Kloster Banz
Porträt

Die Zukunft stets im Blick

Peter Witterauf, Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung, tritt am 1. Juli in den Ruhestand. Was hat er in 15 Jahren an der Spitze der Verwaltung erlebt und erreicht?
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Dr. Peter Witterauf war seit 2004 Hauptgeschäftsführer der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. 2017 wurde sein Titel in Generalsekretär geändert, der Zuständigkeitsbereich blieb derselbe.Matthias Einwag
Dr. Peter Witterauf war seit 2004 Hauptgeschäftsführer der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. 2017 wurde sein Titel in Generalsekretär geändert, der Zuständigkeitsbereich blieb derselbe.Matthias Einwag
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n den 15 Jahren an der Verwaltungsspitze der Hanns-Seidel-Stiftung hat Peter Witterauf viele Prominente getroffen. Politiker vor allem. Helmut Kohl war darunter, Jean- Claude Juncker, Michail Gorbatschow und Joachim Gauck. Von seinem Dienstsitz in der Münchner Lazarettstraße aus hatte er all das im Blick, was eine politische Stiftung leistet und was zu ihrem Betrieb erforderlich ist: Die Finanzen und Liegenschaften ebenso wie die politische Bildung im In- und Ausland, Podiumsdiskussionen, politische Beratertätigkeiten, die Stipendiatenförderung und die "Denkfabrik", wie Peter Witterauf die Akademie für Politik und Zeitgeschehen nennt.

Zum Monatsende geht der 65-jährige Diplom-Volkswirt nun in Pension. Er freut sich darauf, mehr Zeit mit seiner Familie in Sassanfahrt (Kreis Bamberg) zu verbringen.

Das Interesse für Politik wecken

"Wer Zukunft gestalten will, der muss auch selbst zukunftsfähig sein", sagt Peter Witterauf. Nach dieser Prämisse versuchte er stets zu handeln. Dabei habe ihn die Frage "Wie erreicht man junge Menschen für Politik?" stark beschäftigt. "Wir brauchen heute andere Formate als wir sie früher hatten. Heutige Seminare sind mit viel mehr Eigenbeteiligung konzipiert, sie enthalten Simulationen und werden mit eingespielten Filmen aufgewertet."

"Wir müssen selbst zukunftsfähig sein durch unser Angebot", fährt er fort. Dazu sei einerseits eine zeitgemäße technische IT-Fähigkeit erforderlich, andererseits "eine Mannschaft, die gut motiviert ist". Wertschätzung der Mitarbeiter und Selbstständigkeit im Handeln seien keine leeren Formeln, sondern Führungsgrundsätze, die zum Erfolg führen.

Angebote für Eltern und Kinder

Attraktive Inhalte liegen ihm sehr am Herzen. Als Beispiele nennt er den Schülerzeitungswettbewerb "Die Raute" oder die neuen Ferienprogramme für unterschiedliche Altersgruppen. Hierbei sei nicht nur wichtig, eine Kinderbetreuung anzubieten, sondern auch Angebote für den Nachwuchs zu schaffen ("Internet für Kinder").

Viel Freude hat es ihm gemacht, über die Auslandsniederlassungen der Stiftung politische Hilfestellungen zu geben: Wie funktioniert soziale Marktwirtschaft, wie geht man mit der Entwicklung des ländlichen Raumes um oder wie kann auf die Herausforderungen des Klimawandels reagiert werden?

"Eine meiner schwierigsten Aufgaben war der Ausstieg der Stiftung aus Kreuth, der intensiv im Vorstand beraten worden war", sagt Witterauf. Aus wirtschaftlichen Gründen sei dieser Schritt 2015/16 aber notwendig gewesen. Stolz ist er darauf, einen Sozialplan für die Mitarbeiter ausgearbeitet zu haben, "der ohne Kritik akzeptiert wurde".

Das Aus für Kreuth stärkte hingegen Banz: Das Bildungszentrum habe mit etwa 80 Prozent eine sehr hohe Auslastung.

In seiner Zeit als Hauptgeschäftsführer und Generalsekretär seien in Banz viele Millionen Euro investiert worden. Die Sanierung des Innenhofs fällt darunter, der Umbau des großen Seminarraums mit 400 Plätzen, der Ausbau des Medienbereichs und die Internetfähigkeit des Bildungshauses (WLAN), aber auch der Bau eines Blockheizkraftwerks und die Umgestaltung des Museums. Zukunftsfähig sei natürlich auch das Liedermacherfestival "Lieder auf Banz", an dem sich die Stiftung mit ihrem Nachwuchsförderpreis beteiligt. Alles in allem: "Banz hat national und international Ausstrahlung."

Michael Möslein, der Verwaltungsleiter des Bildungszentrums Kloster Banz, dankt Witterauf für die umsichtige Führung sowie Fairness und Aufrichtigkeit im Umgang. Er habe Banz unterstützt und repräsentiert. Möslein: "Dabei haben Sie uns mit Ihrer Präsenz nicht erdrückt, ganz im Gegenteil. Wir hätten uns gewünscht, häufiger vor Ort die Herausforderungen gemeinsam bereden zu können." Nachfolger Witteraufs als Generalsekretär wird der Würzburger Jurist und einstige Landtagsabgeordnete Oliver Jörg.

Die Vita Peter Witteraufs

Peter Witterauf wurde 1953 in Bamberg geboren. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Aufgewachsen ist Peter Witterauf in Sassanfahrt, Landkreis Bamberg. Nach dem Abitur in Bamberg studierte er Volkswirtschaftslehre in Erlangen und schloss 1979 als Diplom-Volkswirt ab. Er promovierte zum Dr. rer. pol. und trat 1982 ins bayerische Wirtschaftsministerium ein, wo er bis 1988 tätig war. Danach arbeitete er für die CSU-Landesleitung und die CSU-Landtagsfraktion. Seit 2004 ist er Hauptgeschäftsführer der Hanns-Seidel-Stiftung; 2017 wurde der Titel umbenannt in Generalsekretär.

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