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Bad Staffelstein
Krise

Automobilzulieferer aus Oberfranken beantragt Insolvenz - 300 Jobs in Gefahr

Wegen der Corona-Krise meldet der Batteriehersteller Moll aus Bad Staffelstein Insolvenz an. Die Firma kann aber weiterhin alle Kunden beliefern.
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Für den Batteriezulieferer MOLL in Bad Staffelstein brechen harte Zeiten an. Foto: Matthias Einwag
Für den Batteriezulieferer MOLL in Bad Staffelstein brechen harte Zeiten an. Foto: Matthias Einwag

Die Akkumulatorenfabrik MOLL GmbH + Co. KG in Bad Staffelstein ist durch die aktuellen Entwicklungen gezwungen, nach 75 Betriebsjahren die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu beantragen. Der durch die Coronakrise verursachte plötzliche, massive und dauerhafte Absatzrückgang lasse keine andere Wahl, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Eine Woche zuvor war bereits das Werk in Bad Staffelstein geschlossen worden und das Unternehmen hatte sich auf Kurzarbeit vorbereitet.

Am Montag (30.03.2020) hat der Batteriezulieferer MOLL beim Amtsgericht Coburg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. "Das ist ein bitterer Tag, vor allem für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", bedauert Gertrud Moll-Möhrstedt, Geschäftsführende Gesellschafterin der Akkumulatorenfabrik MOLL GmbH + Co KG.

300 Jobs in Bad Staffelstein in Gefahr

„Das ist ein bitterer Tag, vor allem für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, bedauert Gertrud Moll-Möhrstedt. Unsere oberste Priorität und Sorge gilt nun ihrer sozialen Absicherung. Am Standort Bad Staffelstein sind derzeit fast 300 Angestellte beschäftigt. "Unsere oberste Priorität und Sorge gilt nun ihrer sozialen Absicherung. Wir erwarten jedoch, dass im Insolvenzverfahren die Produktion wieder aufgenommen werden kann, wenn die Automobilindustrie ihren Produktionsstopp rechtzeitig beendet." 

 

Die Coronakrise hat weitreichende Folgen für die gesamte Automobilwirtschaft. In der derzeitigen Situation sei es laut der Mitteilung nicht absehbar, ob und wann sich der Absatz erholt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es selbst bei Wiederaufnahme der Automobilproduktion viele Monate, vielleicht sogar Jahre dauern wird, bis der Absatz wieder das Niveau des Jahresbeginns erreicht hat. Der Akkumulatorenfabrik MOLL GmbH + Co. KG fehlen hierbei die Finanzmittel, um einen derart langen Zeitraum überbrücken zu können.

MOLL hat laut Presseinformation in den letzten 6 Jahren auch mit Unterstützung ihrer beiden ausländischen Mitgesellschafter mehr als 15 Mio. EUR in die Erweiterung der Produktionskapazitäten investiert und fast 150 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Große Automarken zählen zu den Kunden

Absatzschwerpunkt ist der Volkswagen-Konzern, beliefert werden die Fabriken von Skoda, Seat, der Marke Volkswagen, Audi sowie Porsche. Das letzte Geschäftsjahr 2019 konnte trotz des schwierigen Umfelds mit einem ausgeglichenen Ergebnis abgeschlossen werden.

 

Bedingt durch die Ausweitung der Produktion sowie den Aufbau des Geschäftsmodells mit Lithium-Batterien musste MOLL in den letzten Monaten erhebliche Betriebsmittel vorfinanzieren, was zulasten der Liquidität ging.

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