Das Maintal und den Itzgrund mit einem Radweg verbinden, und zwar nicht entlang der Straße, sondern auf alten Wegen: Diese Idee soll mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Lichtenfels realisiert werden. Der Kreisausschuss bewilligte am Montag eine Zuwendung von knapp 62 000 Euro. Noch einmal die gleiche Summe muss die Marktgemeinde Ebensfeld als Bauträger aufbringen. Für den auf ihrem Gebiet verlaufenden größten Teil der Wegstrecke sind Kosten von rund 300 000 Euro veranschlagt. Diese beinhalten Planung, Bau, Grunderwerb sowie Ausstattung mit Schautafeln, Sitzgruppen etc. Als landkreisübergreifendes Projekt kann mit einer beträchtlichen Förderung aus dem Leader-Programm der EU gerechnet werden. Demnach könnten daraus 70 Prozent der Kosten finanziert werden. Die verbleibenden rund 124 000 Euro würden sich dann, wie erwähnt, Landkreis Lichtenfels und Gemeinde Ebensfeld teilen.
Der geplante Radweg wird überwiegend auf bereits vorhandenen Feld- und Flurbereinigungswegen verlaufen. Nur ein kleines Teilstück von zirka 150 Metern nahe Eggenbach soll entlang der Kreisstraße neu gebaut werden. Das Radweg-Projekt Maintal-Itzgrund misst insgesamt 7,7 Kilometer. Davon befinden sich 5673 Meter auf Ebensfelder Gemeindegebiet, der Rest ist auf dem Gebiet der Gemeinde Itzgrund. Sie wird übrigens für ihren Part durch den Landkreis Coburg entsprechend finanziell unterstützt.
Die Idee, gemeinsam mit den Nachbarn eine auch touristisch attraktive Verbindung zu schaffen, stammt von Bernhard Storath (CSU). Der Ebensfelder Bürgermeister ist selbst viel mit dem Fahrrad unterwegs. Er weiß, dass die Steigungen auf dieser Route nicht ohne sind, betont aber, man könne ja auch mal ein paar Meter zu Fuß gehen. Auch das spricht für einen Streckenverlauf abseits der Straße.

"Eine schöne Lösung mit überschaubaren Kosten", befand Landrat Christian Meißner. Das Gremium der Kreisräte sah dies offenbar genauso. Unterstrichen wurde bei der Abstimmung lediglich, dass für die Zukunft Ebensfeld dann keine finanzielle Zuwendung mehr für einen etwaigen Bau eines straßenbegleitenden Radwegs an der LIF 8 Richtung Itzgrund zu erwarten habe. Dessen ist man sich aber in Ebensfeld bewusst, wie stellvertretender Kreiskämmerer Michael Matthes wissen ließ. Der Gemeinderat hätte in diesem Zusammenhang bereits den Beschluss gefasst, auf einen straßenbegleitenden Radweg zu verzichten. Auch für Folgekosten für den Unterhalt der teils nur geschotterten Wege wird sie allein aufkommen müssen. Unter den aktuellen Voraussetzungen hätte Ebensfeld ohnehin keinen Anspruch auf Bezuschussung eines straßenbegleitenden Radwegs zwischen Döringstadt und Eggenbach - dazu ist das Verkehrsaufkommen dort nicht hoch genug. Sollte sich dies einmal ändern, wäre die heutige Entscheidung dennoch bindend.