Lichtenfels
Brandschaden

Die Taverne wird saniert

Seit dem Feuer im November ist die griechische Gaststätte am Lichtenfelser Marktplatz geschlossen. Für Pächter Martirosian Nikolaos bedeutet das eine lange Durststrecke. Aber es geht voran.
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Seit dem Brand am 17. November ist die "Taverne Plateia" am Lichtenfelser Marktplatz geschlossen.
Seit dem Brand am 17. November ist die "Taverne Plateia" am Lichtenfelser Marktplatz geschlossen.
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Der Telefonanschluss der "Taverne Plateia" wird derzeit auf das Handy des Pächters umgeleitet. Obwohl der Brand im November mit rund 170 Feuerwehrleuten im Einsatz kaum jemandem verborgen geblieben sein dürfte, gibt es immer wieder Anrufer, die einen Tisch reservieren möchten. Sie wüssten meist sogar, dass es gebrannt hat, sagt Martirosian Nikolaos. Aber sie gingen davon aus, dass es nicht so schlimm war... Von außen wäre dem Haus Marktplatz 4 auch nichts anzumerken, würde da nicht ein Bauzaun den Eingang versperren. Im Gastraum sind die Tische noch eingedeckt, allerdings mit einer dicken Staubschicht überzogen: In unmittelbarer Nähe wird mit der Schlagbohrmaschine gearbeitet. Die Küche, der zentrale Raum im Erdgeschoss, wo das Feuer durch einen technischen Defekt entstanden ist, gleicht einem Rohbau. Das Mauerwerk ist freigelegt, Baustrahler sorgen dafür, dass man hier überhaupt etwas sehen kann.

Martirosian Nikolaos ist oft auf der Baustelle, um zu helfen, um Ansprechpartner zu sein. Das Lokal war sein Arbeitsplatz, hier hatte er sich vor zwei Jahren eine Existenz aufgebaut. Die Gäste kamen gern. "Ich war zufrieden", sagt er.

Decken und Wände zerstört

Auch an jenem Wochenende im November war die Taverne gut besucht gewesen. Am späten Sonntagabend dann war Nikolaos bereits in seiner Wohnung im Obergeschoss, als er verdächtigen Geruch wahrnahm und bald feststellte, dass der von unten kam. Die Feuerwehr hatte er gleich angerufen, die konnte ein Übergreifen auf die nahestehenden Gebäude verhindern, nicht aber, dass im Haus selbst ein Schaden entstand, der in die Hunderttausende geht. Um der Glutnester Herr zu werden, mussten Feuerwehrleute viele Decken und Wände aufreißen. Die Wohnung des zu diesem Zeitpunkt einzigen Mieters Nikolaos konnte relativ schnell wiederhergestellt werden, da sie "nur" verrußt war. Schlimmer sieht es daneben und darüber aus. Hauseigentümer Jens Gropp, der im Vorjahr Fassade, Dach und Fenster hatte erneuern lassen, sieht sich in der Renovierung zurückgeworfen. Es wird nun erheblich länger dauern, bis er weitere Mieter gewinnen kann. Da ist es vielleicht ein schwacher Trost, dass die Baufirmen wenigstens gleich loslegen konnten, weil es in den Wintermonaten weniger Außenarbeiten gibt.

Für den Betreiber des griechischen Restaurants wird es trotzdem eine lange Durststrecke, denn eine eigene Betriebsunterbrechungsversicherung hatte er nicht. Eine solche würde nach einem Brand, Wasser- oder Sturmschaden den entstehenden Verdienstausfall und weiterlaufende Kosten ersetzen. Oft wird an ein Szenario wie dieses jedoch nicht gedacht.

Wiedereröffnung

Wie lange es dauern wird, bis Nikolaos die Taverne wiedereröffnen kann, lässt sich nicht genau sagen. Von Ende April bis Frühsommer lauten die Einschätzungen. Ob er dann auf die bewährten Mitarbeiter zurückgreifen können wird, steht auch noch in den Sternen. Sie mussten sich zunächst einmal andere Jobs suchen.

Dennoch blickt der junge Mann mittlerweile mit Zuversicht nach vorne. "In der ersten Zeit war es ein Schock", sagt er. Da habe er nicht wirklich daran geglaubt, dass es hier weitergehen könnte. "Aber jetzt sehe ich auch Fortschritte." Das sei für ihn tröstlich. Positiv ist für ihn zudem der gute Kontakt zu seinem Vermieter und die Unterstützung, die er durch seine Eltern erfährt. Und vielleicht ja auch die Anrufer, die gerne einen Tisch im Lokal hätten...

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