Pfaffendorf
Konzert

Das ging den Zuhörern in Pfaffendorf richtig unter die Haut

Der "Main-Line-Gospelchor" aus Schwarzach begeisterte das Publikum in Pfaffendorf mit seinen ausdrucksstarken Interpretationen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit Gospels, Spirituals und Popsongs begeisterte der Chor "Main-Line Gospel" aus Schwarzach unter Leitung von Heinz Bittermann bei einem Konzert in der Pfaffendorfer St. Georgskirche. Foto: Bernd Kleinert
Mit Gospels, Spirituals und Popsongs begeisterte der Chor "Main-Line Gospel" aus Schwarzach unter Leitung von Heinz Bittermann bei einem Konzert in der Pfaffendorfer St. Georgskirche. Foto: Bernd Kleinert

"Gospel - die mitreißendste Art, die frohe Botschaft der Christenheit zu vermitteln", schreibt der "Main-Line-Gospelchor" auf seiner Homepage. Keine leeren Worte, wie das Konzert mit dem Schwarzacher Ensemble am Sonntagabend in der katholischen St.-Georgskirche in Pfaffendorf auf beeindruckende Weise deutlich machte. Das 301 Jahre alte Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Großes Klangvolumen

"Es gibt doch nichts Schöneres, als sich an einem trüben, verregneten Herbsttag mit wundervoller Musik verwöhnen zu lassen", meinte Kirchenpflegerin Maria Wiehle. Dieser Ansicht waren offensichtlich auch viele Besucher, denn am Ende der gut eineinhalbstündigen Veranstaltung war oft zu vernehmen: "Schade, ich hätte noch ein bisschen zugehört."

"Main-Line Gospel" setzt sich zusammen aus Frauen und Männern, die mit stimmungsvollen, aber auch leisen und zum Nachdenken anregenden Liedern Menschen eine Freude bereiten möchten. Der Ursprung der Formation reicht zurück in das Jahr 2000, als in der evangelischen Kirchengemeinde Schwarzach auf Vorschlag einiger Konfirmanden ein Chor gegründet wurde.

Mit professioneller Virtuosität und einem atemberaubenden Klangvolumen, das den Kirchenraum bis in den letzten Winkel füllte, begeisterten die Sänger das Pfaffendorfer Publikum. Heinz Bittermann, der seit 2002 den Chor leitet, begleitete die Songs auf dem Keyboard. Sieben Solisten sorgten mit ausdrucksstarken Stimmen für musikalische Farbtupfer. Michael Klein führte humorvoll durch das in sieben Blöcke gegliederte Programm.

Lieder mit Botschaften

Die Liedauswahl war optimal, so dass zu keiner Minute Langeweile aufkam. "Der Herr ist gut, gnädig, und er herrscht für immer" lautet die Botschaft des Gospels "Bless the lord", mit dem die Formation den musikalischen Reigen eröffnete. Die Bitte um Unterstützung und Halt in schweren Zeiten bringt "Lord, hold me now" zum Ausdruck. In die Weite Afrikas, wo die Gospelmusik ihren Ursprung hat, "entführt" der Chor mit den Songs "Kumbayah", "Malisoe" und "Shosholoza". Lieder, die früher den Sklaven Kraft gaben, ihr schweres Leid zu ertragen. Von diesem Leid erzählen auch die Songs "Oh, freedom", "Lord, don't leave me here" und "Beacon of love", die der Black Gospel Music zugeordnet werden.

Drei Geschichten aus dem Alten Testament, darunter die Posaunen von Jericho und die Sintflut mit der Arche Noah, thematisieren die Stücke "Joshua fit the battle of Jericho", "Go down Moses" und "Didn't it rain". Bei Letzterem imitierten die Sänger akustisch mit Händen und Füßen das Prasseln des Regens. Aufmerksam lauschten die Zuhörer der gefühlvollen Ballade "Jesus, I love you" und dem berühmten "Amazing grace".

Atemberaubender Ohrenschmaus

"Wunderschön. Das geht richtig unter die Haut", flüsterte eine begeisterte Zuhörerin.

Beim Spiritual "I will follow him" aus dem Streifen "Sister Act" geht im Publikum die Post ab. "Wir haben 1992 die Rechte an diesem Song vorübergehend an Whoopie Goldberg abgetreten", scherzte Michael Klein.

Als atemberaubender Ohrenschmaus erwies sich der Popsong "Caravan of Love" der Gruppe "The Housemartins" aus dem Jahr 1986. Nicht minder hörenswert war der Song "We are the world". Im Jahr zuvor von Michael Jackson und Lionel Richie geschrieben, ist er den Hungernden in Afrika gewidmet.

Bei den Stücken "Operator - Give me Jesus on the line" und "Halleluja, salvation and glory" bewies der Schwarzacher Pfarrer Ekkehard Weiskopf, dass er nicht nur eine schöne Stimme hat, sondern auch exzellent Saxofon spielt. Das Konzert endete mit dem berühmten "Oh, happy day". Die Zuhörer standen auf, klatschten und swingten zu den Rhythmen des Gospels, der auf einem alten Kirchenlied aus dem 18. Jahrhundert basiert.

Der Beifall des Publikums war derart stürmisch, dass die "Main-Line-Gospels" um eine Zugabe nicht herumkamen. "Sing, praise and shout" sangen sie mit einer Fröhlichkeit, die zu Herzen ging.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren