Lichtenfels
Immobilie

Denkmalhaus in Lichtenfels steht zum Verkauf

Das Haus Coburger Straße 20 wird zum Verkauf angeboten. Die Stadt Lichtenfels möchte die notwendige Sanierung nicht selbst in die Hand nehmen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wer macht etwas aus dem einstigen Wohn- und Geschäftshaus Coburger Straße 20? Jetzt wird das Gebäude, das der Stadt Lichtenfels gehört, auf dem öffentlichen Immobilienmarkt angeboten. Popp
Wer macht etwas aus dem einstigen Wohn- und Geschäftshaus Coburger Straße 20? Jetzt wird das Gebäude, das der Stadt Lichtenfels gehört, auf dem öffentlichen Immobilienmarkt angeboten. Popp

Was wird aus dem leerstehenden Haus Coburger Straße 20? Seit Jahren ist diese Frage offen. Jetzt bereitet die Stadtverwaltung den Verkauf vor. Die Ausschreibung beinhaltet eine Besonderheit: Nicht der Meistbietende soll neuer Eigentümer werden, sondern derjenige, der das beste Konzept für die künftige Nutzung vorlegt. Eingedenk der Tatsache, dass die denkmalgerechte Sanierung des schon Jahrzehnte leerstehenden Gebäudekomplexes einen hohen Aufwand erfordern wird, ist der festgesetzte Preis niedrig: 30 000 Euro. Das Grundstück nahe der Bahnunterführung umfasst 244 Quadratmeter, in dem einstigen Wohn- und Geschäftshaus sind zwei Etagen zu jeweils um die 220 Quadratmeter nutzbar.

Anfragen gab es schon

Wie bereits im Sommer berichtet, soll es schon mehrere Anfragen von Interessenten gegeben haben. Durch Einbindung ihrer Stadtsanierungsberaterin Rita von Frantzky vergrößert die Verwaltung den Kreis der Kontakte. Der Hauptausschuss als vorberatendes Gremium hatte sich für einen Verkauf ausgesprochen, dem folgte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit und setzte damit einen Schlusspunkt unter Überlegungen, die sich über Jahre hinzogen. Wohnungen für anerkannte Asylanten hätten in dem Gebäude entstehen können, dafür bietet der Freistaat Fördermittel in ganz erheblicher Dimension an. Dazu gab es allerdings kritische Stimmen. Rein vom Zuschnitt her erschien das Gebäude für den Einbau kleinerer Wohnungen nicht ideal; mehr als drei wären nach Einschätzung des Stadtbaumeisters nicht darin zu realisieren.

Eine Stigmatisierung?

Ob der Umbau für eine spezielle Bevölkerungsgruppe zu einer Stigmatisierung geführt hätte, sei dahingestellt. Stadträtin und Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) hatte diese Befürchtung mehrfach in den Raum gestellt. Eine Mischnutzung wäre ebenso möglich gewesen, dann halt mit geringerer staatlicher Förderung. Die Baukosten waren von einem Architekturbüro auf 800 000 Euro geschätzt worden.

Letztlich gab aber die personelle Situation in der Bauverwaltung den Ausschlag, die Lösung in andere Hände zu legen: Viele Projekte müssten derzeit von dieser betreut werden, merkte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) an - Projekte, denen höhere Priorität eingeräumt wird. Zwei Stadträte aus seiner Fraktion hätten das Haus dennoch lieber in städtischer Hand belassen und stimmten gegen den geplanten Verkauf - ohne nähere Erklärung zwar, doch sicher auch vor dem Hintergrund, dass man die Stadt in der Pflicht sieht, Wohnraum für Menschen mit kleinsten Einkommen zu schaffen. Auf dem freien Wohnungsmarkt steht das finanzielle Interesse naturgemäß über dem sozialen Aspekt.

Nun darf man also gespannt sein, welche Nutzungskonzepte Interessenten für das innerstädtische Anwesen vorlegen. Dabei macht die Stadt keine Vorgaben: Es können sowohl Geschäftsräume als auch Wohnungen eingebaut werden. Oder eine Mischung von beidem, wie es einst war. Die Sanierungskosten dürften für einen privaten Investor niedriger liegen; erfahrungsgemäß sind Bauten der öffentlichen Hand erheblich teurer.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren