Bad Staffelstein
Denkmaltag

Bahnhof als Stätte der Verbindung

Eine der Besichtigungsstationen im Landkreis Lichtenfels wird am 9. September der Bahnhof in Bad Staffelstein sein.
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Herbert Haar ist leidenschaftlicher Modelleisenbahner. Das Bild zeigt ihn vor dem Bahnhof in Bad Staffelstein mit einer E-Lok aus den 1940er Jahren. Foto:  Popp
Herbert Haar ist leidenschaftlicher Modelleisenbahner. Das Bild zeigt ihn vor dem Bahnhof in Bad Staffelstein mit einer E-Lok aus den 1940er Jahren. Foto: Popp

"Entdecken, was uns verbindet" lautet das Motto für den bundesweiten Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag. Im Europäischen Kulturerbejahr geht es dabei vor allem um länderübergreifende Verbindungen, etwa durch Baumeister oder Handwerker. Die Auslegung erlaubt allerdings einen gewissen Spielraum. Züge - und damit auch Bahnhöfe - verbinden ja auch Menschen.

Die Historikerin Adelheid Waschka möchte sich dem Architekten des Bahnhofes, seinem Leben und Werk näher widmen. Dazu nutzt sie den Raum, den er geschaffen hat.

Der Bahnhof ist seit Frühjahr 2014 Eigentum der Stadt. Ein konkretes Konzept dafür, wie er einmal wieder von der Öffentlichkeit genutzt werden könnte, steht noch aus. Am 9. September allerdings wird er eine der Besichtigungsstationen des Denkmaltages im Landkreis Lichtenfels sein.

Adelheid Waschka, als Archivarin bei der Stadt angestellt, hat die Vorbereitungen hierzu auf ehrenamtlicher Basis getroffen. Anknüpfungspunkt ist der Arbeitskreis Stadtgeschichte der Kulturinitiative Bad Staffelstein (KIS).

Drei vom selben Baumeister

Die drei Bahnhöfe Bad Staffelstein, Breitengüßbach und Ebensfeld - den es ja nicht mehr gibt - wurden alle vom gleichen Baumeister geplant, wie Waschka berichtet. Das war Friedrich Bürklein, genau wie der Architekt des Lichtenfelser Bahnhofs Gottfried von Neureuther ein Schüler Friedrich von Gärtners an der Münchner Kunstakademie.

Der Bahnhof war wichtig für die Stadtentwicklung. In den 1960er-Jahren schickte das Kieswerk von hier aus Material zu Großbaustellen, für die Möbelindustrie war die Schienenverbindung ebenfalls wichtig, und die Firma Kaiser-Porzellan hatte einen eigenen Gleisanschluss. Zur gleichen Zeit brachten Sonderzüge Ausflügler. Vor allem Betriebsausflüge machten hier Halt.

Züge im Miniaturformat

Die Züge aus den 1930er- bis 1960er-Jahren werden Interessierte bei der Aktion zum Denkmaltag auch zu sehen bekommen - im Miniaturformat. Herbert Haar wird einige seiner Raritäten im Bahnhof zeigen. Der 71-Jährige wohnt übrigens in Bahnhofsnähe und hat schon als Dreijähriger die Modelleisenbahn als Hobby für sich entdeckt. Dass dem historischen Sandsteingebäude wenigstens an diesem einen Tag mal wieder Aufmerksamkeit zuteil wird, freut ihn.

Mit von der Partie in Bad Staffelstein wird auch Norbert Heidrich aus Hirschaid sein, den Adelheid Waschka als "wandelndes Bahnlexikon" bezeichnet. Der Vortrag mit Führung beginnt um 16 Uhr. Geöffnet wird von 14 bis 17 Uhr sein.

Weitere Besichtigungsmöglichkeiten

Für geschichtlich Interessierte wird auch ein Abstecher zum Staffelberg am Sonntag, 9. September, lohnenswert sein. Um 15.30 und 16.30 Uhr gibt es Führungen an der Stelle der archäologischen Grabung, wo voraussichtlich im nächsten Jahr ein keltisches Zangentor rekonstruiert werden soll. Auch über die sehenswerte neugotische Ebensfelder Friedhofskapelle kann man bei einem Besuch an diesen Tag Näheres erfahren. Die zentrale Eröffnungsveranstaltung zum Denkmaltag wird in Schloss Schney sein.



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