Lichtenfels
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Ausstellung in Lichtenfels erinnert an dunklen Teil unserer Geschichte

2017 sind Mitarbeiter des Landratsamts Lichtenfels bei der Digitalisierung von Akten auf einen Umschlag mit 13 alten Führerscheinen gestoßen,
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Sparkassendirektor Roland Vogel und Landrat Christian Meißner eröffnen gemeinsam mit vier Schülerinnen des Projektseminars, Oberstudiendirektor Stefan Völker sowie Studiendirektor Manfred Brösamle-Lambrecht vom Meranier-Gymnasium Lichtenfels und Unternehmensbereichsleiterin Sandra Storath die Ausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse in Lichtenfels.  Foto: Andreas Grosch
Sparkassendirektor Roland Vogel und Landrat Christian Meißner eröffnen gemeinsam mit vier Schülerinnen des Projektseminars, Oberstudiendirektor Stefan Völker sowie Studiendirektor Manfred Brösamle-Lambrecht vom Meranier-Gymnasium Lichtenfels und Unternehmensbereichsleiterin Sandra Storath die Ausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse in Lichtenfels. Foto: Andreas Grosch

Sie waren den Eigentümern 1938 vom Bezirksamt Lichtenfels entzogen worden. Die Dokumente wurden von Landrat Christian Meißner an das Meranier-Gymnasium weitergeleitet und das Projekt "13 Führerscheine - 13 jüdische Schicksale" initiiert, das im Kern die Lebenswege der ehemaligen Führerscheininhaber recherchierte.

Die Ergebnisse mündeten unter anderem in eine historische Ausstellung, die Schüler des Meranier-Gymnasiums entwickelten und erstmals im November 2018 der Öffentlichkeit präsentierten.

Bis 22. November steht die Ausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse in der Kronacher Straße Lichtenfels allen Interessierten offen. "Die Ausstellung leistet durch die Darstellung der Schicksale einen wichtigen Beitrag, die Erinnerung an diesen dunklen Teil unserer Geschichte zu erhalten. Gegen den in jüngster Zeit wieder wachsenden Antisemitismus müssen wir gemeinsam ankämpfen", betonte Sparkassenvorstand Roland Vogel vor den Gästen bei der Eröffnung in der Lichtenfelser Hauptstelle. "Das, was die Abiturienten in aufwendiger Recherche herausgefunden haben, geht unter die Haut", merkte Landrat Christian Meißner an.

Den Namen Gesichter gegeben

"Die jungen Leute haben es geschafft, die Schicksale zu rekonstruieren und den Namen jeweils ein Gesicht zu geben." "Das Interesse, die Betroffenheit, die positive Resonanz auf die Ausstellung und die darin dokumentierten Schicksale haben uns überrascht", resümierte Studiendirektor Manfred Brösamle-Lambrecht, der das Projekt seitens des Meranier-Gymnasiums begleitete.

Die Ausstellung, die inzwischen auch in den USA (New York, New Jersey, Maryland und Texas) gezeigt wurde, zeigt das hohe Interesse an diesen Schicksalen. Für die Schüler war es eine große Ehre, bei der Eröffnung der Ausstellung im Jewish Community Campus in Whippany dabei sein zu dürfen. Die Resonanz war überwältigend.

Seit dem Start der Ausstellung im Meranier-Gymnasium vor einem Jahr ist einiges passiert. Die bisherige Ausstellung wurde um Inhalte zur Entstehung des Projekts ergänzt. Das aufgelegte Begleitheft war innerhalb weniger Wochen vergriffen. Die zweite Auflage wurde nun um die zahlreichen Reaktionen erweitert und ist während der Ausstellung in der Sparkasse erhältlich. Ergänzend zur historischen Ausstellung entstanden mehrere Filmbeiträge zum Projekt mit dem Bayerischen Rundfunk bzw. TV Oberfranken. Darüber hinaus wurde sogar ein Beitrag im New Yorker Fernsehen anlässlich der Ausstellungseröffnung in New York ausgestrahlt.

Die Ausstellung kann nicht nur von Kunden der Sparkasse, sondern von allen Interessierten während der Öffnungszeiten besucht werden.red

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