Bad Staffelstein
Bauland

Bauplätze sind in Bad Staffelstein viel zu teuer

Junge Familien wollen sich in Bad Staffelstein ansiedeln, doch sie finden keine geeigneten Bauplätze. Die Stadt möchte zwar Möglichkeiten schaffen, doch Suchende empfinden die Grundstücke trotzdem als zu teuer.
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Bauplätze sind in Bad Staffelstein begehrt - und mit 150 Euro pro erschlossenem Quadratmeter auch teuer.  Fotos: Ronald Rinklef
Bauplätze sind in Bad Staffelstein begehrt - und mit 150 Euro pro erschlossenem Quadratmeter auch teuer. Fotos: Ronald Rinklef
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"Mindestens ein halbes Jahr suchen wir schon", sagt Carolin Kerkhoff und ist verärgert. "Ich bin jetzt in einem Alter, wo es wichtig ist, sich über so etwas Gedanken zu machen", sagt die 23-Jährige. Es geht um bezahlbaren Wohnraum und die Möglichkeit, einen Bauplatz zu erwerben.

Eigentlich hatte die Industriekauffrau nach einer Wohnung gesucht. "Das habe ich aber nach drei Monaten wieder aufgegeben. Die Preise in Bad Staffelstein sind einfach zu teuer." Dasselbe gilt für die ausgewiesenen Bauplätze, sagt sie. "Wenn man für den Hausbau einen Kredit von 350.000 Euro aufnimmt, kann man nicht schon allein 100.000 für den Bauplatz bezahlen." Dabei würde sie gerne in Bad Staffelstein bleiben.


Der Leiter des Bad Staffelsteiner Bauamts, Michael Hess, kennt die Problematik: "Die aktuellen Baugebiete sind 'Obere Gartenstraße' und 'Hirtengasse.I'.

Grundstücke gehören Privatleuten

Dort gehören die meisten Plätze aber Privatleuten." Die wenigen Plätze, die der Stadt gehören, werden zu einem Quadratmeterpreis von 150 Euro (erschlossen) gehandelt. Der Preis wird nach dem vom Landratsamt Lichtenfels herausgegebenen Bodenrichtwert errechnet.

"Die Stadt möchte es auch Familien ermöglichen, sich in Bad Staffelstein niederzulassen", sagt Michael Hess und verweist auf eine im Stadtrat anstehende Entscheidung zu einem Baugebiet 'Hirtengasse II'. Dieser Antrag soll noch unter dem alten Stadtrat genehmigt werden.

Dann würden 22 neue Bauplätze entstehen. "Wir tun schon etwas", sagt Michael Hess. Und mit Blick auf die Entwicklungen in Ebensfeld, wo in letzter Zeit viele Baumöglichkeiten entstanden sind, sagt er: "Wir ziehen auf jeden Fall nach." Er schränkt allerdings ein, dass es - gerade auf dem Land - auch künftig keine riesigen Baugebiete geben soll.

Junge Menschen ziehen weg

"Das Problem ist nicht, dass es zu wenig Bauplätze gibt, sondern, dass sie zu teuer sind", sagt Carolin Kerkhoff. "Die meisten sind in privater Hand und die haben dann die Dollarzeichen in den Augen - wenn sie überhaupt verkaufen wollen." Aber auch die 150 Euro pro erschlossenem Quadratmeter, die die Stadt verlangt, hält sie für überteuert. "So verliert die Stadt die jungen Menschen."

Sie sagt auch, dass sie froh wäre, wenn die Stadt Bad Staffelstein einlenken würde und die Grundstücke dann auch für junge Leute bezahlbar wären. "Ich bin Staffelsteinerin und möchte hier bleiben", sagt sie, "aber so wie es aussieht, wird es für uns doch Ebensfeld. Dort kriegt man einfach mehr für sein Geld."
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