Bad Staffelstein
Polizei

Bundespolizei übt Ernstfall im Ostsee Bad Staffelstein

Dieses Mal übten die Auszubildenden der Bundespolizei mal nicht, wie sonst üblich, im Schwimmbad. Unter realen Bedingungen wurde in Staffelstein geübt.
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Die Auszubildenden tragen den "Verunglückten" aus dem Badesee. Foto: Niklas Schmitt
Die Auszubildenden tragen den "Verunglückten" aus dem Badesee. Foto: Niklas Schmitt

Alle sechseinhalb Tage, wurde vorgestern bekanntgegeben, gaben Polizisten im vergangenen Jahr Schüsse auf Menschen ab. Die erste Frage beim Einsatz der Personenrettung, die sich die Auszubildenden der Bundespolizei aus Bamberg am Ostsee in Bad Staffelstein stellen mussten, war hingegen: wohin mit der Waffe?

Bis zu vier Kilogramm ist der Ausrüstungsgürtel eines Polizisten schwer. Damit schwimmen ist nicht ganz leicht. Was aber tun, wenn im See gerade jemand am Ertrinken ist?

Es muss schnell gehandelt werden

Denn das war das Szenario eines Badeunfalls, das von Dienstag bis Donnerstag den insgesamt 150 Auszubilden der Bundespolizei gestellt worden war. Eine normale Streife sollten sie gehen, mehr wurde ihnen im Vorhinein nicht mitgeteilt. Plötzlich aber Hilferufe oder ein Hinweise aus der Bevölkerung auf einen Ertrinkenden. Dann musste schnell gehandelt werden. Vor allem intuitiv, denn Hilfestellungen gab es bei der realistischen Übung nicht. Gürtel ausziehen und direkt ins Wasser, den "Verunglückten" bergen.

Iris Coors, Sportbeauftragte des Aus- und Fortbildungszentrums Bamberg, ist wichtig, dass die angehenden Polizisten raus in die Praxis kommen und unter realistischen Bedingungen üben. "Wir binden die Bevölkerung auch mit ein," sagte Coors. "Ich habe das Gefühl, es findet reges Interesse." Der Badebetrieb lief während der Übung weiter. Die Übung war so realistisch gestaltet, so berichtet sie, dass aufmerksame Gäste eingreifen wollten. Diese Hilfe freue sie. Gleichzeitig sende die Polizei ein Signal, dass sie eben bereit und fähig sei zu helfen.

Drei Gruppen von je 50 Polizeibeamten mussten im Akkord retten. Jedoch nicht nur das. 28 Kilometer sind sie in voller Ausrüstung am Vortag anmarschiert. Dann wurde in Gemeinschaftszelten übernachtet, um am nächsten Tag in die Übungen zu starten. Bergung ist die eine Sache, die Auszubildenden musste die verunglückte Person aber noch zum Sanitätsauto bringen. Dort übten sie, nach einem fest vorgegebenen Ablauf, an dem sich ebenso Sanitäter wie Krankenhäuser orientieren, lebensrettende Maßnahmen und Reanimation ein.

Die Übung ist nur ein kleiner Teil der zweieinhalb Jahre dauernden Ausbildung. Gewöhnlich, so sagt Martin Lüders, Geschäftsführer der Freizeit-GmbH Bad Staffelstein, werde im Schwimmbad geübt. Zum ersten Mal habe man in diesem Jahr auch den Badesee genutzt.

Das Szenario ist nun nicht an den Haaren herbeigezogen. Denn die Bundespolizei wird auch an den Flüssen Oder, Elbe oder Inn eingesetzt. Dabei, so betonte ein Ausbilder, passierten die meisten Opfer von Wasserunfällen in stehenden Gewässern. Zum Abschluss der Übung war wegen der Hitze und der geleisteten körperlichen Anstrengung die Ansage des Sanitäters vom Polizeiärztlichen Dienst klar: einen Liter Wasser trinken.

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