Bad Staffelstein
Infrastruktur

Die Kurstadt Bad Staffelstein ist gesund aufgestellt

Die schlechte ärztliche Versorgung im ländlichen Raum ist für viele kleinere Städte ein Problem. Nicht aber in Bad Staffelstein, wo die unterschiedlichsten Fachleute im medizinischen Sektor ihre Dienste anbieten.
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Kurt Hörmann vergleicht den Mensch mit einer Batterie: Bei beiden sei eine gute Ladung und Energie sehr wichtig. Fotos: Lisa Kieslinger
Kurt Hörmann vergleicht den Mensch mit einer Batterie: Bei beiden sei eine gute Ladung und Energie sehr wichtig. Fotos: Lisa Kieslinger
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Im Gäste-Abc des Kur- und Tourismusservices gibt es für Staffelstein 81 Einträge im Gesundheitswesen. Seit einem Monat hat Staffelstein einen Tätigen mehr in diesem Bereich. Selbstheilungscoach Kurt Hörmann ist mit seinem Institut für Gesundheit und Lebensenergie von Lichtenfels nach Staffelstein gezogen. Für ihn sei das Thema Gesundheit eine Herzensangelegenheit. Heutzutage würden meist nur noch Symptome behandelt, meint er. Die wirkliche Ursache dahinter werde nicht erforscht. "Man muss immer weiter graben, bis man die Ursache findet, die hinter dem Symptom steckt. Das ist nicht immer bequem", erklärt Hörmann.

Umdenken der Patienten

Michael Klob, Leiter des Zentrums für Therapie und Gesundheit, sieht ein Umdenken der Menschen in Sachen Gesundheit. Die Leute seien beispielsweise der alternativen Medizin gegenüber deutlich offener geworden.
"Die Alternativmedizin ist für mich eine gute Unterstützung und Ergänzung zur klassischen Schulmedizin. Dennoch hat sie für mich deutliche Grenzen", erklärt Klob. Kritisch ist er besonders manchen fragwürdigen Angeboten gegenüber, die nicht einmal einen naturwissenschaftlichen Ansatz haben. "Man muss den Patienten nicht zum Richtigen schicken, sondern verhindern, dass er zum Falschen gelangt", äußert sich Klob. Alternativmedizin ist für ihn alles, was zur Erhöhung der Lebensqualität führt.

Auch die Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper ist für Klob in den vergangenen Jahren wieder mehr gestiegen. Dies bestätigt auch Hans-Josef Stich, Leiter der Obermain-Therme. "Früher haben die Leute nur so zwei bis drei Stunden in der Therme verbracht. Jetzt bleiben sie oft länger und gönnen sich eine Auszeit", erzählt Stich. Auch bei den Wellnessanwendungen habe sich in jüngerer Zeit etwas verändert. "Die Leute sind wieder mehr bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen", hat Stich festgestellt. Das Motiv? "Das eigene Wohlbefinden hängt am Ende auch mit der Gesundheit zusammen, das wird den Menschen wieder mehr bewusst", erklärt er.
Selbstheilungscoach Hörmann begleitet - wie der Name schon verrät - seine Patienten auf dem Weg zur Selbstheilung. Denn Heilung ist für ihn immer Selbstheilung. "Wir können Blockaden entfernen, aber heilen können wir niemanden, das kann nur der Mensch selbst", so Hörmann. Zu seinen Patienten zählten hauptsächlich Menschen, die sich vom konventionellen System keine Heilung mehr versprächen und "in einer Starre festsäßen". Hörmann legt sein Einzugsgebiet auf 60 bis 70 Kilometer fest. "Die Leute schätzen meine spezielle Art der Arbeit im Gesamtpaket", erzählt er. Die Entwicklung im Gesundheitsdenken merkt auch Hörmann. "Manche Leute sind mir gegenüber zwar noch etwas skeptisch, aber sie öffnen sich meiner Arbeit immer mehr."

Gesundheitsversorgung

Seit 1995 gibt es das "Theramed" in Bad Staffelstein. Aktuell ist es sogar das größte private Rehazentrum in ganz Oberfranken. Michael Klob lobt besonders die positive Entwicklung in Bezug auf die Gesundheitsversorgung vor Ort. "Für eine oberfränkische Kleinstadt kann man auf diese Entwicklung wirklich stolz sein", meint der gebürtige Bad Staffelsteiner. Seiner Meinung nach hat man hier eine glückliche Versorgungslage. "Wir profitieren ganz klar von guten Akutkliniken in der Nähe. Aber auch die Anzahl der Haus- beziehungsweise Fachärzte ist für die Größe Bad Staffelsteins beachtlich", sagt Klob.

Für ihn steht aber fest, dass die Eigenverantwortung der Patienten unterstützt werden müsse. Um die Mobilität der Patienten auch in Zukunft gut unterstützen zu können, steht beim Theramed eine räumliche Erweiterung an. Auf weiteren 500 Quadratmetern soll das "Gesundheitsstudio für ältere Patienten weiter geöffnet werden", sagt Klob.

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