Altenkunstadt
Gemeinderatsbeschlüsse

Das Trinkwasser wird in der Gemeinde Altenkunstadt billiger

Der Wasserpreis in der Gemeinde Altenkunstadt sinkt um 18 Cent auf 1,92 Euro. Dafür steigt die Abwassergebühr um 70 Cent an.
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Das Altenkunstadter Trinkwasser wird künftig 18 Cent je Kubikmeter weniger kosten.Symbolbild: Jochen Eckel/dpa
Das Altenkunstadter Trinkwasser wird künftig 18 Cent je Kubikmeter weniger kosten.Symbolbild: Jochen Eckel/dpa

Sekt oder Selters? Die Bürger von Altenkunstadt können mit beiden Getränken anstoßen. Der Gemeinderat beschloss bei seiner Sitzung am Dienstagabend, den Wasserpreis von 2,10 auf 1,92 Euro pro Kubikmeter leicht zu senken, um zugleich die Abwassergebühr um 70 Cent auf 3,90 Euro pro Kubikmeter deutlich zu erhöhen. In der Kalkulation für den Abwasserpreis wurde eine 75-prozentige Finanzierung von Verbesserungsmaßnahmen über Verbesserungsbeiträge mitberücksichtigt. Beide Beschlüsse gelten für den Zeitraum von 2019 bis 2023.

Auch die Herstellungsbeträge, die beim Neubau eines Hauses oder beim Ausbau des Dachgeschosses fällig werden, erhöhen sich ab dem 1. April dieses Jahres: Beim Wasser steigt der Beitragssatz je Quadratmeter bei der Grundstücksfläche von 0,57 auf 0,63 Euro und bei der Geschossfläche von 3,85 auf 4,25 Euro. Beim Abwasser kommt es je Quadratmeter zu einer Erhöhung bei der Grundstücksfläche von 1,50 auf 1,57 Euro und bei der Geschossfläche von 7,02 auf 7,35 Euro.

Auf Burgkunstadt verwiesen

Die Erhöhung bei der Abwassergebühr wäre sogar noch um zehn Cent höher ausgefallen, wäre man dem Vorschlag der Gemeindeverwaltung gefolgt. "Dann müssten wir in den nächsten vier Jahren auch keine Bescheide für Verbesserungsbeiträge an die Bürger verschicken", gab Bürgermeister Robert Hümmer zu bedenken.

"Vier Euro sind ein falsches Signal", erwiderte Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) mit Verweis auf die Nachbarkommune Burgkunstadt. Dort müssen die Bürger nur 2,83 Euro zahlen. Allerdings gilt dort auch eine gesplittete Abwassergebühr. Um "kein neues Fass aufzumachen", verzichtete Winkler darauf, auf diesen Punkt näher einzugehen.

Auf Kompromiss geeinigt

Winkler, Frank Novotny von den Sozialen Bürgern (SB) und Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling hatten zunächst einen Preis von 3,75 Euro ins Spiel gebracht, ehe dann Hans-Werner Schuster (CSU) als Kompromiss 3,90 Euro vorschlug. Sein Vorschlag wurde mit zehn zu vier Stimmen angenommen.

Die Gebühren für Wasser und Abwasser müssen kostendeckend sein. Alle vier Jahre werden sie deshalb neu kalkuliert. Für die Gemeinde Altenkunstadt übernimmt das Dagmar Suchowski. Die Diplom-Betriebs- und Verwaltungswirtin aus Ingolstadt ist als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für die Kalkulation von Abwasser- und Trinkwasserversorgungsanlagen zuständig. Die Referentin hatte ebenso wie die Gemeindeverwaltung und der Bürgermeister für einen Preis von vier Euro pro Kubikmeter plädiert. Sie bezeichnete es als sportliche Herausforderung, bis zum Ende des Kalkulationszeitraums die Verbesserungsbeiträge zu erheben. "Im Falle einer Nichterhebung kommt es zu einer Unterdeckung, die im nächsten Zeitraum wieder ausgeglichen werden muss", gab die Expertin zu bedenken.

