Bad Staffelstein
Brauchtum

Der liebe Kult um Sankt Valentin

Was ist dran am Valentinstag? Sollte man schenken - sollte frau sich beschenken lassen? Was gibt's außer Blumen noch? Das Beschenken ist nicht nur zu Weihnachten eine Kunst, die Fantasie erfordert. Kreativität ist im ganzen Jahr beliebt.
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Für 20 Euro gibt es einen  individuell gebundenen Blumenstrauß vom Floristen. Valentinstag hin, Brauchtum her: Ein solcher Strauß bringt Farbe in den tristen grauen Februar - und schon deshalb ist so ein Strauß sein Geld wert.Matthias Einwag
Für 20 Euro gibt es einen individuell gebundenen Blumenstrauß vom Floristen. Valentinstag hin, Brauchtum her: Ein solcher Strauß bringt Farbe in den tristen grauen Februar - und schon deshalb ist so ein Strauß sein Geld wert.Matthias Einwag

er Valentinstagsreflex: Blumen schenken! Der Brauch sieht das ja vor. Und Blumen sind ja auch wunderschön. Aaaber: Wer Fantasie besitzt, darf sich durchaus Gedanken machen, ob vielleicht eine Zugabe zu den obligatorischen Blumen mehr Freude bringt. Wir haben uns in Bad Staffelstein umgehört, was ihm, ihr oder divers geschenkt werden könnte.

Da ist zum einen das klassische Candle-Light-Dinner. Im Hotel-Restaurant Rödiger gibt's am Valentinstag ein Vier-Gänge-Menü, das jedoch bereits ausgebucht ist. Chefkoch Rico Pfitzner hat sich dafür eine Speisenfolge einfallen lassen, die das Dinner for Two zum Erlebnis werden lässt. Dabei, sagt er, spielt auch die Tischdekoration eine große Rolle.

Doch nicht nur zum 14.2. ist ein solcher Abend zu empfehlen, sondern auch zum 15.3. oder 16.4. und so fort - eben das ganze Jahr hindurch. Wer etwas Besonderes haben möchte, sollte allerdings vorbestellen. Küchenchef Rico Pfitzner ist jederzeit bereit, gewünschte Speisen individuell zuzubereiten: "Manchmal sprechen Männer das ab." Ratsam ist das allemal, denn der preisliche Rahmen sollen ebenfalls abgeklärt werden.

Wer allzu blauäugig ist und noch schnell für heute Abend einen Tisch für Zwei reservieren möchte, der könnte sein blaues Wunder erleben, weil alles seit Tagen schon ausgebucht ist.

Blumenstrauß mit Herz

"Blumen sind nach wie vor das A und O", sagt der Juwelier Georg Krappmann. Denkbar sei natürlich, dass man den Valentinstagsstrauß noch ein wenig veredelt: Ein kleines Herz als Anhänger sei bei Jüngeren durchaus beliebt.

Doch Liebe geht nicht nur durch den Magen oder lässt sich visuell befeuern. Wer seinem Lieblingsmenschen nicht ganz uneigennützig eine Freude machen möchte, ist mit einem Wellness-Tag in der Obermain-Therme gut beraten. Nägel lackieren, Augenbrauen korrigieren, Wimpern färben - davon haben beide etwas, Frau und Mann.

Entspannen im Thermalbad

Ironie beiseite: Einen Tag in der Therme und im Sauna-Land zu entspannen, ist nicht der schlechteste Plan für diesen grauen Tag in den Iden des Februar. Wer weiß: Vielleicht würde Valentin, Patron der Liebenden, wenn er heute noch lebte und nicht durch Märtyrertod aus dieser Welt geschieden wäre, statt der Blumen den Besuch des Thermalbads empfehlen. Das Entspannen in den Thermen schätzten schließlich schon die alten Römer, weil sie sich dort jünger fühlten.

Im Nebenamt wird der vielseitige Heilige Valentin übrigens als Patron der Jugend sowie der Reisenden und Imker verehrt. Zudem wird er angerufen bei Wahnsinn, Epilepsie und Pest, seine Fürsprache soll zur Bewahrung der jungfräulichen Unschuld sowie zu einer guten Verlobung und Heirat verhelfen.

"Wir haben viele Angebote für Paare - und das während des ganzen Jahres", sagt Diana Geißendorfer von der Obermain-Therme, etwa die "Arrangements für Zwei". "Baden wie in Champagner" heißt das Partnerarrangement, bei dem sich ein Paar bei stimmungsvoller Musik in der mit zwölfprozentiger Originalsole gefüllten Piscina entspannen darf.

Eine weitere Idee zum Valentinstag wäre, sich als Paar fotografieren zu lassen. "Zwei zahlen am 14. Februar denselben Preis wie Einer", sagt Heidi Aigner-Klob vom Staffelsteiner Fotostudio "promedia" ein wenig salopp. Zum 14. Februar ließen sich zwar bisher kaum Paare fotografieren - aber warum eigentlich nicht?

Farbe und Freude für den Februar

Wer über Goldherzchen, Candle-Light-Dinner und Ursole-Baden lieber bei klassischen Blumen bleiben möchte - bitteschön. So zwischen 15 und 20 Euro kostet ein individuell gebundener Strauß, sagt die Floristin Gudrun Goos vom Staffelsteiner Blumenhaus Karl Bieber. Der Strauß, den sie für 20 Euro zusammenstellt, ist wundervoll, denn er bringt viel Farbe und Freude in den grauen Februar.

Pro

Eine liebevolle Geste

Warum nicht zu einem bestimmten Tag im Jahr seinem Lieblingsmenschen etwas schenken? Natürlich ist es trivial, ausgerechnet den Valentinstag dafür zu "brauchen". Eigentlich könnte man jeden Tag des Jahres dafür reservieren. Denn angesichts einer Welt, die nicht gerade friedlicher und warmherziger wird, ist eine solche Geste des Schenkens doch etwas Schönes. Wer weniger Fantasie hat, schenkt eben einen klassischen Blumenstrauß. Wer sich mehr Gedanken macht, was dem anderen gefallen könnte, hat die Auswahl: Eine Einladung zum Bowling, ein gemeinsames Abendessen, ein Kino-Besuch oder Wellness in der Obermain-Therme... Es gibt viele Möglichkeiten, sich gegenseitig eine Freude zu machen - und sie müssen nicht einmal einen kommerziellen Hintergrund haben. Insgesamt gesehen ist der Valentinstag eine nette Erinnerung: Tu' mal wieder was Gutes, zeig' deinem Lieblingsmenschen, dass du an ihn denkst. Man muss ja nicht gleich zum Märtyrer werden wie Valentin. Matthias Einwag

Contra

Ein Hoch auf den Kommerz

Man läuft durch die Stadt und findet an jedem Geschäft einen Aufkleber oder Werbereklame: "Vergessen Sie nicht: Am 14. Februar ist Valentinstag!" Sei es ein Blumenladen, die Confiserie um die Ecke, der Schmuckladen oder auch der Wäscheladen, jeder möchte ein Stück des Verliebtseins-Kuchens abbekommen. Da stellt sich dann die Frage: Wer freut sich denn am Valentinstag mehr? Die Beschenkten, oder jene, die anlässlich dieses Tages so viel Umsatz machen wie das nächste halbe Jahr nicht? Der krönende Abschluss dieses Tages voller Liebe ist ein Dinner zu zweit, bei dem die Namen der Gerichte nach möglichst viel Liebe klingen müssen - und auch so viel kosten. Am besten man reserviert schon vier Wochen vorher, sonst sieht es schlecht aus mit dem Platz beim Italiener. Eng an eng stehen die Tische, damit ja genug Pärchen Platz haben. Das Highlight dann ist der Heiratsantrag, der genau an diesem Tag sein muss. Alle, die nicht im Wahn sind, sollten da besser zuhause bleiben.Stefanie Gleixner



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