Burgkunstadt

Baur-Mitarbeiter bekommen Infos über Stellenabbau

Am Dienstag erfahren viele Baur-Mitarbeiter, inwieweit sich an ihrer Arbeit künftig etwas ändert - oder diese am Ende ganz wegfällt. Die Geschäftsführung präsentiert das Ergebnis des lange verhandelten Programms "Fokus". Für die meisten Beschäftigten ein ganz normaler Arbeitstag.
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Blick ins Frachtumschlagszentrum von Baur in Altenkunstadt. Die Logistik-Abteilung ist von den Umstrukturierungen im Zuge von "Fokus" nicht betroffen. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Blick ins Frachtumschlagszentrum von Baur in Altenkunstadt. Die Logistik-Abteilung ist von den Umstrukturierungen im Zuge von "Fokus" nicht betroffen. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
4400 Menschen arbeiten für die Baur-Gruppe, die meisten davon am Obermain. Für viele von ihnen wird am Dienstag ein ganz normaler Arbeitstag sein. Zum Beispiel für die Beschäftigten der Dienstleister-Tochter BFS. Oder auch für diejenigen Baur-Mitarbeiter, die in der Logistik arbeiten. Ihnen allen ist gemein, dass "Fokus" sie nicht betrifft.

"Fokus" - ein Name, der seit vergangenen Herbst in Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain herumgeistert. Geprägt hat ihn die Konzernmutter Otto. Die Hamburger wollen mit diesem Projekt "aus einer Position der Stärke heraus" ihre Marken Otto, Schwab und eben auch Baur in die Zukunft führen.

Ob es für alle Baur-Mitarbeiter eine Zukunft im Unternehmen geben wird, soll dann am Dienstag endlich verkündet werden. Denn bei "Fokus" geht es vor allem um eins: Synergie zwischen den Marken. Will heißen: Wenn die einen etwas miterledigen, werden die anderen womöglich nicht mehr gebraucht.

Rund 700 Baur-Betroffene

Viele Mitarbeiter haben eine persönliche Einladung zur heutigen Mitarbeiterversammlung erhalten, die von 9 bis 16 Uhr dauern soll. So zumindest die Planung, wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war. Sie alle sind von "Fokus" betroffen. Ungefähr 700 solcher Betroffener soll es demnach geben, war aus den Reihen der Belegschaft zu erfahren. Logistiker sind nicht dabei. Dafür aber Mitabeiter aus vielen anderen Unternehmensbereichen: Personalwesen, Controlling, Werbung, Marketing, Finanzen und vor allem Einkauf. 210 wegfallende Vollzeitstellen waren einst bei Baur im Gespräch. Schon vor Wochen wurde verkündet: Der Abbau wird deutlich geringer ausfallen. Wie viele Stellen am Obermain jetzt tatsächlich "Fokus" zum Opfer fallen, darüber wurde in den vergangenen Tagen wild spekuliert. Einige Gerüchte wecken bereits Hoffnung für die betroffenen Baur-Mitarbeiter. "Man munkelt im Hintergrund, dass der Konzern versucht, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen", berichtet Dominik Datz, Verdi-Gewerkschaftssekretär. Könnte also ein Stellenabbau sozialverträglich über natürliche Fluktuation funktionieren?

Ob diese Hoffnung berechtigt ist, dazu wollten bis Montag weder Geschäftsführung noch Betriebsrat Stellung nehmen. Sozialplan und Interessenausgleich haben die Beteiligten in den vergangenen Wochen und Monaten verhandelt. In Kürze haben die Baur-Mitarbeiter Klarheit. Aber auch wer seinen Job behalten darf, muss sich umstellen. Denn mit den neuen Strukturen ändern sich auf jeden Fall die Arbeitsabläufe.

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