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Klosterlangheim
Bauvorhaben

Dorferneuerung Klosterlangheim kann im nächsten Frühjahr beginnen

Es stehen große Vorhaben in Klosterlangheim an. Der Stadtrat wechselt das Förderprogramm, um mehr Geld dafür zu erhalten.
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Ortsdurchfahrt Klosterlangheim, links der Konventbau Fotos: Popp
Ortsdurchfahrt Klosterlangheim, links der Konventbau Fotos: Popp
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Ein Dokumentationszentrum für die Säkularisation: Das ist die Idee, mit der der Stadtteil Klosterlangheim mit seiner historischen Bausubstanz zu einer Attraktion gemacht werden soll. Ein sehr moderner Anbau war dazu an die Katharinenkapelle vorgesehen, und ist es noch. Doch diejenigen, denen der Entwurf nicht so recht gefallen hat, haben seit der jüngsten Stadtratssitzung berechtigte Hoffnung auf eine Änderung der Beschlusslage. Das Gremium hat nämlich nicht nur grünes Licht für die Dorferneuerung gegeben und einstimmig den Wechsel zu einem Förderprogramm beschlossen, das höhere Zuwendungen in Aussicht stellt. Es war auch so etwas wie eine Zäsur spürbar. Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) widersprach zwar dem Einwand von CSU-Fraktionssprecher Frank Rubner (CSU), die Pläne seien übers Knie gebrochen worden, um die Antragsfrist für die ELER-Förderung (aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes) einhalten zu können. Er sagte aber zu, dass die Maßnahmen mit den Langheimer Bürgern noch einmal "ergebnisoffen" diskutiert werden. Dass es mit der Dorferneuerung endlich losgehen kann, die weiteren Vorhaben aber "nicht so hopplahopp" umgesetzt werden müssen, wie sich Arnt-Uwe Schille (SPD) ausdrückte, fand überwiegend Zustimmung, auch wenn Rudi Breuning (WLJ) die Befürchtung äußerte, dass sich das Ganze dann weiter verzögere. Rubner hatte bereits vor einem Jahr den Wunsch nach weiteren Architektenvorschlägen geäußert und wiederholte diesen. Man könnte nun, da die Zeit nicht mehr dränge "einen Wettbewerb vorschalten".

Durch das Umsatteln auf das Förderprogramm "Innen statt außen" verspricht man sich eine höhere, nämlich bis zu 70-prozentige Förderung. Daneben ist es gestattet, noch weitere Finanzierungsquellen zu nutzen, was die Stadt für unabdingbar hält, um die Vorhaben verwirklichen zu können. Exakte Kosten konnten noch nicht benannt werden.

Was die Dorferneuerung angeht, sieht man schon klarer: Die Kostenberechnung beläuft sich auf rund 2,2 Millionen Euro, der Fördersatz beträgt 50 Prozent. "Das ist das Erste, wo wir den Haken dahinter setzen können", sagte Bürgermeister Hügerich. Die denkmalgeschützten unterirdischen Kanäle der Zisterzienser dürfen laut Stadtbaumeister Gerhard Pülz überbaut werden. Dazu werde man aber noch dieser Tage Expertenrat einholen.

Zeitschiene für die Projekte in Klosterlangheim

Seit vielen Jahren gibt es Überlegungen, wie man dem historischen Wert der Klosteranlage und der Katharinenkapelle zu mehr Beachtung verhelfen kann. Januar 2017: Der Vorentwurf für die Dorferneuerung wird vorgestellt. Veränderungen an Straßen/Plätzen sollen das Klosterensemble aufwerten. November 2017: Der Stadtrat erteilt dem ortsansässigen Architekturbüro Schaller den Planungsauftrag für Erhalt und Aufwertung von Katharinenkapelle und Heimatmuseum. März 2018: In einer Bürgerversammlung wird bekanntgegeben, dass vor Beginn der Dorferneuerung erst die historischen unterirdischen Kanäle saniert werden müssen. Sommer 2018: Der Stadtrat erklärt in einem einstimmigen Beschluss sein grundsätzliches Einverständnis mit dem vorgelegten Entwurf. Er sieht für Heimatmuseum und Katharinenkapelle Sanierung und Anbauten vor. Ein Dokumentationszentrum der Säkularisation soll entstehen - für insgesamt rund 2,2 Mio. Euro.

Januar 2019: Ein Förderbescheid über 760 000 Euro wird vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken übergeben. März 2019: Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, bessere Zuwendungsmöglichkeiten auszuloten. Das Amt für Ländliche Entwicklung verweist auf die Möglichkeit, über die Förderinitiative "Innen statt außen" einen höheren Zuschuss zu erhalten. Juli 2019: Der Hauptausschuss empfiehlt den Wechsel des Förderprogramms in nichtöffentlicher Sitzung. September 2019: Mit einer Selbstverpflichtung zum Flächensparen und zur vorrangigen Nutzung innerörtlicher Baulücken anstelle von Neuausweisungen bekennt sich der Stadtrat per einstimmigem Beschluss zur Initiative "Innen statt außen". Februar 2020: In einer Besprechung wird festgelegt, das Gremium der Teilnehmergemeinschaft für die Dorferneuerung durch Vertreter des Vereins der Heimatfreunde Klosterlangheim zu ergänzen, um gemeinsam die Vorgehensweise abzustimmen. März 2020: Der Stadtrat stimmt für den Wechsel des Förderprogramms und schließt die Vereinbarung mit der Teilnehmergemeinschaft zur Dorferneuerung ab. Frühjahr 2021: Voraussichtlicher Baubeginn der Dorferneuerung, Abschluss 2022. Die Planung ist genehmigt. 2023 könnte Baubeginn an der Katharinenkapelle sein, ab 2024/25 dann Beginn der Sanierung des Heimatmuseums. Anregungen zufolge könnte das Museum aber auch in die einstige Klosterbrauerei (an der Abteistraße) umziehen. Über die Gebäudenutzung wird noch zu diskutieren sein.pp