Bad Staffelstein
Landwirte

Bauernprotest in Oberfranken: 500 Traktoren bei Landwirt-Demo

Am Mittwoch haben Hunderte Landwirte in Oberfranken gegen die aktuelle Agrarpolitik demonstriert.
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500 Traktoren beteiligten sich am Mittwoch am Protest in Oberfranken. Foto: Monika Schütz
500 Traktoren beteiligten sich am Mittwoch am Protest in Oberfranken. Foto: Monika Schütz
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Bauernprotest in Oberfranken: "Wir wollen wieder ein Zeichen setzen und dafür brauchen wir euch alle! Unser Ziel ist es, Umweltminister Thorsten Glauber die bayerischen LsV Forderungspapiere

vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung zu überreichen und in einem Gespräch auf die Situation in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen".

So lautete der Aufruf an die Landwirte. Tausende Landwirte demonstrieren derzeit in Bayern. Sie legen mit ihren Traktoren den Verkehr in den Großstädten lahm, im oberfränkischen Bayreuth und im unterfränkischen Würzburg wurden je um die 1000 Teilnehmer gezählt, in München waren es doppelt so viele.

Ihr Protest richtet sich gegen das Agrarpaket der Bundesregierung, zudem beklagen sie "Stimmungsmache" gegen Bauern. Am Mittwoch (4. Dezember 2019) nutzten die Landwirte erneut ihre Chance zum Protest: Thorsten Glauber, Mitglied des Landtags und Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucher, war Gastredner beim Verband für landwirtschaftliche Fachbildung auf Kloster Banz im oberfränkischen Bad Staffelstein (Kreis Lichtenfels).

Bauernprotest: Das stört die Landwirte

Bereits im September 2019 versammelten sich dort viele Landwirte bei der CSU-Klausurtagung. Sie protestierten gegen die aktuellen politischen Entwicklungen, die das Leben der Landwirte immer schwieriger machten. Sie mahnen die steigende Auflagenflut, die überzogene Bürokratie, die Dumpingpreise für die qualitativ hochwertig erzeugten Produkte und eine unfaire Handelspolitik an.

Die Anfahrt nach Kloster Banz war an diesem Mittwoch nur über den Bad Staffelsteiner Ortsteil Unnersdorf möglich. Diesen Weg musste auch das Dienstfahrzeug des Ministers nehmen.

Ab dem Kreisverkehr in Bad Staffelstein galt Einbahnstraßenverkehr bis rund um Kloster Banz, die Traktoren wurden ab Ortsausgang Unnersdorf auf der rechten Straßenseite bis hoch zum Klosterportal aufgestellt. Weitere Fahrzeuge parkten vor der Mainbrücke auf den Wiesen rechts und links der Straße. Autoparkplätze waren nach Kloster Banz in Richtung Weingarten ausgewiesen.

Minusgrade in Bad Staffelstein: 500 Traktoren rollen zum Protest

Die Situation in der Landwirtschaft ist erschreckend. Was früher als selbstverständlich galt, wird immer mehr zum Problem. Viele Hofnachfolger überlegen, ob Sie überhaupt noch den Hof übernehmen wollen. Das schlechte Ansehen in der Gesellschaft lässt Sie davor abschrecken.

"Mittlerweile wird man nicht mehr als Landwirt, als Ernährer der Bevölkerung angesehen, sondern als Verbrecher, der seine Tiere misshandelt, der die Umwelt zerstört und vergiftet, angesehen", äußerte sich ein Teilnehmer der Aktion. "Deutsche Politiker zerstören deutsche Familienbetriebe - warum?". Dies war nicht nur einer der Aufschriften auf den Plakaten."Lieber Politiker, mach Politik mit Sachverstand!" hieß es weiter, oder : "Erst wenn der letzte Landwirt zu Tode reguliert wurde, dann werdet ihr feststellen, dass Medien, Influencer und Politiker nichts lebensnotwendiges herstellen.

"No Farmers, no Food, no Future"

Das im September von der Bundesregierung verabschiedete Agrarpaket ist weiterhin der Hauptkritikpunkt der Landwirte, die sich in der Bewegung "Land schafft Verbindung" zusammengetan haben. Bundesweit zählt sie etwa 16.000 Mitglieder.

Diese bezweifeln die Umsetzbarkeit der neuen Düngeverordnung und beklagen das Mercosur-Abkommen, das die Bundesregierung ratifizieren will, das aber ihrer Meinung nach durch Billigimporte der Mercosur-Staaten, sprich die südamerikanischen Staatenorganisation Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay, die Versorgung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln gefährdet.

Die Landwirte fühlen sich ungerecht behandelt: "Wir sind die Buhmänner der Nation, wir sind die Umweltvergifter und die Tierquäler. Aber Essen will jeder jeden Tag - und das immer billiger", formulierte ein Demonstrationsteilnehmer die Situation, in der sich die Landwirte sehen.

Protest der Landwirte: Glauber bezieht Stellung

Staatsminister Glauber bezog am Rande der Veranstaltung Stellung zu den aktuellen Protesten der Landwirte: "Ein Volksbegehren kann man unterschreiben - aber es bringt noch keinen Artenschutz. Wer unterschrieben hat, wird als nächsten Schritt die Investitionen bringen müssen. Es geht nichts von alleine", sagte der 49-jährige Franke.

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