Michelau
Korbmuseum

Die flechtende Fleischerin im Michelauer Korbmuseum

Hoheiten aus ganz Deutschland sind im Deutschen Korbmuseum zu Gast.
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Flechtwerkgestalterin Nina-Regina Nötzelmann (rechts) zeigt, wie es geht. Fotos: gerda Völk
Flechtwerkgestalterin Nina-Regina Nötzelmann (rechts) zeigt, wie es geht. Fotos: gerda Völk
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"Bratwürste gehen leichter zu machen", meint Irene Kästner und beugt sich wieder über ihre Flechtarbeit. Die gelernte Fleischerin verkörpert mit ihren Ehemann Werner einen historischen Berufsstand.

Um das Jahr 1750 zogen in Thüringen Wanderfleischer während der Wintermonate über die Dörfer, nahmen Hausschlachtungen vor und stellten alle möglichen Wurstsorten her. Auf einer Kraxe hatte der Wanderfleischer alle seine Werkzeuge dabei, die für eine Hausschlachtung notwendig waren. Als "Lohn" erhielt er einen Teil der Schlachtung, den seine Frau auf umliegenden Märkten verkaufte.

Fächer aus Peddigrohr

Im Vorfeld des Korbmarktes hat Korbstadtkönigin Alicia I. königliche Hoheiten aus ganz Deutschland zu einem Besuch ins Deutsche Korbmuseum eingeladen. Nach einem Rundgang durch das Museum stand ein Flechtkurs auf dem Programm. Neben der Bierprinzessin Kerstin Friedrich des Landkreises Haßberge und der Bayerischen Honigprinzessin Doris waren auch "extravagante" Majestäten gekommen, wie die Königin der Texte Charlene Wolff aus Hamburg. Es galt einen Fächer aus Peddigrohr zu flechten. Ein Material, das aus dem Stamm von Rattanpalmen gewonnen wird. Um es biegsam zu machen, muss es wie Weide im Wasser eingeweicht werden. Das Grundgerüst des Fächers hat Flechtwerkgestalterin Nina-Regina Nötzelmann schon mal vorgearbeitet.

Sie klärt kurz über das Material auf, und zeigt die ersten Handgriffe. Vereinzelte Anfangsschwierigkeiten waren schnell überwunden und die Fächer nahmen Gestalt an. "Auch, wenn man es noch nie gemacht hat, dafür geht es doch ganz gut", freut sich die Königin der Texte. Und Apfelkönigin Christina I. muss feststellen, dass Flechten sogar Spaß macht. Die junge Frau aus St. Wolfgang wusste gar nicht, dass es ein Korbmuseum gibt. Manch eine "Majestät" ist so begeistert, dass sie sogar noch einen zweiten Fächer anfertigt, für "Kolleginnen" die nicht dabei sein konnten.

Es ist eine fröhliche Runde, die im Erdgeschoss des Altbaus zusammensitzt und Erfahrungen austauscht. Beim großen Königinnentreffen am heutigen Korbmarktsamstag in Lichtenfels werden 48 Produktbotschafterinnen erwartet.

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