Kloster Banz
Renovierung

Die neuen Glocken sind da

Sechs Exemplare werden das Geläut in Vierzehnheiligen ergänzen und entlasten.
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Die Glocken wurden an einem Gestell aufgehängt. Dort werden sie einige Zeit zu sehen sein. Fotos: Tobias Kindermann
Die Glocken wurden an einem Gestell aufgehängt. Dort werden sie einige Zeit zu sehen sein. Fotos: Tobias Kindermann
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"Würden sie mir das bitte unterschreiben", fragt der Fahrer des Lastwagens höflich. Pater Heribert Arens nimmt das Tablet und schreibt seine Signatur auf den elektronischen Lieferschein. Die Szene am Rand wirkt fast so, als wären gerade ein paar Pakete in Vierzehnheiligen abgegeben worden. Paketaufkleber gibt es auch, sie befinden sich auf den sechs Glocken, die ein Gabelstapler in die Mitte gefahren hat. "Packstück 7 von 8" steht auf dem Zettel der größten. Der Absender: Glockengießerei Bachert. Das Gewicht findet man dort auch: 740 Kilogramm wiegt dieses Exemplar, die gesamte Lieferung 2,06 Tonnen. Und auch das Wort "Express" taucht dort auf.

Tatsächlich kam die Lieferung pünktlich an, zu pünktlich. Mit 9 Uhr hatte Arens gerechnet, doch als die Spedition Rüdinger anrollte, war sie zu früh, in der Basilika wurde noch Gottesdienst gehalten. Etwas vor 9 Uhr begann man mit dem Ausladen. Nun steht die Seitentür zur Straße noch offen, im Kirchenschiff stehen die Glocken auf Paletten, daneben der gelbe Gabelstapler, wenig entfernt liegt ein kräftiger Eichenholzbalken auf dem Boden. Er soll später auf zwei Ständer gesetzt werden und die Glocken tragen, damit sie im festlichen Gottesdienst mit Erzbischof Ludwig Schick am Sonntag um 10.30 Uhr geweiht werden können. Anschließend werden die Glocken noch einige Zeit in der Basilika an ihren Gestell hängen. Im Oktober bekommen sie im Nordturm ihren Platz. Der Termin, an dem sie zum ersten Mal zu hören sein werden, steht bereits fest: Es wird der Sonntag, 24. November, sein. Aktuell läuten auch die alten Glocken nicht.

"Arbeitsglocken" nennt sie Basilika-Organist Georg Hagel. Das Sextett ergänzt die vorhandenen fünf Exemplare und soll sie auch entlasten. Die beiden ältesten stammen aus dem Jahr 1869 und hängen im Südturm, zwei weitere sind aus dem Jahr 1921, die fünfte aus dem Jahr 1950. Die älteren sollen nur noch zu besonderen Gelegenheiten erklingen. Die neuen Exemplare entlasten sie bei ihrer Arbeit und runden den Gesamtklang des Geläuts ab. Denn Glocken werden oft benötigt, vor allem an Wochenenden, wenn Wallfahrten einziehen. "Da geht das praktisch im Viertelstundentakt", sagt Hagel. Gerade werden in den beiden Türmen Balkenrost, Glockenstuhl und Glockenjoch erneuert, Stahlteile durch Holz ersetzt. Das sorgt für ein besseres Schwingungsverhalten und schont die Glocken. Insgesamt rund 400 000 Euro wird das ganze Projekt kosten. Hören konnte man die Glocken gestern aber noch nicht wirklich, als sie schließlich aufgehängt waren. Auch nicht zum Test. Es fehlen nämlich noch die Klöppel.

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