Lichtenfels
Korbstadtkönigin

Bald Halbzeit für Korbstadtkönigin Alicia I.

Es wäre ein sehr gutes Zwischenzeugnis, was man der Repräsentantin mit der Flechtkrone ausstellen würde.
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Korbstadtkönigin Alicia (hier beim Beladen ihres Autos) ist viel auf Achse.  Fotos: Heidi Bauer
Korbstadtkönigin Alicia (hier beim Beladen ihres Autos) ist viel auf Achse. Fotos: Heidi Bauer
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Dieser Tage heißt es schon wieder packen. Alicia fährt nach Polen. Dort nimmt die Korbstadtkönigin am Weltfestival der Flechtweide und Flechtkultur teil. Es ist mit mehr als 500 Kilometern eine der weiteren "Dienstreisen" im ersten Jahr ihrer Amtszeit. In Südtirol war sie auch, auf Einladung der Apfelkönigin von Natz-Schabs, und bei etlichen anderen Königinnentreffen. Wie viele genau, da weiß Alicia Vetter spontan keine Antwort. Aber die Damen, die sich als Botschafterinnen eines speziellen Produkts und der zugehörigen Region verstehen, sind gut vernetzt. Eine Art Poesie-Album, geschenkt von Vorgängerin Maria I., ist schon randvoll mit Einträgen von "Kolleginnen", die sich herzlich für Einladungen nach Lichtenfels bedanken oder aber Erinnerungen an nette Begegnungen anderswo festgehalten haben. Noch vor Ablauf des ersten Amtsjahres hat sich Alicia bereits ein zweites Erinnerungsbuch zugelegt. Vielleicht könnten auch die an ihrer Schärpe gesammelten Anstecker Aufschluss geben über die Zahl der Treffen mit anderen gekrönten Häuptern? Der breite Stoffstreifen ist übersät mit Blech-Buttons.

Mit der Bahn nach Polen

Ob Messen, Königinnentreffen oder Festivalauftritt - bis zum Korbmarkt Mitte September dürfte sie über 9200 Kilometer in der Rolle der Korbstadtkönigin zurückgelegt haben. Soweit jedenfalls Alicias persönliche Hochrechnung. Die meisten Strecken ist sie im eigenen Fiat 500 gefahren, nach Polen wird es mit der Bahn gehen, in Begleitung von Bürgermeister und Kulturreferent; die restliche städtische Gruppe bleibt länger, hat mehr zu transportieren und fährt daher mit dem Bus. Vorher hat die Korbstadtkönigin aber noch einen Termin im eigenen "Hoheitsgebiet" - beim Kinderprogramm im Korbmuseum. Überhaupt Kinder: Die liegen Alicia sehr am Herzen. Bei ihnen möchte sie nachhaltig wirken, das Bewusstsein schärfen für die Vorzüge der hiesigen Region, gemäß ihrer eigenen Überzeugung: "Hier ist es schön, hier habe ich Chancen, warum sollte ich da später einmal wegziehen?!" Dass sie beim Kinderfestzug nicht dabei war, hatte einen wichtigen Grund: Am nächsten Morgen stand in Passau, wo sie Jura studiert, eine Klausur an. Die Zwischenprüfung hat die 20-Jährige inzwischen bestanden, "der große Druck ist raus", sagt sie. Aber es ist erst Halbzeit im Studium.

Ebenso im Königinnenamt. Im Winter werden die Termine weniger, weiß Alicia - ihren Freundeskreis wird's freuen. Doch sie nimmt nicht nur Termine wahr, sondern entwickelt auch eigene Ideen. Die hat sie auf einer mehrseitigen Liste zusammengefasst und im Lichtenfelser Rathaus vorgelegt. Die Resonanz war positiv: "Alicia engagiert sich schon außergewöhnlich", stellt Steffen Hofmann, der Leiter des Kultur- und Tourismusamtes, fest. "Einiges konnten wir schon umsetzen." Etwa das Projekt "Flechtfloh" mit Grund- und Vorschulkindern, denen die Korbstadtkönigin in Kooperation mit Flechtern das Handwerk näherbringen möchte. Oder der Malwettbewerb für den 40. Korbmarkt, wobei das Gewinner-Kind beim Einzug an ihrer Seite sein darf. An diesen Punkten auf der Liste einen roten Haken setzen zu können, freute sie natürlich. Gleichzeitig sieht sie es als Beweis dafür, dass der Bürgermeister offen für die Meinung junger Leute ist. "In Lichtenfels wird man geschätzt und kann sich wirklich einbringen."

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