Lichtenfels
Bundesstraße 173

Baubeginn für die B173 neu? - 2016, vielleicht

Der vierspurige Weiterbau der Trasse durch den Landkreis Lichtenfels hat noch einige Hürden zu nehmen. Deshalb geht den Behörden in der Planungsphase Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Doch es dauert länger, als zunächst angenommen.
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Der geplante Trassenverlauf Grafik: Franziska Schäfer
Der geplante Trassenverlauf Grafik: Franziska Schäfer
Gründlichkeit geht bei den Vorarbeiten zum Ausbau der B 173 vor Schnelligkeit. Das hatte Regierungspräsident Wilhelm Wenning beim Straßenbaugipfel im Landratsamt beschworen. Ziemlich genau drei Jahre ist das jetzt her. Damals wurden diejenigen, die den Ausbau herbeisehnen, schon auf Warten eingestimmt. Weil eine Stellungnahme der EU-Kommission eingeholt werden müsse und man damit wenig Erfahrungen habe (es ist der erste Fall dieser Art in Bayern), sei ungewiss, ob noch im Jahr 2014 mit dem Planfeststellungsbeschluss gerechnet werden kann.

Das zumindest ist jetzt klar: Es wird heuer keinen Planfeststellungsbeschluss mehr geben, weil nämlich die Beurteilung der EU-Kommission noch nicht vorliegt. Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) erwartet diese im ersten Quartal des neuen Jahres, den Planfeststellungsbeschluss dann erst im vierten Quartal.
In dem halben Jahr dazwischen werde man sich mit ganz vielen Individual- und Detailfragen auseinandersetzen müssen.

Lebensader im Landkreis Lichtenfels

Den Planern ist es wichtig, dass ihr Beschluss rechtlichen Überprüfungen standhält. Abgeordneter Baumgärtner zeigt sich zuversichtlich: "Es wurde durchdacht geplant, mit so viel Rücksicht auf Bürger und Natur." In der Bundesstraße, die aus dem Landkreis Lichtenfels in den Landkreis Kronach weiterführt, sieht er eine wichtige Lebensader. Er erwarte, dass dieser und alle weiteren Bauabschnitte als vordringlicher Bedarf in den Bundesverkehrswegeplan kommen. Ein klares Bekenntnis zum "wichtigsten Verkehrsprojekt Oberfrankens" habe es seitens der acht oberfränkischen CSU-Landtagsabgeordneten mit einem entsprechenden Beschluss bereits vor etwa einem halben Jahr gegeben. "Das ist ein starkes Signal", betont Baumgärtner.

Ein starkes Signal war aber auch das Ergebnis des Bürgerentscheids in Hochstadt, in dem 62 Prozent der Abstimmenden sich dafür ausgesprochen hatten, dass die Gemeinde gegen einen Planfeststellungsbeschluss für die B 173 mit der Variante Süd klagen sollte. Auch das liegt zwar inzwischen schon fünf Jahre zurück, doch erst im Sommer hatte Bernd Priemer von der Bürgerinitiative Pro B 173 neu bei einer Sitzung des Kreisvorstands der Freien Wähler bekräftigt, dass dieser Bürgerentscheid noch Gültigkeit habe. Die Bürgerinitiative fordert die etwas weiter nördlich verlaufende "Mitteltrasse" mit einer "2 plus 1"-Lösung, das heißt, keinen vierspurigen Vollausbau.

Südtrasse mit Für und Wider

Doch für die Planer war die Variantendiskussion eigentlich abgeschlossen. Sie hatten deutlich gemacht, dass nur die Südtrasse durchsetzbar sei, weil diese den geringsten Eingriff in die empfindlichen Schutzgebiete darstellen würde. Auch wenn es, wie seitens der Bürgerinitiative angemerkt wird, diejenige Variante mit dem meisten Landverbrauch sei. Die einmal sowohl von Trieber als auch Hochstadter Bürgern favorisierte "Bahntrasse" ist längst vom Tisch; sie war 2002 vor dem Bundesverwaltungsgericht wegen des Eingriffs in ein Vogelschutzgebiet gescheitert.

Die Variante Süd wird nun also als alleinige vorangetrieben. In der Gemeinde Hochstadt würde sie zwischen dem Hauptort und dem Ortsteil Wolfsloch verlaufen. Die Familien, die sich im dortigen Neubaugebiet weit abseits stark befahrener Straßen niedergelassen haben, sähen sich dann mit der Trasse in 300 bis 500 Metern Entfernung konfrontiert. Diejenigen, die jetzt unmittelbar an der Hauptstraße, der "alten" B 173, wohnen, hätten dann aber eine ersehnte Entlastung. Zweiter Bürgermeister Max Zeulner (CSU) kann die Betroffenheit der einen wie der anderen sehr gut nachempfinden: Im Neubauviertel wohnt er selbst mit seiner Familie, an der Hauptstraße steht das Haus seiner Schwiegereltern. "Das ist ein heikles Thema in Hochstadt", sagt er. Gemeinsam sei man dafür eingetreten, den Verkehr aus dem Ort rauszubekommen. Jetzt meint er, nach seiner persönlichen Einschätzung der Stimmungslage gefragt: "Der Ort diskutiert mögliche Lösungen sehr kontrovers."

Acht Kilometer lang ist der Bauabschnitt, Kosten von 65,5 Millionen Euro sind veranschlagt. Die Regierung von Oberfranken als Planfeststellungsbehörde erwartet Anfang des nächsten Jahres die Stellungnahme der EU. Und dann werden Fragen zu klären sein.
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