Laden...
Bad Staffelstein
Thermenkönigin

Blick aus der Region in die Welt

Pia Kraft möchte die neue Thermenkönigin werden. Die 24-Jährige lebt in Bad Staffelstein und arbeitet als Reiseverkehrskauffrau in Breitengüßbach.
Artikel drucken Artikel einbetten
Pia Kraft steht in der großen Halle der Obermain-Therme, dem Ort, für den sie als Thermenkönigin künftig werben könnte. Die 24-Jährige lebt in Bad Staffelstein und arbeitet als Reiseverkehrskauffrau in Breitengüßbach. Foto: Matthias Hoch
Pia Kraft steht in der großen Halle der Obermain-Therme, dem Ort, für den sie als Thermenkönigin künftig werben könnte. Die 24-Jährige lebt in Bad Staffelstein und arbeitet als Reiseverkehrskauffrau in Breitengüßbach. Foto: Matthias Hoch
+8 Bilder
Soviel ist sicher - die neue Thermenkönigin wird ein blaues Kleid bekommen, wie ihre Vorgängerinnen. Eine junge Frau wird es tragen, auch davon kann man ausgehen. Doch die Thermenkönigin ist nicht nur eine symbolische Figur, dahinter steht ein Mensch aus der Region. Wie würde Pia Kraft in dieser Rolle wirken?
24 Jahre alt, aus Bad Staffelstein, Reiseverkehrskauffrau. Sie stammt aus dem Ort, den sie vertreten soll - und Leute in den Urlaub schicken ist ihr Beruf. Das kann für das Amt nicht von Nachteil sein. Wenn man sich mit ihr unterhält, entdeckt man noch einen ganz anderen Menschen, jemanden, der mit Bezug zur Region in die Welt gegangen ist.
2006 hat Pia ihr Abitur in Bamberg am E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium abgelegt. Danach verbrachte sie ein halbes Jahr in Peru, aber nicht nur, um das Land kennenzulernen, sondern um zu helfen: "Ich war Missionarin auf Zeit", erzählt sie.
Die Franziskusschwestern aus Vierzehnheiligen betreiben dort eine Mission und unterstützen vor allem Kinder. "Dort herrscht teilweise eine extreme Armut und die Hilfe wird wirklich gebraucht." Die Missionare auf Zeit seien intensiv von den Schwestern auf diese Situation vorbereitet worden, erinnert sie sich. Deshalb habe einen der Kulturschock nicht so hart getroffen, als sie drei Monate in Lima und drei Monate in Chimbote arbeitete. "Der Kulturschock kam dann, als ich nach Deutschland zurückkehrte." Trotz Armut seien die Menschen in Peru nicht unzufrieden gewesen, und es habe einen großer Zusammenhalt in den Familien gegeben. Danach machte sie ein Praktikum in einem großen Hotel in Hamburg, dann folgten Praktika in verschiedenen Bereichen in ihrer Heimatregion, auch Kinderkrankenschwester stand als Berufswunsch einmal ganz oben. Schließlich entschloss sie sich zu einer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau, in dem Büro in Breitengüßbach arbeitet sie heute noch.
Doch auch in anderen Bereichen ist sie in der Region verwurzelt: Pia spielt Orgel, meist in der Kirsche St. Kilian in Bad Staffelstein. "Leider nur noch recht selten", bedauert sie. Ihre beiden Schwestern Anna (22) und Rebecca (18) brachten sie zum Frauen-Fußball beim TSV Staffelstein. Der Betreuer dort, Bernhard Alt, arbeitet bei der Stadt und ermunterte die Fußballerinnen, an eine Kandidatur zu denken. "Ich fand das ganz interessant, aber hatte es dann zunächst verworfen." Doch ihr Mann Christian meinte, sie wäre eine gute Thermenkönigin und sollte sich bewerben. "Mach das doch einfach, hat er zu mir gesagt."
Ihre Lieblingsorte? Klar, der Staffelberg, antwortet sie: "Dort kann man so schön auf die Welt herunterblicken." Womit sie als Thermenkönigin die Region anpreisen würde? Gut wäre es, wenn man verstärkt auch ein jüngeres Publikum ansprechen könnte.
"Es ist sehr schön ruhig hier, aber es gibt auch Orte, wohin man als junger Mensch ausgehen kann. Hier werden die Bürgersteige abends nicht hochgeklappt." Die Welt ist eben auch in Bad Staffelstein zu Hause.
Verwandte Artikel

Kommentare (2)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren