Lichtenfels
Wahl 2017

Bundestagswahl 2017: So werden in Lichtenfels Wahlplakate geklebt

Zwei Wahlen stehen im September an. Die Lichtenfelser SPD wirbt kräftig für ihre Kandidaten. Am Anfang steht das Kleben der Plakate - in Heimarbeit.
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Mitglieder der Lichtenfelser SPD haben sich im Garten von Sven Eisele getroffen, um gemeinsam die Wahlplakate anzufertigen. Foto: Dominic Buckreus
Mitglieder der Lichtenfelser SPD haben sich im Garten von Sven Eisele getroffen, um gemeinsam die Wahlplakate anzufertigen. Foto: Dominic Buckreus
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Immer doppelt kleistern. Einmal den Plakatständer und einmal das Plakat auf der Rückseite. Schön vorsichtig von oben nach unten. Mit richtig viel Kleister, besonders in den Ecken, sonst hängen sie weg. Dann das Plakat aufkleben, auch von oben nach unten. Zum Schluss mit der Bürste feststreichen. Sven Eisele, Ortsvorsitzender der SPD, leitet seine Genossen an, die sich heute in seinem Hof treffen. Gemeinsam bekleben sie die Plakate, die vor der Bundestagswahl die Straßen und Laternen der Kreisstadt säumen werden.

Getränke hat er bereitgestellt und den Grill angeschürt. Den Auftakt für die Vorbereitungen gestalte er immer etwas lebendig, sagt Eisele. Drei Tapeziertische hat er aufgestellt, auf denen die acht Helfer drei Tage lang kleistern werden. Als Tapezierplatte dienen die großen Plakate der erfolgreichen Stadtratswahl 2014. Ein gutes Omen könnte das sein, meinen einige.


Weg mit den alten Gesichtern

Im Unterstand nebenan hat Eisele die Werbetafeln der vergangen Wahlen aneinandergereiht. Die zuversichtlichen Gesichter, die die Lichtenfelser einst wochenlang angelächelt haben, werden mit einem Riss unkenntlich gemacht. Die Holzständer, auf denen das Papier klebt, verwendet der Ortsverein nämlich jedes Mal wieder, erklärt Eisele. Auch wenn nicht alle den Wahlkampf schadlos überstehen und mal repariert werden müssen.

150-mal wird Thomas Bauske im DIN-A1-Format im gesamten Stadtgebiet zu sehen sein, 50-mal im größeren DIN-A0. Der SPD-Direktkandidat für den Bundestag im Wahlkreis hatte bei der Motivwahl wenig Spielraum. "Wir hatten ein zentrales Foto-Shooting in Berlin, weil es eine bundesweit einheitliche Kampagne ist", sagt er. Den Druck finanziere die Partei, der Ortsverein muss ihr nur mitteilen, wie viele Exemplare er benötigt. Dieser musste allerdings lange darauf warten: Der Druckauftrag ging zwischenzeitlich verloren, erzählt Bauske. Am Ende landete das Papier aber rechtzeitig in Eiseles Hof.

Bauske ist heuer nicht der einzige Herr, der sich den Lichtenfelser Wählern vorstellen will. Am 24. September wird auch ein neuer Landrat gewählt. Die Werbetrommel führ den Kandidaten rührt der Kreisverband. Ein Arbeitskreis gestaltet Plakate und Flyer und kümmert sich um die Finanzierung, erklärt Eisele. 15 000 bis 20 000 Euro stünden insgesamt für die Landratswahl zur Verfügung. 900 DIN-A1-Plakate hat die SPD für den gesamten Landkreis drucken lassen. Die finale Gestaltung übernimmt eine Werbeagentur.

Die Motive hat sich Kandidat Arnt-Uwe Schille selbst ausgesucht. Dabei habe er seinen Wahlspruch im Kopf gehabt, den er ebenfalls selbst erarbeitet habe, erklärt er. So ließ er sich von einer Lichtenfelser Fotografin mal vor einer Gruppe Menschen und im Kleinziegenfelder Tal ablichten. Am besten gefällt ihm aber das Bild, auf dem er mit seinem Motorrad vor der Kulisse des Obermaintals posiert. Schille lässt es sich auch nicht nehmen, seinen Genossen heute beim Kleben zu helfen, und so streicht er mit einer Bürste kräftig über sein Konterfei.


Nicht alle halten sich an Regeln

Die Plakate sollen einerseits die Bürger auf die Wahl aufmerksam machen. "Dass heuer auch Landratswahl ist, ist noch nicht so verhaftet", sagt Schille. Außerdem sollen die Wähler die Personen kennenlernen: "Am Anfang geht es darum, unsere Kandidaten bekannt zu machen", erklärt Vorsitzender Eisele. Es gibt nämlich noch Themenplakate, die von der Partei gestellt werden. Diese bestellen die Genossen aber erst später, sagt er.

80 Werbetafeln haben die Helfer des Lichtenfelser Ortsvereins am ersten Tag geschafft. Seit Sonntag dürfen sie ihre Wahlwerbung im Stadtgebiet aufhängen. Immer ab sechs Wochen vor der Wahl, laute die Regel, erklärt Eisele. Auch wenn sich nicht alle daran halten und schon vorher welche ausgeschwärmt sind.


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