Bad Staffelstein
Fotografie

Der Kirchplatz wird zum Catwalk

Zum ersten Mal veranstalteten die Staffelsteiner Kultur- und Freizeitfreunde einen Foto-Walk. Dabei diente die Altstadt als Kulisse für die Hobbyfotografen die vier junge Frauen porträtierten.
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Vier junge Frauen stellten sich den Staffelsteiner Hobbyfotografen als Models zur Verfügung.Matthias Einwag
Vier junge Frauen stellten sich den Staffelsteiner Hobbyfotografen als Models zur Verfügung.Matthias Einwag
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In größeren Städten gibt es sowas schon längst: Hobbyfotografen suchen sich Amateur-Models, mit denen sie durch Straßen und Gassen ziehen, um die Mädels an reizvollen Orten zu porträtieren. Foto-Walk heißt das auf Neudeutsch. Das können wir auch, dachte sich Stefan Hemmerlein von der Fotogruppe der Staffelsteiner Kultur- und Freizeitfreunde und bot kurzerhand einen Workshop an. Als Fotostudio war der Staffelsteiner Stadtkern ideal. Vier junge Frauen waren spontan bereit, als Models dabei zu sein und für acht Hobbyfotografen zu posieren.
Das Licht der tiefstehenden Sonne ist an diesem Juni-Abend optimal. Im Markthof werden die ersten Aufnahmen gemacht. Das Eis ist schnell gebrochen, denn die vier jungen Frauen haben sichtlich Spaß daran, fotografiert zu werden.


Models aus Maintal und Banzgau

Vanessa Volger (18) aus Zapfendorf, Nina Leicht (21) aus Eggenbach, Julia Trütschel (21) aus Stadel und Miriam Würstlein (25) aus Döringstadt besitzen schon Erfahrung als Amateur-Models, denn sie ließen sich schon mehrmals von Stefan Hemmerlein porträtieren. Der 29-Jährige hat die Porträtfotografie vor einigen Jahren als Hobby für sich entdeckt. Seither bildete er sich kontinuierlich fort und ist auch stets auf dem aktuellsten Stand, was technische Neuerungen betrifft.
Vom Markthof ziehen die Models und Fotografen durch die Bahnhofstraße zum Kirchplatz hinüber, der vom Abendsonnenlicht geflutet ist. Aus der Kirche erklingt Orgelmusik. Die Models werfen lange Schatten auf das Kopfsteinpflaster des Platzes, während die Fotografen ihre Objektive ausrichten ("Immer nur einer!", mahnt Stefan Hemmerlein) und das Licht mit einem Reflektor auf das jeweils gewünschte Maß verstärken. "So offenblendig wie möglich fotografieren, um Hintergrundunschärfe zu erzeugen", rät Stefan Hemmerlein den Kollegen von der Fotogruppe. Und die sind eifrig dabei, Vanessa, Julia, Nina und Miriam in Szene zu setzen.
Man braucht eigentlich nicht viel, um gute Porträtfotos zu machen, erklärt der Workshop-Leiter. Er meint damit nicht die Ausrüstung, sondern die Umgebung. Gute Porträtfotos können an nahezu jedem Ort entstehen. Eine Straßenlaterne, eine hölzerne Kellertür, ein Sandstein-Torbogen - mehr muss gar nicht sein. Außer dem Lächeln des Models natürlich.
"Das geht schon fast in die Richtung Street-Fotografie. Du läufst herum und findest überall spontan gute Spots und Locations", sagt Stefan Hemmerlein. Der Zapfendorfer, der in Staffelstein aufgewachsen ist, staunt an diesem Abend selbst, wie viele Ecken und Winkel es im Stadtkern gibt, die sich als Hintergrund für ein Porträtfoto eignen.


Zeit nehmen zum Fotografieren

Und wie ist die Resonanz bei Fotografen und Models? Mit fränkischem Understatement antworten Robert Geisel und Karl-Heinz Schütz, sie hätten schon den einen oder anderen Kniff dazugelernt. Was man auf jeden Fall brauche, um gute Bilder zu machen, sei genügend Zeit, darin sind sich die beiden Männer einig.
Und die vier jungen Frauen hatten ebenfalls viel Spaß an dem Workshop. Sie freuen sich jetzt schon auf die Bilder, die Stefan Hemmerlein ihnen versprochen hat. Zuvor wird er die Aufnahme am Computer jedoch noch nachbearbeiten. Denn das gehört auch zu diesem Hobby.


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