diskussionen sorgte der Parkplatzmangel der Feuerwehr bei Einsätzen. "Widerstreitende Interessen" bemängelte Ulf Müller (FW), weil die vorgeschriebenen 21 Stellplätze nicht zur Verfügung stünden und das Gelände hinter dem Feuerwehrgerätehaus durch die neue Atemschutzstrecke weiter eingeschränkt werde. "Das Vorhaben können wir gar nicht ablehnen, es handelt sich um ein wichtiges soziales Projekt im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts und trägt zur Stärkung des Rotkreuz-Standorts bei", gab Bürgermeisterin Christine Frieß zu bedenken. Besucher könnten auch vor der Rotkreuz-Garage parken, meinte sie auf den Einwand von Thomas Müller (Bürgerverein), der Bring- und Holverkehr könnte zusätzlich Parkplätze blockieren. Auf acht für die Feuerwehr jüngst reservierte Parkplätze und weitere Stellplätze, die im Zuge des Hochwasserschutzes angedacht seien, verwies Geschäftsleitender Beamter Sven Dietel.

Obwohl die Stadt wegen sinkender Steuereinnahmen auch im kommenden Jahr sparen muss, wurde beschlossen, die Dr.-Bullinger-Straße 2020 zu sanieren, um in den Genuss der befristeten Förderungen für Kanalsanierungen zu kommen. Rund 670 000 Euro soll das Projekt kosten (Straßenbau: 317 000 Euro, Kanalbau: 150 000 Euro), wie Christina Kleylein-Doppel vom Ingenieurbüro HTS in Kronach erläuterte. Mit rund 240 000 Euro Zuschuss für die Erneuerung von Kanal und Wasserleitung rechnet die Stadt. Der Kanal sei zum Teil eingebrochen. Auch die gepflasterte Fahrbahn sei wegen Wellen und anderen Schäden eine Gefahrenquelle. Vorgesehen ist ein Ausbau vom Schönberg bis zur Philipp-Brückner-Straße auf 155 Metern Länge sowie der Einmündungen. Die Fahrbahn soll auf 4,50 Meter Breite ausgebaut werden, mit einer gepflasterten Mulde auf einer Seite. "Das ist die teuerste Straße, die wir uns leisten", wunderte sich Günter Knorr (CSU). Auf seine Frage nach dem versprochenen Ausgleich für die abgeschafften Straßenausbaubeiträge der Anwohner erklärte Sven Dietel, dass der Freistaat der Stadt heuer rund 40 000 Euro gewähre. "Das sind gerade mal sechs Prozent der Kosten", kritisierte Michael Doppel (FW). Außerdem soll die Wasserleitung zum ehemaligen Hochbehälter auf einer Länge von 380 Metern erneuert werden (Kosten: 105 000 Euro), was gegen drei Stimmen beschlossen wurde. ghZuschuss Verlängert wird der Vertrag mit der Arbeitsgemeinschaft "Stadtumbaumanagement Burgkunstadt" um zwei Jahre (Kosten von 61 274 Euro für 48 Wochenstunden à 15 Stunden). Dafür erhält die Stadt 80 Prozent Zuschuss aus der Städtebauförderung.

Nachhaltigkeit Umweltfreundlich Strom erzeugen will ein Investor mit einer 4,5 Hektar großen Freiflächenphotovoltaikanlage auf den Mainwiesen zwischen Theisau und Mainroth. Mit den erwarteten 2200 Megawatt im Jahr könnten 550 Haushalte versorgt werden. Einig waren sich die Stadträte, am Grundsatzbeschluss festzuhalten, wegen des Landschaftsschutzes keine vorhabensbezogenen Bebauungspläne aufzustellen oder den Flächennutzungsplan zu ändern. Der Antrag wird auf Anregung von Edith Berg (Bürgerverein) zurückgestellt, bis ein Leitfaden für die Zulassung solcher Anlagen nach dem Vorbild von Lichtenfels erstellt ist. Da bereits der Antrag auf Windräder bei Ebneth abgelehnt worden sei, sollte die Stadt andere Möglichkeiten nutzen, um einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Dachflächen seien wegen der sinkenden Einspeisevergütung wenig attraktiv, meinte sie auf Einwand von Wolfgang Sievert (SPD).

Management Fortgesetzt werden sollen das Innenstadt-, Leerstands- und Branchenmanagement, das in den vergangenen beiden Jahren angestoßen wurde. Einige Hausbesitzer hätten sich bereits beteiligt, andere seien interessiert, erklärte Geschäftsleitender Beamter Sven Dietel. Nur Ulf Müller (FW) lehnte die Verlängerung ab.

Ausschank Künftig sollen auch Musiker im Rahmen der Sportlerehrung des Stadtrats ausgezeichnet werden. Bei städtischen Veranstaltungen darf nur noch Burgkunstadter Bier ausgeschenkt werden, hat der Stadtrat beschlossen. Auf Hinweis von Ulf Müller soll bei Veranstaltungen auf dem Marktplatz künftig mehr als ein Toilettenwagen zur Verfügung gestellt werden. Beim Weihnachtsmarkt hätten Besucher ihre Notdurft in den umliegenden Gärten verrichtet, weil die öffentliche Toilette wegen Umbaus geschlossen ist, berichtete er.

Internet Bis auf ein Erschließungsprojekt (Mainklein, Gärtenroth und Mainroth) seien alle Stadtteile mit schnellem Internet (50 Mbit/s) versorgt, wenn mehr gewünscht werde, müssten künftige Förderprogramme genutzt werden, erklärte Sven Dietel auf Anfrage. Glasfaser sei bisher nur bis zu den Verteilern vorgesehen - außer in den Gewerbegebieten.

Ausbau Saniert werden soll die marode Straße von Eben nach Schmeilsdorf bis zur Landkreisgrenze auf 753 Metern Länge. Rund 805 000 Euro kostet der Ausbau auf eine Breite von vier Metern. Auf einem Hügel muss die Straße zwei Meter tiefergelegt werden.gh

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