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Prächting
Protest

BN-Filmchen gegen Verlegung der Staatsstraße 2187 bei Prächting

Der Kampf der Naturschützer gegen die Verlegung der Staatsstraße 2187 von Ebensfeld nach Prächting durch den Kehlbachgrund geht weiter.
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Kamerafrau Katharina Flassak vom Bayerischen Rundfunk filmt die Jugendlichen beim Frühstück.Andreas Welz
Kamerafrau Katharina Flassak vom Bayerischen Rundfunk filmt die Jugendlichen beim Frühstück.Andreas Welz
Der Bund Naturschutz (BN) hat Antrag auf Zulassung der Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in München gestellt, um den Neubau der Staatsstraße doch noch vor Gericht zu Fall zu bringen. In erster Instanz lehnte das Verwaltungsgereicht Bayreuth eine Klage ab. Jetzt hat der BN auch die Jugendorganisation mobilisiert. In einem Kurzfilm, der an der Straße zwischen Ebensfeld und Prächting gedreht wurde, erneuerten die Jugendlichen Argumente, die gegen eine neue Straße sprechen. Im Rahmen eines Gesprächs mit Journalisten wurde der Film im Café "Veitsberg" in Ebensfeld vorgestellt.
In drei Minuten und 26 Sekunden zeigt der Streifen vier Jugendliche aus Untersiemau, die auf einem Feldweg dicht an der Straße frühstücken. Kamerafrau Katharina Flassak vom Bayerischen Rundfunk filmt die Gruppe bei dem Protestfrühstück und wählt eine zweite Einstellung auf der gegenüberliegenden Straßenseite, bei der vorbeifahrende Autos nur als vorbeihuschende Schemen erkennbar sind. Die jungen Naturschützer haben die rund 25 Kilometer Strecke mit dem Fahrrad zurückgelegt, Tische, Stühle, Geschirr und Esswaren auf einem Fahrradanhänger transportiert. Auf dem T-Shirt steht ihr Motto: "Nur noch kurz die Welt retten."
Der Film wurde im Internet unterwww.bundnaturschutz.de/verkehr/strasse/strassenbau-ohne-bedarf.html. freigeschaltet. BN-Regionalreferent Tom Konopka sah bei dem Gespräch den fehlenden Bedarf des geplanten Neubaus. "Die Straßenbaubehörden des Freistaats Bayern planen und bauen manchmal ohne Sinn und Verstand", empörte er sich. "Wir fordern, dass das Geld in die Sanierung der bestehenden Straßen und in sinnvolle Mobilität auch auf dem Land fließt, das heißt in den Ausbau und dichtere Takte der Bahn, in Buslinien, in Anruf-Sammeltaxis", so Konopka.
Anton Reinhardt, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Lichtenfels: "Wir haben so viele Eingriffe durch A 73, ICE-Trasse und zuletzt die Umfahrung Weismain hinnehmen müssen. In Ebensfeld ist die Begründung am schwächsten. Wenigstens hier sollte die Staatsregierung ein Einsehen haben." Die Ortsgruppe habe durch wochenlange Messungen nachgewiesen, dass der Verkehr unter 2200 Kraftfahrzeugen pro Tag liegt. "Das ist weit unter dem Durchschnitt für solche Straßen", ergänzte Otto Weidner, Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Ebensfeld. "Die Verkehrsprognose des Staatlichen Bauamts Bamberg ist völlig überzogen", so Helmut Gunreben von der Ortsgruppe Ebensfeld. Für das Jahr 2015 prognostizierte man einen durchschnittlichen täglichen Verkehr von 2673 Kraftfahrzeugen pro Tag. Die BN-Ortsgruppe habe vier Wochen lang rund um die Uhr alle Kraftfahrzeuge mit einem automatischen Zählgerät im Jahre 2010 erfasst und kam auf 1882. "Diese geringe Verkehrsbelastung rechtfertigt in keiner Weise eine völlig neue Trassierung, vor allem keine, die das Kelbachtal schräg durchschneidet", war Gunreben überzeugt.
Nach der Darstellung des Staatlichen Bauamtes Bamberg würden 77 Prozent des Verkehrs zwischen Ebensfeld und Kleukheim durch Pendlerströme nach Bamberg und Lichtenfels erzeugt und ließen sich auf die neue Trasse verlagern. "Das trifft auf keinen Fall zu", unterstrich Kreisvorsitzender Reinhard. Der BN habe nach eigenen Untersuchungen herausgefunden, dass maximal 58 Prozent zur Autobahnanschlussstelle wollen. Die Neubautrasse würde demnach für rund 1280 Kraftfahrzeuge gebaut, während 920 weiter die bestehende Straße für den Ziel- und Quellverkehr nach Ebensfeld nutzen würden. "Weil der Verkehr sogar abnimmt und nur ein Teil die neue Trasse nutzen würde, sieht der BN hier überhaupt keinen Bedarf für einen Neubau", sagte er.
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