Der Regen fiel, eine Sau drehte sich am Spieß, ein Karussell hingegen drehte sich nicht und unter einem Zelt sang Oliver Randak Balladen. Es wäre falsch, das dritte Lichtenfelser Dämmers(c)hoppen des Stadtmarketingvereins auf solch traurige Impressionen zu verknappen. Es war nämlich das Wetter, das der guten Absicht am Samstagabend einen gehörigen Streich spielte.


Schirme, soweit das Auge reicht

Das Markenzeichen des Abends dürfte der Regenschirm gewesen sein. Nahezu jeder Passant, den es zum Dämmers(c)hoppen trieb, war mit solchem unterwegs. So ging er vorüber an Lichtsäulen, die in die Höhe ragten, aufgeblasen und aus sich heraus farblich leuchtend.
So ging er durch das Untere Tor, das gleichsam wie ein bunter Einlass in eine Verkaufswelt von Licht gekennzeichnet war. Überhaupt stieß der Betrachter in der Innenstadt auf manche solcher Hingucker. Es sollte das Bummeln und dämmers(c)hoppen angenehm begleiten, zum dritten Mal nach den Vorjahren.
Einkauf, Genuss und Erlebnis bis 22 Uhr waren angekündigt, mit Show-Einlagen zwischen Musik, Zauberei, Feuerwerk und literarischer Lesung, zwischen Herbst- und Kunsthandwerkmarkt. Doch trotz Wind und Wetter kam auch die Sprache auf Passanten, die sich das Bummeln nicht nehmen ließen. Michael Blume, als Zauberkünstler selbst Teil des von Citymanager Steffen Hofmann zusammengestellten Programms, wusste von ihnen: "Die, die ich zu einer Vorführung zu mir rangeholt habe, waren gut drauf." Ein gutes Zeugnis stellte dem Lichtenfelser auch der Coburger Oliver Randak aus. "Es ist mehr los, als ich gedacht habe", so der Musiker. Dann zog er einen Vergleich, der Balsam für eine Lichtenfelser Seele ist: "In Coburg wäre es (sein Auftritt) eine bezahlte Probe gewesen."
Und er fügte an: "Beim Feiern sind die Lichtenfelser härter drauf als die Coburger." Die, die so hart waren, sammelten sich bei Einbruch der Dämmerung unter einem Zelt am Marktplatz.


Geselligkeit mit Sau am Spieß

Zu dieser Zeit hatte das Kinderkarussell seinen Betrieb schon eingestellt. Was sich jedoch drehte, war die Sau am Spieß, die der Bäckerfachverein zubereiten ließ. So wurde es doch noch gesellig. Heiter blieb auch Christina Galada, Betreiberin eines Süßigkeitenstandes und schon erfahren in den Dämmers(c)hoppen der Stadt. Sie führt Listen über den Süßigkeitenverbrauch und notiert sich solche Dinge wie Wind und Wetter. "Letztes Jahr lief es besser und es war ähnliches Wetter - aber es war etwas wärmer", so ihre Auskunft. Ob sie 2018 wieder aus Neuenmarkt/Wirsberg anreisen würde? "Natürlich, klar", beantwortet sie spontan diese Frage. Auch in Geschäften ist man der Ansicht, dass das Konzept an sich stimmig ist.