Bad Staffelstein
Fest

Bad Staffelstein: Trotz Regen - Bier und gute Laune auf dem Bierbraufest

Das Bierbrauerfest am Donnerstag lockte wieder unzählige Besucher in die Staffelsteiner Stadt. Selbst die ungünstige Witterung hat die Bierfreunde nicht abgehalten. Gefeiert wurde mit vielen Monarchen und Cleopatra.
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Bierfest in Bad Staffelstein: noch Vormittag und doch schon gut besucht Markus Häggberg
Bierfest in Bad Staffelstein: noch Vormittag und doch schon gut besucht Markus Häggberg
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Gerdi Schunke von der Staffelberg-Bräu wischt noch mal über die Bierbanktische. Auf ihnen steht vom Regen das Wasser. Besonders skeptisch schaut sie aber nicht, auch wenn sich der Himmel über ihr nicht sonderlich freundlich zeigt.

Es ist noch knapp vor zehn Uhr und sie kann schon fröhlich maßregeln. Einem Pärchen ohne Getränk vor sich auf der Bierbank sitzend sagt sie lachend: "Ohne Bier geht das fei net hier - trocken wird net rumgesessen."

Regentropfen können einer Institution wie dem Bierbraufest nicht sonderlich zusetzen. Es ist zwar noch einigermaßen leer an den Tischen, aber Punkt 10 Uhr setzt das Blasorchester der Musikvereinigung Ebensfeld ein. Als es verstummt, ist Glockenschlag zu hören - der Auftakt wird eingeläutet.

Eröffnet wurde das Fest von Moderator Walter Mackert. Da waren die Reihen schon gefüllter, mit Tendenz zur Vollbelegung. Moderator Mackert hatte recherchiert, fand wohl heraus, dass Cleopatra nicht nur in Eselsmilch badete, sondern auch in Bier. Von dieser Monarchin ausgehend, begrüßte er auf der Bühne die anderen Monarchen: Bierkönig Harald I., Thermenkönigin Michelle I. oder die Lichtenfelser Korbstadtkönigin Alicia I. Dann ist es 10.23 Uhr und der Regen meldet sich zurück.

Bierquiz ermittelt den König

Etwa 7000 Besucher lockt dieses Fest der zehn städtischen Brauereien Jahr um Jahr an, Regen hin oder her. "Wenn die Musik ruft, lässt sich keiner abhalten zu kommen", bestätigt auch Andreas Poth. Der Mann ist in den Ablauf des Festes eingebunden und bezeichnet sich als "Adlatus" von Mackert. Er wird beim traditionellen Bier-Quiz, bei dem der Bierkönig ermittelt wird, assistierend im Hintergrund sein.

"Man muss nicht nur zum Biertrinken kommen", sagt Poth mit Verweis auf den von architektonischer Schönheit geprägten Ort an sich. Doch wer sich hier am Marktplatz niedersetzt, der hat Blick auf Gemütlichkeit, auf Fachwerk und auf Tradition. Sein Satz, wonach man nicht Bier trinken müsse, wird Augenblicke später von der Bühne aus konterkariert.

Mackert zitiert fröhlich Martin Luther und lässt über Mikrofon hören: "Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken." Die Fässer auf der Bühne werden angestochen und der traditionelle Freibierausschank beginnt. Die Menschen stehen Schlange.

Unter all den Monarchen befindet sich auch die Korbstadtkönigin Alicia I. Was treibt sie zum Bier? "Ich bin wieder zurück zum Bier, vorher war ich Weintrinkerin", sagt die junge Frau. "Es hört sich vielleicht gestanzt an, aber auch ich bin stolz auf unsere Biervielfalt", sagt sie. In Bier zu baden, würde dieser Königin aber nicht einfallen. "Ich bleibe beim Schaumbad", sagt sie augenzwinkernd.

Brauereien im Fokus

Das Fest, welches die zehn Brauereien der Stadt ausrichten, ist ein 90-Grad-Fest, hauptsächlich entlang zweier Straßen auf insgesamt 120 Metern mit Versorgerständen. An der Schnittstelle beider Straßen, befindet sich der Stand der Brauerei Dinkel. Vielleicht, so mutmaßt Hubert Dinkel in Bezug auf Cleopatra, habe diese sich ja darum umgebracht, weil sie im Bier nur gebadet habe, statt es zu trinken.

Er sieht das gemeinsame Fest als Schaubühne, auf dem man auch neue eigene Biersorten präsentieren kann. Die würden gut angenommen. Überhaupt hält er sehr viel von dem heimischen Fest. Immer wieder gerät er in Gespräche, seine Mitarbeiter sind ständig mit Ausschank beschäftigt. Gegen 11 Uhr ist es trotz Regen nahezu voll. "Ab 17.30 Uhr marschieren die Coburger ein - die müssen ja heute arbeiten", prognostiziert er. Er mag, dass es kein Konkurrenzdenken unter den zehn Brauereien mehr gebe. Und dass kein Schnaps ausgeschenkt wird. "Hier geht es um Genuss, nicht ums Besäufnis (...) und der Stellenwert des Bieres als Kulturprodukt ist gestiegen", bekräftigt er. Doch etwas von dem, was er sagte, wird zwei Stände weiter entfernt ebenfalls - zumindest teilweise - konterkariert.

Braumeister Andreas Hellmuth sieht bei diesem Fest keine allgemeine Offenheit für neue Brausorten. "Die Einheimischen bleiben bei ihren gewohnten Bieren, die sind da eigen. Die Urlauber aber tun eher durchprobieren." Es ist Mittag, die Stimmung ist gut, das Fest ist gut besucht. Der Himmel ist bedeckt, es wird immer wieder mal tröpfeln und dann wieder aufhören. Aber das stört die Besucher nicht. Am wenigsten die Männer, die sich zu Kartenrunden hier verabredet haben. Auch diese Tradition wird auffällig häufig an den Bierbänken gepflegt.

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