Unterdeckung von 88 000 Euro

Als Gründe für die Erhöhung der Abwassergebühr nannte Suchowski die Sanierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre, die zu einer Unterdeckung von 88 000 Euro geführt hätten. Für diese Ausgaben in Millionenhöhe habe die Gemeinde noch keine Verbesserungsbeiträge erhoben. In die Verbesserungsbeiträge werden nach Auskunft von Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff folgende Maßnahmen miteinfließen: der Anschluss von Burkheim und Pfaffendorf an die Zentralkläranlage in Burgkunstadt, die Umstellung von Misch- auf Trennsystem in den Ortsteilen Spiesberg und Zeublitz sowie die geplanten Sanierungen der Kanäle in Baiersdorf und in Altenkunstadt in der Weismainer Straße.

"Als Sonderrücklage verbuchen"

Bei der Wasserversorung hingegen war es laut Suchowski zu einer Überdeckung in Höhe von 150 000 Euro gekommen. Dafür nannte sie zwei Gründe: Zum einen habe die Erhebung von Verbesserungsbeiträgen die kalkulatorischen Kosten gesenkt, zum anderen seien die Personal- und Sachkosten besser ausgefallen als in der Vorausschau prognostiziert. Eigentlich hätte die Gemeinde den Wasserpreis sogar auf 1,88 Euro senken können. Auf Empfehlung Suchowskis entschied man sich dafür, noch vier Cent draufzulegen. "Das können Sie als Sonderrücklage verbuchen, die Ihnen in den nächsten vier Jahren 45 000 Euro bescheren, die sie für Maßnahmen im Bereich der Wasserversorgung einsetzen können", begründete sie ihren Vorschlag.

Die maroden Keller in Prügel werden aus Sicherheitsgründen verfüllt

Die maroden Keller im Ortsteil Prügel müssen aus Sicherheitsgründen verfüllt werden. Die Firma Knappe aus Bamberg wurde in nichtöffentlicher Sitzung damit beauftragt, die Bohrarbeiten auszuführen. Kostenpunkt: 13 440 Euro. Die Verfüllung der Keller übernimmt die Cemex Deutschland AG mit Sitz in Nürnberg zum Preis von 78 000 Euro.

Der Mobilfunkmast auf dem Altenkunstadter Hochhaus in der Woffendorfer Straße soll durch einen auf dem Külmitzberg ersetzt werden. Der Bürgermeister teilte mit, dass die Deutsche Funkturm GmbH, eine Tochtergesellschaft der Telekom, einen Stromanschluss für den neuen Standort beantragt habe. "Es schaut gut aus mit dem Abbau des Hochhausmastes noch in diesem Jahr", frohlockte Hümmer.

Auf Anregung von Walter Limmer von der Jungen Wähler-Union (JWU) wurde einstimmig beschlossen, ein Verkehrskonzept in die Planungen für die Sanierung der Grundschule mitaufzunehmen. Dadurch sollen noch sicherere An- und Abfahrten mit dem Schulbus ermöglicht werden. Hümmer betonte, dass bereits jetzt die Sicherheit der Schüler gewährleistet sei.

Der Austritt vom Gemeinderat Jan Riedel aus der FBO-Fraktion machte eine Neubesetzung des Rechnungsprüfungsausschusses nötig. Hans-Werner Schuster (CSU) wurde zum Nachfolger Riedels gewählt, der bislang stellvertretender Ausschussvorsitzender gewesen war.

Der Gemeinderat bestätigte Andreas Fugmann als Kommandanten der Feuerwehr Maineck und Sebastian Fugmann als seinen Stellvertreter. Außerdem wurden Andreas Schreck als Kommandant der Feuerwehr Burkheim und Sebastian Knauer als sein Stellvertreter bestätigt.

Zu Beginn der Sitzung hatten sich die Mitglieder des Gremiums in stillem Gedenken an Konrad Wickles von ihren Sitzen erhoben. Der am 1. März Verstorbene war von 1969 bis 1973 Gemeinderat der ehemals selbstständigen Gemeinde Maineck. Zudem unterrichtete er von 1964 bis 1974 an der ehemaligen Mainecker Grundschule und bis 1977 an der Altenkunstadter Grundschule.

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