Lichtenfels
Veranstaltung

Austausch unter Brummifahrern - Trucker-Festival in Lichtenfels

Beim neunten Trucker-Festival wurde unter anderem eine neue "Ontour-Bibel" vorgestellt und über den Notbremsassistenten gesprochen.
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Die "Road-Show" am Samstagabend beim neunten Trucker-Festival in Lichtenfels  Fotos: Andreas Welz
Die "Road-Show" am Samstagabend beim neunten Trucker-Festival in Lichtenfels Fotos: Andreas Welz
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Kraftstrotzende Motoren ließen am Wochenende wieder die Luft erzittern. Beim neunten Trucker-Festival auf dem Lichtenfelser Schützenplatz wurde ein tolles Programm geboten. Veranstalter waren die "Franken-Strolche", eine regionale Trucker-Vereinigung. Über 200 Trucks auf dem Schützenanger und hinter der Stadthalle ergaben nach Einbruch der Dämmerung ein fantastisches Bild.

Vor, hinter oder neben den zu einem Großteil zumindest optisch aufgemotzten und in jedem Fall spiegelblank polierten Lastwagen wurde gegrillt, in erster Linie Country- und Western-Musik gehört und die Gemeinschaft der "Kapitäne der Landstraße" gepflegt. Eine Reihe von Verkaufsständen bot ein breites Warensortiment von Cowboystiefeln über Miniatur-Lastwagen bis zu US-Nummernschildern oder Nostalgie-Blechreklame und Indianerschmuck an. Beim Trucker- und Country-Festival war für beste Stimmung gesorgt.

Die Männer und Frauen in ihren PS-starken Boliden haben auch ein Herz für kranke Menschen. In diesem Jahr werden die Klinik-Clowns Lichtenfels unterstützt. Aus der Überzeugung heraus, dass Lachen wirkt und Heilungsprozesse fördert, wollen sie sich kranken und einsamen Menschen zuwenden. Die fröhlichen Visiten machen Abwechslung, Wärme und Zuwendung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen möglich.

Die Truckerbibel

Der katholische Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz aus Bamberg, der auch die Veranstaltung moderierte, sagte: "Die Bibel ist der ideale Begleiter für Menschen, die viel unterwegs sind". Das Leben und Arbeiten auf den Straßen berge große Herausforderungen. Deshalb solle die "Ontour-Bibel" in fröhlichen und traurigen Momenten ein Begleiter sein. Eine frohe Botschaft ist mit dem Lukasevangelium abgedruckt, dazu ist die heilige Schrift mit Denkanstößen versehen. Das Buch enthalte Impuls- und Glaubenstexte, Gebete und nützliche Hinweise. Ein kostenloses Hörbuch ergänzt die Bibel. Herausgegeben wird sie von der Arbeitsgemeinschaft der Fernfahrerseelsorge in Deutschland. Finanziert wurde sie von sechs Diözesen und der Akademie für Bruderhilfe. Mitautor Sebastian Rauer las ein Kapitel vor.

Dann machte das Duo "Oubacht" mit Steffen Schiller und Narco Limmer Westernmusik, während Betriebsseelsorger Klaus Käfer, Pfarrer in Freiburg, die Bibeln an die Lastwagenfahrer verteilte. Das erste Exemplar bekam die zweite Bürgermeisterin von ichtenfels, Sabine Rießner. Sie sei stolz auf die "Brummistadt", obwohl ihr die großen Trucks ein wenig furchterregend vorkämen.

Erfahrungsaustausch

Am Samstagmorgen stellte sich die "Fernfahrer-Road-Show" vor. Beim Erfahrungsaustausch über den Notbremsassistenten in der Stadthalle zeigte Jan Bergradt, Verfasser des Krimis "Spur der Laster", den Film "Automatisch in die Eisen". Der Assistent greift nur im letzten Moment ein, wenn der Fahrer auf ein Hindernis nicht reagiert. Nach einer Warnkaskade folge dann die brachiale Notbremsung. Beim "Talk am Truck" referierte der Fernfahrer-Seelsorger über das Thema "Hilft der Galube unterwegs?" Rechtsanwalt Silvio Lange von der Autobahnkanzlei gab Tipps gegen die Punktefalle.

Auf großes Interesse stieß auch die Präsentation des Reifenherstellers Michelin, die eine neue Reifengeneration für Lastwagen vorstellte, die nachhaltiges Fahren begünstige. Annett Friedemann vom Autoclub Europa, Region Oberfranken West, forderte Mobilität für Jedermann. Sie stellte den ersten Fahrradschutzbrief vor. Am späten Nachmittag las Jan Bergrath aus seinem Buch "Spur der Laster - am Dienstag bist du tot" vor. Darin wird ein skrupelloser Geschäftsführer eines renommierten Transportunternehmens beschrieben, der seine osteuropäischen Lkw-Fahrer nach Strich und Faden ausbeutet. Zum Feierabend fand die traditionelle "Road-Show" mit erleuchteten Fahrzeugen statt.

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