Oberreuth
Verkehr

Dieser Schleichweg nervt die Oberreuther

Weil in Beikheim und Marktzeuln gebaut wird, ist zwischen Trübenbach (Landkreis Coburg) und Oberreuth (Landkreis Lichtenfels) viel zu viel Verkehr.
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Wer auf der Straße zwischen Oberreuth und Trübenbach unterwegs ist, sollte aufpassen: Die Straße ist in einem denkbar schlechten Zustand.Foto: Berthold Köhler
Wer auf der Straße zwischen Oberreuth und Trübenbach unterwegs ist, sollte aufpassen: Die Straße ist in einem denkbar schlechten Zustand.Foto: Berthold Köhler
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So viel Verkehr wie derzeit hat die kleine Verbindungsstraße über die Landkreisgrenze hinweg nach Oberreuth (Landkreis Lichtenfels) wohl noch nie gesehen. Und genau das ist das Problem, meinte André Karl (SPD) am Montagabend im Gemeinderat und warnte: "An manchen Stellen ist der Zustand sehr gefährlich." Zudem schlug er vor, doch wenigstens die schlimmsten Stellen kurzfristig provisorisch durch den Bauhof mit Asphalt ausbessern zu lassen.

Die neue Beliebtheit der sonst nur im lokalen Verkehr genutzten Straße hat ihren Grund im Baustellengeschehen in den Nachbarlandkreisen: Sowohl bei Beikheim (Landkreis Kronach) als auch Marktzeuln (Landkreis Lichtenfels) sind stark frequentierte Straßen gesperrt, so dass die Autofahrer auf Schleichwege ausweichen. Und einer davon, besonders für die Einwohner aus dem Eck Lettenreuth/Marktzeuln auf dem Weg Richtung Norden (Kronach) und Osten (Kulmbach), führt über Oberreuth, Trübenbach und Marktgraitz.

Hier lesen Sie, warum die Straße bei Beikheim gesperrt ist.

Deshalb war Bürgermeister Markus Mönch (parteilos) im Gemeinderat gar nicht so begeistert davon, jetzt die Straße auszubessern. Denn für ihn ging die Rechnung nicht auf: "Je besser wir die Straße machen, desto mehr Autos fahren darauf herum." Und nicht nur Autos, schimpfte der Bürgermeister. Denn offensichtlich ignorieren viele Lastwagenfahrer die von der Gemeinde aufgestellten Sperrschilder für Fahrzeuge von mehr als 7,5 Tonnen und rumpeln die Schlaglochpiste zwischen Trübenbach und Oberreuth entlang.

Warum die Rodachbrücke bei Marktzeuln gesperrt ist, lesen Sie hier.

Gespräche, wie man die derzeitige Situation entschärfen könnte, hat Markus Mönch nach eigenem Bekunden schon viele geführt - mit der Polizei, dem Staatlichen Bauamt und der Nachbargemeinde Michelau (da gehört Oberreuth dazu). Aber zum Erfolg führte keines. Es scheint wohl so, mutmaßte der Bürgermeister, als müsse man aus Weidhäuser Sicht darauf hoffen, dass die beiden großen Bauarbeiten in der Nachbarschaft bald abgeschlossen sind und dann der Umleitungsverkehr wieder wegfällt.

Was passiert 2019?

André Karl drängte dennoch darauf, dass sich der Bauhof wenigstens der schlimmsten Stellen auf dem knapp über einem Kilometer Stück in Straßenbaulast der Gemeinde anschauen soll. Es würde ja schon ausreichen, betonte Karl, "wie immer in den vergangenen Jahren" Asphalt in die Löcher zu füllen und zu befestigen - dann wäre doch schon mal Ruhe.

Richtig begeistert war der Bürgermeister von dieser Idee immer noch nicht. Es sei für ihn gegenüber dem Rest der Bevölkerung schwer vermittelbar, wenn hier auf freier Strecke etwas gemacht werde, im Weidhäuser Ortskern aber deutlich schlechtere Straßen in ihrem Zustand unverändert bleiben. Und überhaupt: Wenn es nach Markus Mönch geht, sollte die Straße nach Oberreuth eigentlich ausschließlich landwirtschaftlichen Fahrzeugen vorbehalten bleiben. Jede Aktion des Bauhofes, prophezeite Mönch, sei "hinausgeschmissenes Geld". Dennoch sicherte der Bürgermeister zu, sich der Anfrage Karls anzunehmen und den Bauhof demnächst auf Kontrollfahrt hinaus nach Trübenbach zu schicken.

Und wenn die Schleichwegfahrer wieder woanders unterwegs sind, wird es wohl mal eine Grundsatzentscheidung zu dieser Straße geben müssen. Auf Tageblatt-Nachfrage kündigte der Bürgermeister an, dass es "mit größter Wahrscheinlichkeit noch heuer" einen Besichtigungstermin mit dem Bauausschuss geben wird. Da werde man dann gemeinsam entscheiden, welche Arbeiten im kommenden Jahr auf der Straße in Angriff genommen werden.



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