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Der große Wurf

Concept Laser und GE Additive investieren über 100 Mio. € und bauen in Lichtenfels einen 3D-Campus, der Entwicklung, Produktion und Logistik vereinen soll.
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Grafik: Concept Laser
Grafik: Concept Laser
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Ende 2016 sahen die Neubaupläne der Firma Concept Laser noch anders aus. Doch es reifte die Überzeugung, dass man auf dem Betriebsgelände "An der Zeil" schon bald wieder an die Grenzen stoßen würde. Weil das Unternehmen so stark wächst, hatte es sich den US-Konzern General Electric (GE) als starken Partner ins Boot geholt. GE Additive hält 75 Prozent der Unternehmensanteile. In den neuen Strukturen wird der Kurs fortgesetzt. Vor allem die Abteilung Forschung und Entwicklung soll vergrößert werden. Im März setzt ein Anruf von Frank Herzog beim Lichtenfelser Bürgermeister eine konzertierte Aktion in Gang. Der Geschäftsführer von Concept Laser präsentiert die neuen, großen Pläne des Unternehmens: Über 100 Millionen Euro sollen investiert werden - in Infrastruktur, Personal und Maschinen. Doch für den 3D-Campus, der Entwicklung, Produktion und Logistik vereint, wird viel Fläche benötigt. Und es muss schnell gehen, um die Unternehmensziele zu erreichen. Concept Laser will an seinem künftigen Standort bereits Ende 2018 produzieren.
Schon im April stimmt der Stadtrat in einer Sondersitzung den Plänen zu. Das zwölf Hektar große Gewerbegebiet nahe der A 73 im Stadtteil Seubelsdorf, dessen Erschließung die Stadt für Neuansiedelungen vorangetrieben hat, geht komplett an den heimischen Global Player. Das Areal ist mehr als elf Fußballfelder groß.
In der Stadtverwaltung wie auch im Landratsamt werden alle Hebel gezogen, damit die willkommene Unternehmensentscheidung umgesetzt werden kann. Während auf dem Verwaltungsweg unter Hochdruck an dem zugehörigen Bebauungsplan gearbeitet wird, nehmen Bagger und Baufahrzeuge das künftige Gewerbegebiet für die Vorarbeiten in Beschlag.


Ehrgeiziger Zeitplan

Im September wird die Baugenehmigung erteilt, die den gewünschten Baubeginn am 1. Oktober ermöglicht. Ende November markiert der offizielle erste Spatenstich mit der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) einen Meilenstein dieser Erfolgsgeschichte. Die Zahl der Mitarbeiter der im Jahr 2000 von Frank Herzog gegründeten Concept Laser-GmbH ist mittlerweile auf fast 400 gestiegen. In den neuen Räumen werden fast 700 Platz haben. Eine gute Nachricht für die Stadt und die gesamte Region. Der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) ist froh über die Chance, die seiner Kommune gegeben wurde: "Das ist ein enormer Schub für Lichtenfels. Dass wir das so schnell hinbekommen haben, wird die Stadt über Jahre positiv beeinflussen."
Die 3D-Metalldrucktechnologie wird in vielen Branchen eingesetzt - Luftfahrt, Automobilindustrie, Werkzeug- und Formenbau sowie Medizin- und Dentaltechnik. In den Anlagen wird Metallpulver durch Licht geschmolzen, Schicht für Schicht entstehen Bauteile. In dieser Methode steckt enormes Potenzial. Auch die Robert Hofmann GmbH profitiert davon und wächst: Im Mai findet im Gewerbegebiet "An der Zeil" der Spatenstich für den Bau zweier neuer Hallen statt. Eine neue Energiezentrale und ein Pförtnerhaus entstehen. Mit 15 Millionen Euro ist es die höchste bauliche Investition in der Firmengeschichte. Die Stadt Lichtenfels beschließt, für dieses Gebiet Erweiterungsmöglichkeiten auf 38 Hektar zur Verfügung zu stellen. "Jeder spürt es, in der Lichtenfelser Wirtschaft steckt Dynamik", stellt Landrat Christian Meißner (CSU) fest.


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