Schney
Bergung

Bergung in Lichtenfels: Autofahrerin droht abzurutschen

Eine Lichtenfelserin verwechselte am Montag die Pedale ihres Autos und rutschte ab. Ein Zaun verhinderte den Fall auf die Straße, die Lage blieb gefährlich.
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Die örtlichen Feuerwehren musste das abgerutschte Auto schnell von oben und unten stützen, damit es nicht weiter kippte. Jutta Rudel
Die örtlichen Feuerwehren musste das abgerutschte Auto schnell von oben und unten stützen, damit es nicht weiter kippte. Jutta Rudel
"Heute früh wurden wir zu einem etwas kuriosen Unfall gerufen", sagte Claus Goller von der Freiwilligen Feuerwehr Schney. Eine 66-Jährige wollte rückwärts aus ihrer neugemachten Hofeinfahrt herausfahren, die oberhalb der Neuensorger Straße in Schney liegt. Wie die Polizei berichtet, verwechselte sie dabei offenbar das Gas- mit dem Bremspedal und fuhr nach links über den Randstein.
Das Auto kippte und konnte von einem Zaun aufgefangen werden, der mit Stahlpfosten verstärkt war. Diese hinderten das Auto, weitere zwei Meter bis auf die Straße hinab zu fallen. Die alarmierten Einsatzkräfte handelten schnell, denn der Wagen drohte weiterhin abzurutschen: "Der gekippte Wagen wurde zunächst mit einpaar Rettungsseilen an ein Polizei- und etwas später dann mit Stahlseilen am Feuerwehrauto gespannt", so Goller.

Weitere Bilder von der Unfallstelle

Für zwei Stunden war die Ortsdurchfahrt komplett gesperrt. So lange musste die Rentnerin in ihrem gekippten Wagen ausharren. Sie erlitt einen Schock. Selbst aussteigen konnte sie nicht, erklärte Goller. Das lag nicht nur daran, dass das Auto mit der Fahrerseite an dem Zaun lehnte: "Sie hat sich zwar keine körperlichen Verletzungen durch den Unfall hinzugezogen, aber sie ist schon vorbelastet gewesen." Die Fahrerin hat eine Schulterverletzung, weshalb sie nicht ohne Weiteres aus den Wagen klettern konnte. Auch die Einsatzkräfte konnten sie deshalb nicht aus den Fahrzeug befreien. "Sie konnte das Auto die ganze Zeit über nicht verlassen", erklärte Goller.


Im Auto gefangen


Die Frau musste solange darin sitzen bleiben, bis die Feuerwehr Lichtenfels anrückte. Deren Gefahrenschutzzug verfügt über einen Kran, der das Auto mitsamt der Insassin hochziehen und sicher abstellen sollte. Sorgen, doch noch mit dem Auto auf der Straße zu landen, musste sie sich nicht mehr machen, beteuert er. "Durch die tolle Arbeit der Michelauer Kollegen kann es nicht mehr abrutschen." Diese hatten den Zaun von unten zusätzlich mit Drehstützpfeilern gestützt.
Nach der Bergung konnte die Frau das Auto verlassen. Der Schaden beläuft sich, nach Einschätzung der Polizei, auf etwa 6.500 Euro.


Eingespielte Zusammenarbeit

Eine solche Zusammenarbeit der Feuerwehren ist für eine sichere und schnelle Rettung unabdingbar, erklärte Kreisbrandrat Timm Vogler: "Bei uns hat jede Kommune eine Stützpunktfeuerwehr, die eine Spezialaufgabe hat." So kümmert sich zum Beispiel die Feuerwehr Lichtenfels-Main mit ihrem Bergekran um Einsätze mit Gefahrengut, die Feuerwehren Michelau und Weismain mit ihren Rüstungsfahrzeugen um technische Hilfeleistung.
"Normale Verkehrsunfälle können die Stützpunktfeuerwehren alleine bestreiten, für größere Einsätze kommt, wie in diesem Fall, der schwere Rüstwagen aus Michelau zum Einsatz." Dieser werde nicht für Löscharbeiten gerufen, sondern ausschließlich für technische Hilfeleistung. Der Rüstwagen beinhaltet spezielles Werkzeug, wie zum Beispiel Luftheber und Hebekissen, die zum Anheben von Lasten genutzt werden.

"Im Normalfall wird zuerst die örtliche Feuerwehr alarmiert, dann macht sich der Kommandant ein Bild davon und ruft die notwendige Verstärkung." Nur bei bestimmten Schlagworten, werde auch das technische Hilfswerk (THW) sofort mitalarmiert. Zum Beispiel, wenn das Schlagwort "Gebäudeeinsatz" oder "LKW gegen Bus" fällt, erklärte der Kreisbrandrat weiter. "Die Feuerwehren untereinander und das THW arbeiten Hand in Hand. Das THW hat Gerätschaften, die wir nicht haben und umgekehrt. Wenn beispielsweise ein Melkstall ausfällt, brauchen wir deren stärkere Stromaggregate." Bei den Einsätzen mache es für alle Beteiligten keinen Unterschied, ob blaue oder rote Fahrzeuge zur Hilfe eilen. Entscheidend sei es, eingespielt und kooperativ zu handeln. Das ganze Jahr über stehen die Einsatzkräfte daher im Austausch. Denn: "Wir haben alle das selbe Ziel, nämlich Menschen zu retten." Die Bergung in Schney ist ein schönes Beispiel dafür.


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