Lichtenfels
Laub

Der Herbst kann so schön sein: Blätter am Boden sind idyllisch und wichtig für unser Ökosystem

Ein sauberer Garten ist für viele Pflicht im Herbst, jedoch leiden viele Bewohner des Gartens unter der Sterilität. Wer Umwelt- und Artenschutz betreiben will, kann in seinen Garten anfangen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Schönheit des Laubs wird oftmals außer Acht gelassen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Die Schönheit des Laubs wird oftmals außer Acht gelassen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Der intensive Herbstputz in vielen Gärten ist zum größten Teil überflüssig und kontraproduktiv. Lässt man diesen, ist im Frühjahr nur noch nur die Hälfte zu tun, weil die Natur die andere Arbeit schon für uns erledigt hat. Alle Pflanzen und Nützlinge im Garten danken uns dafür. Das "Wartenkönnen" ist ein sehr wichtiger Beitrag zum Natur- und Umweltschutz. Die hoch geputzten Gärten sind zudem im Winter total langweilig. Abgeblühte Stauden und Gräser, so wie viele Samenstände geben auch im Winter dem Garten Struktur und ein Gesicht. Wie schön ist es, wenn Reif auf den verbleibenden schützenden Blütenschirmen der Bauernhortensien liegt und die letzten Rosenblüten überzuckert vom ersten Frost sind. Das ist Romantik pur. Der beste Winterschutz bei Herbstastern und Co. ist zudem, die abgestorbenen Stängel stehen zu lassen und erst im Frühjahr vor dem Neuaustrieb abzuschneiden. So sind die Pflanzen vor Nässe und Frost am besten geschützt.

Blätter sollten bewundert werden

Fast immer werden nur die Blüten eines Baumes oder Strauches bewundert. Wie schön auch ein einzelnes Blatt, wie zum Beispiel von einem Zauberhasel, im Herbst sein kann, fällt kaum einem auf. Es soll sogar Menschen geben, die Laub als "Dreck" ansehen. Manche sagen sogar, die Natur sei der größte Umweltverschmutzer, da die Bäume im Herbst die Blätter fallen lassen. Einem biologisch denkenden Gärtner fällt es schwer, solche Aussagen zu kommentieren, da ihm sonst der Kragen platzt. Für ihn sind Blätter der Schmuck des Baumes. Leider gibt es noch viel zu wenige, welche biologische Zusammenhänge verstehen. Darum ist es wichtig, diese zu vermitteln. Wer hat nicht schon als Kind einzelne Blätter aufgehoben und bewundert. Gern hat man auch kleine Sträuße aus diesen gemacht. Noch schöner ist es natürlich, wenn jemand die Liebe zur Natur auch im Erwachsenenalter beibehält und nicht nur die "unordentlich herumliegenden Blätter" sieht.

Warme Farben verschönern den Alltag

Der Herbst macht mit seinen wunderbaren warmen Farben die Welt schöner, und wenn später die Blätter gefallen sind, auch ein bisschen durchsichtiger. So geben die Laubbäume im Sommer Schatten. In der kühlen und kalten Jahreszeit dagegen kann im laublosen Zustand die Sonne bis zum Boden scheinen. Das Licht nutzen dann die Winter- und Frühjahrsblüher voll aus. Wenn sich das Blätterdach im Mai wieder schließt, ziehen diese Pflanzen ihre oberirdischen Teile langsam ein, um erneut Kraft für das kommende Jahr zu sammeln. Das Laub hat bei diesem Vorgang eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Nur unter einem warmen Blättermantel können Winterlinge, Märzenbecher, Leberblümchen und Tulpen prächtig gedeihen. So werden sie dann von Jahr zu Jahr schöner.

Laub essentiell für den Regenwurm

EinRegenwurm kann in einer Nacht bis zu 20 Laubblätter in seine Gänge ziehen. Dort werden sie zuerst an die Wände geklebt, um sie im Boden anrotten zu lassen. Erst nach diesem Prozess können die Blätter verspeist werden. Mit seinem nährstoffreichen Kot düngt der Regenwurm den Garten. So wird auch die Humusversorgung des Bodens aufrecht erhalten und unter anderem Stickstoff, Phosphor und Kali als Verdauungsprodukte eingebracht. Der Regenwurm Kot düngt besser als die gleiche Menge Kompost. Ein Gärtner, der sich den Regenwurm zum Freund macht, erspart sich viel Arbeit und zusätzlichen Dünger. Das Laubrechen aber unterbricht den Kreislauf der laufenden Fütterung. Eine nicht weniger wichtige Tätigkeit des Regenwurmes in die Durchlüftung des Bodens durch die Fraßgänge, die bis zu zwei Meter tief gehen können. In diesem weitverzweigten Röhrensystem haben es die Pflanzenwurzeln viel leichter sich auszubreiten und auch tiefere Region zu erobern. Außerdem kann Staunässe im Boden verhindert werden, da das überschüssige Wasser in den Gängen der Regenwürmer schneller nach unten abwandern kann.



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren