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Ebensfeld
Ausblick

Bau der ICE-Trasse bei Ebensfeld beginnt

Bei der Bürgerversammlung in Ebensfeld war der Bau der ICE-Trasse das beherrschende Thema. Beim Lärmschutz ist noch nicht das letzte Wort gesprochen; hier kann die Gemeinde noch mitgestalten.
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Der Ebensfelder Bahnhof (Bildmitte) wird 2016 abgetragen, die Nebengebäude verschwinden schon in diesem Jahr. Erforderlich ist das für den Ausbau des bestehenden Bahnkörpers zur ICE-Trasse und für den bau der dafür benötigten Lärmschutzwände. Foto: Matthias Einwag
Der Ebensfelder Bahnhof (Bildmitte) wird 2016 abgetragen, die Nebengebäude verschwinden schon in diesem Jahr. Erforderlich ist das für den Ausbau des bestehenden Bahnkörpers zur ICE-Trasse und für den bau der dafür benötigten Lärmschutzwände. Foto: Matthias Einwag
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Der Ortskern wir in den kommenden Jahren zur Großbaustelle. Der Ausbau der bestehenden Bahntrasse zur ICE-Strecke beschäftigt die Menschen in Ebensfeld. So auch bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Pfarr- und Jugendheim.

Bürgermeister Bernhard Strorath (CSU), der durch die Veranstaltung führte, brachte es auf den Punkt: "Für mich ist wichtig: wie weit geht der Lärmschutz und wie sieht er aus?" Der neue Gemeinderat werde sich nach seiner konstituierenden Sitzung im Mai damit befassen, denn "da haben wir noch Gestaltungsmöglichkeiten".

Etwa beim Badesee. Dort sei seitens der Deutschen Bahn kein Lärmschutz vorgesehen; die Gemeinde prüfe aber derzeit, ob sie in eigener Verantwortung einen Wall aufschütten lasse.

Begonnen werde nun auch der Bau eines Lärmschutzwalls an der Autobahn.
Im ersten Bauabschnitt werde ein Wall zwischen der Unterführung der Staatsstraße 2187 in Richtung Pferdsfeld aufgeschüttet. Rund 50.000 Kubikmeter Boden werden von der ICE-Baustelle zur Autobahn transportiert. Etwa 15 Meter hoch werde dieser Wall sein.

Fortführung des Lärmschutzwalls

In einem zweiten, schwieriger zu realisierenden Bauabschnitt gehe es dann darum, zwischen der Staatsstraßen-Unterführung und der Autobahnauffahrt Kutzenberg einen Wall anzulegen.

Bernhard Storath informierte ferner darüber, dass am Ebens felder Bahnhof für das nach Bamberg führende Gleis keine barrierefreie Erreichbarkeit geschaffen werde. Die Verwaltung versuche, die Barrierefreiheit doch zu erreichen - doch dazu müsse sich die Gemeinde finanziell beitragen, sagte der Bürgermeister.

Über die im Wahlkampf ausgiebig diskutierte Geh- und Radwegunterführung an der Oberbrunner Straße sagte Bernhard Storath: "Ich möchte möglichst viele Löcher in diesen Eisenbahndamm bringen, sonst machen wir das die nächsten 100 Jahre nicht mehr."

Unterführung: 1,8 Millionen Euro

Das jedoch sei sehr teuer. Das Bauwerk allein koste 1,8 Millionen Euro, die Planung weitere 130.000 Euro. Eine Entscheidung, ob die Gemeinde dieses Unterführung befürwortet und sich finanziell beteiligt, werde im Mai im Gemeinderat fallen.

Das Ende des Bahnhofsgebäudes sei besiegelt. Der Sandsteinquaderbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts werde 2016 abgetragen, sagte Storath. Die Nebengebäude werden bereits in diesem Jahr abgebrochen.
Für die Bürger sei wichtig: Während der Bauphase werde es immer eine offene Verbindung vom Ortsteil Gries zum Kernort geben, sagte Storath.

Ansprechpartner im Rathaus

Als Ansprechpartner für alle Fragen, die bezüglich des ICE-Trassenbaus auftauchen, stehe Tobias Walter den Bürgern im Rathaus zur Verfügung, sagte der Bürgermeister.

Bezüglich der gerüchteweise kursierenden möglichen Ansiedlung des Online-Versandhändlers "amazon" im Ebens felder Gewerbegebiet erklärte der Bürgermeister, dass der Gemeinde kein entsprechender Antrag vorliege. Obwohl im Gewerbegebiet dafür Flächen zur Verfügung stünden, die Privatleuten gehörten, halte er das Vorhaben aber nicht für realistisch. Die Gemeinde behalte sich jedenfalls vor, die Oberhoheit über ein solches Projekt mit einem vorhabensbezogenen Bebauungsplan in Händen zu behalten.

In Kleukheim laufe momentan die Ausweisung von Bauland, gab Storath bekannt. Zwölf Bauplätze im Gebiet "Höhenweg - Zweiter Bauabschnitt" würden dort geschaffen. Verkauft seien noch nicht alle Grundstücke. Bereits im Sommer könnten dort die ersten Häuser errichtet werden, erklärte der Bürgermeister.

Bei der Erschließung der Gemeindeteile mit Breitbandkabel seien Schwierigkeiten mit der Telekom aufgetreten. Momentan sei die Gemeindeverwaltung dabei zu prüfen, wie hoch die Mehrkosten ausfallen, wenn alle Kabel im Boden verlegt werden und wie hoch die Förderung wäre.

Für das geplante neue Feuerwehrhaus in Ebensfeld gebe es drei Bauplatzoptionen, sagte der Bürgermeister, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Der Kostenansatz für das Gebäude liege bei rund zwei Millionen Euro; dafür sei mit einer Förderung von 350 000 Euro zu rechnen.

Ein weiteres großes Bauvorhaben in den kommenden Jahren sei die Sanierung der Pater-Lunkenbein-Schule. Der Komplex aus den 1970er Jahren sei renovierungsbedürftig. Über die Modalitäten, wie das geschehen soll, werde ebenfalls der neue Gemeinderat befinden.

In der Diskussion wurde moniert, dass der Fußweg nach Kutzenberg zu einer Stolperfalle geworden sei, weil zu viele Wurzeln den Asphalt aufbrechen. Bürgermeister Storath sagte, ein Gutachten für die Sanierung der Bäume, die als Naturdenkmal eingestuft sind, sei in Auftrag gegeben. Wenn es vorliege, werde die Gemeinde reagieren - marode Bäume würden dann gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt.

Holperpiste auf Rattelsdorfer Flur

Ärgerlich sei, monierte ein Bürger, dass der Radweg durch die Flur zwischen Oberbrunn und Ebing ein schadhaftes Teilstück aufweise. Bernhard Storath erklärte, dass die Gemeinden Ebensfeld und Zapfendorf ihre Trassen in Stand gesetzt hätten - allein der Markt Rattelsdorf habe sein 150 Meter langes Teilstück nicht saniert.

Bernhard Storath scherzhaft: "Wir stellen jetzt ein Schild dort auf: Hier endet der Markt Ebensfeld." Ob die Zapfendorfer wohl nach 150 Metern ebenfalls eine Tafel aufstellen ("Hier beginnt der Markt Zapfendorf")?
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